Todes-Drohung: Scheidinger vor Gericht

SCHEIDINGEN ▪ „Ich werde ihn umbringen. Ich werde ihm eine Kugel in den Kopf schießen.“ Wegen diesen im März geäußerten Sätzen musste sich jetzt ein 36-jähriger Mann aus Scheidingen vor dem Amtsgericht Soest verantworten.

Der geschiedene Mann hatte betrunken seine Ex-Frau angerufen und gedroht, den neuen Lebensgefährten umzubringen. „Ich hatte 1,6 Promille. Das ist für mich zwar nicht viel, aber trotzdem kann ich mich nur noch teilweise an den Vorfall erinnern. Ich hatte einen Blackout“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Er habe eine Flasche Wodka getrunken und könne den Vorfall nicht ausschließen.

Bereits nach der Trennung von seiner Frau im Dezember 2009, nach der sie die Scheidung einreichen wollte, hatte er sie gefragt: „Weißt du nicht, dass ich Waffen habe?“ Mit dieser Drohung habe er die Scheidung immer weiter herausgezögert, sagte der Staatsanwalt. „Es war damals, wie es so oft im Leben ist. Ich hatte beruflich Stress, dazu kam Stress zuhause. Dann haben sich meine Ex-Frau und ich Hobbys gesucht. Ich habe einen Jagdschein gemacht und sie hat angefangen, Tennis zu spielen. Eines Tages hat sie mir dann gesagt, dass sie sich in ihren Tennislehrer verliebt hat“, berichtete der Angeklagte von der Vorgeschichte.

Er habe damals alles versucht um seine Frau umzustimmen. „Ich habe ihr eine Eheberatung vorgeschlagen oder dass wir hier alles aufgeben und auswandern“, sagte der Angeklagte. Nichts half. Daraufhin habe er gesagt, dass sie gehen könne, wenn sie das wolle. Von einer Bedrohung wollte der Scheidinger nichts wissen. „Es kann sein, dass ich das in meiner Wut gesagt habe, schließlich wollte sie mir auch unsere Kinder wegnehmen. Ich habe Mist gebaut“, sagte der Angeklagte. Inzwischen sei das Verhältnis aber deutlich besser. „Sie hat mir heute morgen noch die Kinder gebracht und ich bringe sie auch immer pünktlich zurück“, sagte der Scheidinger.

Bevor es im Verfahren in die Zeugenvernehmung ging, bot der Richter dem Angeklagten daher die Einstellung des Verfahrens gegen die Auflage einer Zahlung von 3 000 Euro an. „Wenn wir die Zeugen anhören, wird es sicherlich teurer für Sie“, sagte der Vorsitzende Richter. Nach kurzer Beratung mit seinem Anwalt stimmte der Angeklagte der Einstellung zu.

„Mein Mandant will nur, dass er weiter zur Jagd gehen darf und ihm der Jagdschein nicht entzogen wird“, sagte der Verteidiger. Neben der Zahlung verzichtete der Angeklagte darauf, die von der Polizei eingezogenen Waffen zurückzubekommen. Lediglich ein Zielfernrohr, das seinem Vater gehöre, wollte der Scheidinger zurück haben. ▪ dos

Quelle: Soester Anzeiger

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