Strenger Blick der Bezirksregierung zeigt in Welver Wirkung 

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Der strenge Blick der Bezirksregierung Arnsberg auf die Arbeit im Rathaus Welver zeigt offenbar Wirkung.

Welver - Vor ziemlich genau zweieinhalb Jahren rückte die Kommunalaufsicht im Rathaus an. Damals galt es, das Chaos in der Verwaltung in den Griff zu bekommen. Ende des Jahres will eine Delegation der Bezirksregierung Arnsberg wiederkommen. Diesmal will sie die Ergebnisse ihrer „Begleitung“ der Gemeinde Welver präsentieren.

Daraus ist in Zusammenarbeit mit der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) nämlich ein Projekt entstanden, das auch für andere Kommunen als Vorbild taugen kann. Inhaltlich ging es nach einer Personalanalyse darum, Abläufe zu optimieren und die Organisation zu stärken – praktisch eine Anleitung für wacklige Kommunen, um auch in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben. Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung, spricht ausdrücklich von einem „Vorschlag“, mit dem man gut arbeiten könne. Davon ist auszugehen. 

Umgesetzt wurde das Projekt von Fachleuten des Unternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) – in der Branche mit einem Umsatz von über zwei Milliarden Euro kein Leichtgewicht. Details will die Bezirksregierung dann – möglicherweise in einer Ratssondersitzung – im Dezember präsentieren. Söbbeler bewertet die gefundene Möglichkeit, der Verwaltung mit dem Projekt auf die Sprünge zu helfen, rückblickend als „elegante Lösung“. Denn: Die Einbindung der GPA hat das Verfahren für die klamme Gemeinde gänzlich kostenlos gemacht.

"Hilfreiches Instrument"

Ein wichtiger Faktor auch für Bürgermeister Uwe Schumacher, der von einer „guten, vertrauensvollen Zusammenarbeit“ spricht. Das haben seiner Wahrnehmung nach auch die Mitarbeiter in der Verwaltung so empfunden. Der Blick von oben sei grundsätzlich ein hilfreiches Instrument. „Ich hoffe, dass wir davon profitieren“, so Schumacher. 

Weiter auf finanzielle Hilfe angewiesen

Damit ist das Engagement der Bezirksregierung in Welver aber noch nicht ganz abgeschlossen. Welver braucht finanzielle Hilfe, befindet sich im Stärkungspakt. Damit ist sie zwar in guter Gesellschaft mit Städten wie Hamm oder Werl, dennoch bedeutet dieser Umstand, dass die Bezirksregierung noch bis 2020 auf die Einhaltung ihrer Forderungen besteht. Die Konsolidierungshilfen fließen nur, solange der Sparplan konsequent eingehalten wird. 

Richtig Stress gab es zwischen dem „Mittelpunkt Westfalens“ und Arnsberg in den vergangenen Jahren auch beim Thema Abwasserbeseitigungskonzept (ABK). Nach der Weigerung der politischen Mehrheit, die angeordnete Komplettkanalisierung in der Gemeinde zu planen, griff die Kommunalaufsicht ein. Am Ende zwang ein höchstrichterliches Urteil Welver zum Handeln. „Wir haben keine Zweifel, dass das ABK exakt umgesetzt wird“, so Söbbeler. Heute ist ab 17 Uhr der nächste Ratsbeschluss zu dem Thema fällig.

Quelle: Soester Anzeiger

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