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Rockige Rhythmen von „Bricklayers Choice in der Bördehalle

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Von: Dirk Wilms

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Schlagzeuger Dirk Rittmann hat die ehemaligen Ausstellungsräume seines Fliesenleger-Geschäfts umgebaut, sodass „Bricklayers Choice“ sich hier in Hagen regelmäßig zum Üben treffen kann
Schlagzeuger Dirk Rittmann hat die ehemaligen Ausstellungsräume seines Fliesenleger-Geschäfts umgebaut, sodass „Bricklayers Choice“ sich hier in Hagen regelmäßig zum Üben treffen kann. © Wilms, Dirk

Fans rockiger Rhythmen sind am 23. April in der Bördehalle in Welver richtig. Dann spielen Martin Theinert und Detlev Jauernick mit ihrer Band, zu der auch Michael Hornkamp und Dirk Rittmann gehören. Letztgenannter sitzt an den Drums und ist Gastgeber bei den wöchentlichen Übungseinheiten. Der Fliesenleger baute seinen leer stehenden Ausstellungsraum kurzerhand in ein Studio um, wo nun die „Bricklayers“ ihr Repertoire einstudieren.

Welver – Welch ein Zufall, dass Martin Theinerts Tochter Alina ihr Pferd satteln wollte für die Dressurprüfung beim Westernturnier der Reitgemeinschaft Eichengrund. Natürlich fuhr der Papa seine reitbegeisterte Tochter nach Meyerich. Da beim „Horse and Fun“, so der Name des Spektakels am Ufer des Salzbachs, nicht nur Pferdesport im Fokus stand, sondern auch der Spaß auf der Bühne, hatte Detlev Jauernick sein musikalisches Equipment aufgebaut.

Dort entdeckte ihn Martin Theinert und sprach seinen alten Kumpel aus gemeinsamen Jugendtagen in Büderich an. Damit war der Grundstein gelegt für „Bricklayers Choice“. Was acht Jahre nach dem Wiedersehen der beiden Jugendfreunde daraus geworden ist, ist am 23. April in der Bördehalle zu hören.

Detlev Jauernick und Martin Theinert kamen damals ins Gespräch, tauschten sich über ihre musikalischen Leidenschaften aus. „Wir hatten uns lange Zeit aus den Augen verloren“, so Theinert. Doch schnell stellten sie fest, dass Theinerts Akustik-Gitarre und Jauernicks E-Gitarre gut zusammenpassen könnten.

Schnell waren erste Treffen eingetütet, gemeinsam zupften sie die Saiten und es harmonierte. „Nach anfänglicher Skepsis machte es schnell Bock“, so der längst in Welver beheimatete Jauernick. Er ist im Kreis Soest seit Jahrzehnten feste Größe in der Musikszene, machte sich als Leadgitarrist und Sänger der Coverband Nameless einen Namen. Auf das Spielen von bekannten Hits hatte er nach 25 Jahren aber keine Lust mehr. „Ich wollte meine eigene Sachen machen“, setzte er rasch erste Projekte mit seinem Bruder Frank um. „Mondsüchtig“ lautete vor zehn Jahren der erste gemeinsame Song.

„Doch ich wollte live spielen“, zog es den Welveraner auf die Bühne. Vielversprechende Ansätze mit jungen Musikern verliefen im Sande. Und dann traf er eben Martin Theinert. „Ich habe privat Musik gemacht, klassische und spanische Gitarre gespielt, dazu die Mundharmonika“, war der Unnaer oft in der evangelischen Kirche in Massen zu hören, wo er den Kirchenchor begleitete.

Ein erster gemeinsamer Auftritt in Welver bei der Ladeneröffnung von Detlev Jauernicks Frau überzeugte. Auch der Bandname war schnell gefunden. „Unsere Väter waren Maurer, wir selber auch“, wählten sie das englische Wort für ihren Beruf. Damit war auch Drummer Dirk Rittmann einverstanden, der als Fliesenleger ebenfalls handwerklich seine Brötchen verdient. „Bricklayers Choice“ war geboren.

Nun galt es, die musikalischen Richtungen unter einen Hut zu bekommen. Jauernick hatte mit 14 Jahren Eric Clapton als Vorbild, Theinert begeisterte sich für Jethro Tull, Rittmann war Schlagzeuger in einer Heavy-Metal-Band. Diese Musikstile galt es zusammenzuführen. Dazu trug auch Michael Hornkamp bei, der 2018 als Bassist hinzukam.

Der Waltringer machte schon mit sieben Jahren Musik in Wickede, lernte Klarinette und Saxofon. Im Gegensatz zu seinen Bandkollegen, die allesamt als Autodidakten unterwegs sind, genoss er eine grundlegende Ausbildung zum Notisten. „Ich hatte 15 Jahre lang nichts mehr gemacht wegen Familie und Beruf, da habe ich Dete getroffen“, war sein Comeback als Bassist rasch vereinbart.

Jetzt trifft sich das Quartett regelmäßig in Hagen, hatte schon vor Corona erste Auftritte, so im Bahnhof in Werl, in der Waltringer Schützenhalle und eben auch in der Bördehalle in Welver. Dort gab es vor vier Jahren erstmals „Rock‘n the spring“, dessen Neuauflage jetzt für das Wochenende nach Ostern geplant ist.

15, 16 Songs wollen die „Bricklayers“ performen, allesamt im rockigen Stil, mit halb deutschen, halb englischen Texten. Theinert und Jauernick wechselten sich mit den Vocals ab, Hornkamp singt im Hintergrund mit. Es werden die eigenen Stücke gespielt, von „Rock‘n the spring“ über „Mondsüchtig“ bis zu „Balsam für Deine Seele“.

„Wir sind alle unterschiedliche Charaktere, bringen unsere Meinung ein“, erläutert das Quartett, wie die Musik entsteht. Ideen einzelner werden gemeinsam umgesetzt. „Zusammen einen Kompromiss zu finden, ist spannender als ein Diktat“, mag die Entwicklung eines Songs von der Idee bis auf die Bühne auch schon mal ein Jahr dauern.

Jetzt hoffen die „Bricklayers“, dass möglichst viele Neugierige den Weg in die Bördehalle finden. Im Herbst 2021 standen sie letztmals auf der Bühne; der Auftritt in Waltringen war aber durch Corona beeinträchtigt. Das soll in Welver anders werden, hofft die Band zusammen mit dem ausrichtenden Schützenverein auf viel Publikum.

Vorverkauf

Der Schützenverein „Horrido“ Welver veranstaltet am Samstag, 23. April, ab 19 Uhr in der Bördehalle das Live-Music-Event „Rock‘n the spring“. Neben „Bricklayers Choice“ tritt auch Marv auf. Karten gibt‘s im Vorverkauf bei der Sparkasse und online unter hellwegticket.de.

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