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Spielplätze in Welver: Zu wenige Angebote für Kleinkinder

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Von: Sarah Hanke

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Spielplätze im Fokus.
Spielplätze im Fokus. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Die Universität Paderborn zieht insgesamt ein positives Fazit nach ihrem Spielplatz-Check. Bei einem Spielplatz in Klotingen sehen die Experten noch Handlungsbedarf.

Welver – Während die Spielplätze von den Kindern insgesamt überwiegend gute Bewertungen erhalten, schneiden sie bei den erwachsenen Begleitpersonen nicht ganz so gut ab. Das zeigt die Spielplatzbedarfsplanung, die die Gemeinde Welver in Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn aufgestellt hat.

Spielplätze in Welver: „Ein gutes Viertel der befragten Erwachsenen bewertet ihren Spielplatz mit ‘mangelhaft’“

Die Ergebnisse der im März 2021 gestarteten Kooperation wurden jetzt in der Sitzung des Ausschusses für Ehrenamt, Kultur, Bildung, Sport, Soziales und Generation vorgestellt. Im Gegensatz zu den Kindern haben die befragten Erwachsenen keinen Spielplatz mit „sehr gut“ bewertet. „Ein gutes Viertel der befragten Erwachsenen bewertet ihren Spielplatz mit ‘mangelhaft’“, berichtet Dr. Marc Kukuk vom Arbeitsgebiet Sportsoziologie der Universität Paderborn, der die Ergebnisse zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Heiko Meyer die Ergebnisse den Ausschuss-Vertretern vorstellte. „Im Durchschnitt aller Benotungen macht das eine 3,7, also eine 4 plus.“ Eine Deckungsgleichheit zwischen den Bewertungen der Kinder und ihren Begleitpersonen könne man daher keinesfalls feststellen.

Ein gutes Viertel der befragten Erwachsenen bewertet ihren Spielplatz mit ‘mangelhaft’.

Marc Kukuk

Spielplätze in Welver: Spielgeräte häufig für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet

Am besten schneiden die beiden Spielplätze in Borgeln an der Grundschule und in Stocklarn ab. Dann folgt ein Trio mit einer „glatten Drei“: Flerke, Schwefe und Meyerich. „Die rote Laterne aus Sicht der Erwachsenen ist der Spielplatz in Klotingen (Zur Bonnekoh)“, so der Referent weiter. Der Spielplatz würde bei vielen Aspekten hinterherhängen. So verteilten die Erwachsenen hier eine Durchschnittsnote von 4,5. Auch bei der Ausstattung mit Spielgeräten sehen die Erwachsenen Verbesserungspotenzial. Vor allem fehlende Sandkästen, die Gleichförmigkeit, wenige Spielgeräte werden kritisiert. Aus Sicht der Erwachsenen seien die vorhandenen Spielgeräte häufig für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet. „Das Angebot für Kleinkinder ist durchaus ausbaufähig“, sagt Meyer. Dies sei auch bereits bei der ersten Analyse festgestellt worden. Eine sehr deutliche Mehrheit besucht mit ihren Kindern die wohnortnahen Spielplätze – bevorzugt zu Fuß.

Online-Befragung

Mithilfe von QR-Codes, die auf den Spielplätzen in der Gemeinde angebracht wurden, konnten Kinder und ihre Begleitperson an der Online-Befragung teilnehmen. 237 Fragebögen wurden ausgefüllt. Nach Bereinigung konnten 181 davon ausgewertet werden, sodass der Datensatz am Ende aus 54 Kindern und Jugendlichen sowie 127 erwachsenen Begleitpersonen bestand. „Insgesamt sind wir mit dem Rücklauf sehr zufrieden.“

Spielplätze in Welver: Gesamtversorgung mit Spielplätzen erfährt trotzdem hohe Zustimmung

Bei den befragten Erwachsenen erfährt die Gesamtversorgung mit Spielplätzen in der Gemeinde Welver eine hohe Zustimmung (Note: „sehr gut“). Angemerkt wurde im Ausschuss von Norbert Bartz (Welver21), dass in Vellinghausen kein einziger Spielplatz vorhanden ist. Die Gemeinde Welver sei eine Flächengemeinde, die eine große Anzahl an Spielplätzen hat, ergänzt Meyer. Daher brauche es auch dezentrale Angebote, sogenannte „Leuchtturm“-Spielplätze, die auch Eltern und Kinder aus anderen Teilen der Gemeinde anziehen soll. 77 Prozent würden auch längere Wege zu gut ausgestatteten Spielplätzen in Kauf nehmen. „Es herrscht also schon eine hohe Bereitschaft zur Mobilität, wenn es um Spielplätze geht“, so Kukuk.

Spielplätze in Welver: „Das Ungünstigste wäre es jetzt, die Ergebnisse in die Schublade zu packen“

Das Gesamtfazit der Uni-Vertreter lautet: Die Qualität der einzelnen Spielplatz-Standorte könnte im Sinne von Altersgerechtigkeit oder Abwechslung in der Gemeinde aufgewertet werden, ohne aber die Gesamtversorgung in der Breite zu versorgen. Es gehe darum, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und damit auch die Aufenthaltsdauer zu verlängern. Dies lasse sich am ehesten durch mehr Vielfalt erreichen – wenn es nicht anders geht auch auf Kosten der Quantität. „Das Ungünstigste wäre es jetzt, die Ergebnisse in die Schublade zu packen“, sagte Detlev Westphal. Der Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung sowie Jugend, Bildung und Sport merkte jedoch an, dass es wie bei den Straßen und Gebäuden auch in diesem Bereich einen Sanierungsstau gibt. Insgesamt 20 000 Euro sind im kommenden Haushalt für die Planung und Umsetzung Spielplatz- und Sportentwicklung; 40 000 Euro für neue Spielgeräte auf den Spielplätzen vorgesehen. „Wir wollen am Ball bleiben und weitermachen“, so Westphal. „Aber wir wissen auch, wo wir herkommen.“ Einen Plan zu haben und zu wissen, wo die Gemeinde hinwill, sei der richtige Weg. Man hofft, in einer der nächsten Sitzungen erste Ergebnisse präsentieren zu können.

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