Langjähriger Vorsitzender des SV Welver gestorben

Trauer am Buchenwald um „Dackel“ Rudack

Heinz Rudack ist gestorben.
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Heinz Rudack ist gestorben.

Er hat eine Ära geprägt, die einzigartig ist. Heinz Rudack war 1. Vorsitzender des SV Welver, als die Fußballer vom Buchenwald den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft haben. Das ist keinem anderen Verein aus dem Kreis Soest jemals gelungen, die Buchenwaldkicker triumphierten 1983 als Meister in der Landesliga. Und „Dackel“ Rudack, wie er in Welver stets gerufen wurde, lenkte die Geschicke der Grün-Weißen. Am vergangenen Donnerstag ist der ehemalige SVW-Chef in seinem 82. Lebenjahr gestorben.

Welver - Heinz Rudack war den Kickern am Buchenwald von Kinderbeinen an verbunden. Ende der 40er-, Anfang der 50er-Jahre beobachtete er vom elterlichen Haus aus an der Birkenstraße, wie die Kämpen der damaligen Zeit nach dem Umziehen im Vereinslokal Griesenbrock vom Bahnhof bis zum Sportplatz liefen und nach dem Spiel zurück. Schon als kleiner Steppke war er davon beseelt, selber einmal mit dem Trikot des SVW durchs Dorf gehen zu können.

Der Wunsch ging 1955 in Erfüllung, er durfte in der Jugend als Torwart spielen, rückte 1958 in die erste Mannschaft auf. An der Seite von Größen wie Siegfried König, Jupp Hüwelmeier und Heinz Linnebank trug er zwei Jahre später zum Aufstieg in die Bezirksklasse bei. Die Karriere zwischen den Pfosten wurde aber jäh unterbrochen durch den Dienst bei der Bundeswehr.

Als er nach vier Jahren beim Bund und im Studium 1964 nach Welver zurückkam, brachte er sich statt als Spieler als Funktionär ins Vereinsleben ein. Im Spielausschuss unter dem Vorsitzenden Erich Busemann gehörte er zur Führungsriege, die den Durchmarsch in die Landesliga 1968 möglich machte. An der Seite von Gönnern wie Alfred Jürgens sorgte er dafür, dass so namhafte Spieler wie Ditz Fischer aus Hamm nach Welver kamen und mit Welveraner Fußballgrößen wie Horst Bußmann und Werner Lorant eine Mannschaft bildeten, die Fußballgeschichte in der Niederbörde schrieb.

Rudack wirkte auch mit, als der Sportverein die neue Bördehalle zu einer Hochburg des Karnevals machte. In den 70er- und 80er-Jahren lockten die Prunksitzungen des SVW mehr als tausend Narren in die Halle. Rudack überließ das Mikrofon gern seinen Mitstreitern, war im Hintergrund aber stets unverzichtbarer Bestandteil der Organisation.

Nach zehn Landesliga stieg Welver 1978 ab, ein Jahr später übernahm Heinz Rudack das Ruder an der Vereinsspitze, nachdem er schon einige Jahre als 2. Vorsitzender agiert hatte. Unter seiner Führung gelang dem SVW 1982 die Rückkehr in die Landesliga und, wie eingangs erwähnt, 1983 unter Trainer Ernst Feldmann der Durchmarsch in die Verbandsliga.

Er war sich auch nicht zu schade, selber kräftig zuzupacken, als es darum ging, den Sportplatz des Buchenwaldstadions zu sanieren. Nach dem Bau der Bördehalle und dem Fällen der Pappeln musste eine Drainage verlegt werden. Heinz Rudack, als Bauingenieur bei der Firma Klostermann in Hamm vom Fach, schwang selber Spaten und Schaufel.

Fußballerisch ging es Mitte der 80er bergab. Statt erwarteter vierstelliger Zuschauerzahlen verloren sich bei Derbys gegen Werl nur noch 150 Zuschauer im Buchenwaldstadion. Rudack wurde erschreckend klar, dass der Fußball an Bedeutung verloren hatte. 1987 übergab er die Vereinsführung an Manfred Möller, blieb noch sechs Jahre Vize, ehe er sich aus dem aktiven Vereinsleben zurückzog.

Lieber widmete er sich danach den Söhnen und Enkeln seiner Frau Anne Gretenkort, die er 1985 zum Standesamt geführt hatte.

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