Interview vor der Premiere

Seit 26 Jahren auf der Bühne: Darum spielt Thorsten Schwarze so gerne für den Theaterverein Vellinghausen-Eilmsen

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Die Proben für die Westernkomödie „Zieh oder flieh“ laufen in der Schützenhalle in Dinker.

Vellinghausen-Eilmsen – Ein Leben ohne Theater kann Thorsten Schwarze sich nicht vorstellen. Im Interview spricht er über seine Leidenschaft für die Schauspielerei. Am 29. März feiert die neue Komödie des Theatervereins Vellinghausen-Eilmsen Premiere.

Vor 28 Jahren stand Thorsten Schwarze, damals noch mit der Landjugend Vellinghausen-Eilmsen, zum ersten Mal auf der Bühne und hat sich seitdem lediglich zwei Auszeiten gegönnt. Die übrigen Jahre waren die Wintermonate für den 44-jährigen Aufzugstechniker damit gut ausgefüllt, Texte zu lernen und die entsprechende Gestik und Mimik darauf abzustimmen und zu trainieren. 

Wie sind Sie zum Theater gekommen?
Ich war in der Schule in der Theater-AG und hatte sehr viel Spaß dort. Als mich dann Mitglieder der Theatergruppe fragten, ob ich nicht mitspielen wollte, habe ich spontan ja gesagt. 

Über die Jahrzehnte sind da ganz schön viel Text und viele Rollen zusammengekommen. Gibt es eine Lieblingsrolle?
Der Hühner-Toni, also der Knecht in der Weiberwirtschaft, der war Klasse. Aber andere waren das auch. Wichtig ist irgendwie immer, dass es lustig ist, aber da wir fast immer Komödien spielen, war das stets gegeben. 

Ein Lieblingsstück gibt es also nicht?
„Zum Rosa Rüssel“ war wie einige andere ohne Frage ein Highlight, aber weil wir als Darsteller immer sehr viel Spaß haben, ist die Freude am Theater spielen stets da. 

Was war Ihre schwierigste Rolle?
Der stotternde Inspektor Eiermann, da war wirklich eine Menge Konzentration nötig, erst um das Stottern nicht zu vergessen und dann, um es mir im Alltag wieder abzugewöhnen. 

Thorsten Schwarze

Was ist das Beste beim Theater spielen?
Natürlich die Auftritte, bei denen man die Reaktion des Publikums erlebt und förmlich aufsaugt. Natürlich sind wir alle vorher immer nervös, ich persönlich werde ruhiger, wenn die ersten Sätze gesagt sind und ich mich eingespielt habe. 

Hatten Sie schon mal einen totalen Blackout?
Gott sei Dank nein. Einen Texthänger klar, davon kann sich keiner freisprechen, aber eine totale Erinnerungslücke, die hatte ich noch nicht. 

Am Anfang wurde noch im Saal der Gaststätte Schlotmann-Quante gespielt, jetzt in der Schützenhalle in Dinker, was sind die Unterschiede?
Wir haben hier viel mehr Platz, die Bühne hier ist doppelt so groß, da kann man die Rollen ganz anders ausspielen. Headsets sorgen dafür, dass wir gut zu verstehen sind. Die Kooperation mit dem Schützenverein klappt super, unsere Bühne kann hier stehenbleiben, bis wir sie im nächsten wieder brauchen. 

Wie ist die Gruppendynamik?
Sehr gut, wir harmonieren sehr gut, trotz aller Altersunterschiede und immer wieder neuer Schauspieler. 

Wie wirken sich die Probenzeiten aufs Privatleben aus?
Am Ende gibt es bei vier bis fünf Proben pro Woche keines mehr. Da hilft es, so wie bei mir, wenn die Partnerin auch mit dem Theaterverein verbunden ist. Aber man muss schon voll dahinter stehen, sonst wird das Ganze nichts. 

Gab es schon mal kurzfristige Ausfälle vor oder während des Stücks?
Das passiert immer mal, eine Schauspielerin hat sich während des Stücks verletzt und musste mit dem Notarztwagen abtransportiert werden. Aber das Publikum hat immer sehr viel Verständnis, wenn dann jemand einspringt, der den Text vom Blatt liest. 

26 Jahre sind Sie jetzt dabei, ihr silbernes Jubiläums-Shirt tragen Sie voller Stolz, heißt es jetzt auf in die nächsten 24 in Richtung Goldjubiläum?
So lange sicher nicht, aber die 30 will ich auf jeden Fall noch anpeilen.

Die Komödie "Zieh oder flieh" 

„Zieh oder flieh“ ist eine Westernkomödie in drei Akten von Hans Helmut Leindecker. Das Stück spielt in dem einsamen Saloon „Zum blauen Huhn“ mitten im Niemandsland. Er ist Anlaufstelle für Goldsucher, Trapper und sonstige zwielichtige Gestalten und wie aktuell für den meist gesuchtesten Banditen nördlich der Hochalpen.

Hier gibt es Karten

Karten für „Zieh oder Flieh“ gibt es zum Preis von 8 Euro im Vorverkauf (Abendkasse 10 Euro) für die Vorstellungen am 29. und 30. März sowie am 5. und 6. April bei Familie Schwarze unter Telefon 02384/3522 oder Familie Kettler Telefon 02388/2778 oder per Mail an karten@theaterverein-vellinghausen-eilmsen.de Der Beginn ist jeweils auf 19.30 Uhr terminiert, der Einlass ist ab 18.30 Uhr möglich.

Quelle: Soester Anzeiger

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