Welver setzt Zeichen gegen Schotter

+
In Neubaugebieten sollen Schottergärten in Welver demnächst nicht mehr erlaubt sein.

Welver – Die Stimme von Bürgermeister Uwe Schumacher für den Antrag der Grünen war am Ende ausschlaggebend.

Zehn Ratsmitglieder von SPD, Grünen und Fraktion Welver 21 stimmten mit dem Ratschef bei der Sitzung im Rathaus dafür, in künftigen Neubaugebieten so genannte „Schottergärten“ durch dementsprechend geänderte Bauvorschriften nicht mehr zuzulassen. Lediglich die CDU stimmte dagegen. Ebenso stimmte der Rat damit für eine von den Grünen initiierte Resolution, in der die Gemeinde dazu auffordert, Gärten biologisch wertvoll zu gestalten, statt Steinwüsten zu errichten. 

Bündnis für Biologische Vielfalt auf dem Weg

Der Antrag der FDP, dem Bündnis der „Kommunen für biologische Vielfalt“ beizutreten, wurde von den Ratsmitgliedern überwiegend positiv bewertet. In einer Fachausschuss-Sitzung sollen das Bündnis und seine Vorteile vor einem Beschluss zum Beitritt noch einmal detailliert vorgestellt werden. Bei der Beratung der Anträge der Grünen gegen die Schottergärten schilderte Fraktionsvorsitzende Cornelia Plassmann noch einmal die Nachteile. Insbesondere die Tatsache, dass die Schottergärten mit einer Folie unterlegt und damit wasserundurchlässig werden, kritisierte sie – aber auch die mangelhafte Bepflanzung mit einzelnen Grünpflanzen, die für die Vögel und Insekten so gut wie nutzlos sind. 

Auch das Mikroklima wird aufgeheizt

Schließlich hatte sie auch das Mikroklima im Blick: Schottergärten erhitzten sich bei heißem Wetter besonders stark und gäben diese Wärme dann wieder ab, wohingenen Bäume und Grünpflanzen die Hitze mindern könnten. Die Gegenrede hielt zum wiederholten Mal CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Daube. Er sprach sich gegen ein Verbot von Schottergärten aus, zumal es nur wenige davon gebe und es schwierig sei, das später zu überwachen oder zum Beispiel mit Bußgeld zu ahnden. „Denunziation unter Nachbarn“, befürchtete er und sprach den Anwohnern das Recht zu, sich die Arbeit in den Vorgärten zu erleichtern.

Schumacher: "Ein Zeichen setzen"

Bürgermeister Uwe Schumacher entgegnete, dass es weniger darauf ankomme, die Bürger zu bevormunden, sondern ein Zeichen zu setzen. Die Gemeinde solle den Bürgern signalisieren, dass sie im Hinblick auf den Klimaschutz aktiv wird. Cornelia Plassmann sprach in der Diskussion noch einen weiteren wichtigen Fakt an, nämlich die Landesbauordnung NRW. Die schreibe vor, dass Flächen auf bebauten Grundstücken, die nicht bebaut oder als Wege, Plätze oder Zufahrten genutzt werden, grundsätzlich wasseraufnahmefähig zu belassen und zu begrünen oder zu bepflanzen sind. 

Schottergärten meist unzulässig

Damit, so Plassmann, sei grundsätzlich geklärt, dass Schottergärten, wenn sie nicht ausdrücklich durch die Bauvorschriften erlaubt werden, unzulässig sind. Ein Verbot sei somit im Prinzip gar nicht nötig, im Gegenteil, Grundstückseigentümer, die einen Schottergarten anlegen wollen, müssen sich eigentlich dafür eine Genehmigung holen. 

Aus der Bauordnung für Nordrhein-Westfalen:

Paragraf 8: „Nicht bebaute Flächen der bebauten Grundstücke, die nicht mit Gebäuden oder vergleichbaren baulichen Anlagen überbauten Flächen der bebauten Grundstücke sind

 . wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen 

. zu begrünen oder zu bepflanzen, sofern dem nicht die Erfordernisse einer anderen zulässigen Verwendung der Flächen entgegenstehen.

 . Veränderungen der Geländeoberfläche dürfen nur genehmigt werden, wenn dadurch keine Nachteile für Nachbargrundstücke oder öffentliche Verkehrsflächen entstehen und das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht gestört wird.“

Quelle: Soester Anzeiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare