Investoren läuft die Zeit davon

Welvers Politik tut sich bei Solar-Flächen schwer

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Ob auf drei Äckern in der Gemeinde Welver Solar-Flächen – wie hier in Möhnesee-Bücke – entstehen sollen, ist umstritten.

Welver – Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Doch auch nach drei Anläufen im Planungsausschuss herrscht noch immer keine Klarheit, ob auf drei Äckern entlang der Bahnstrecke in Klotingen (2) und Borgeln große Solar-Felder errichtet werden dürfen. Den  Investoren droht nun die Zeit wegzurennen.

Denn das Ende der staatlichen Förderung solcher Sonnenstrom-Kollektoren ist absehbar. „Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, dass sich die politischen Vertreter in Welver mit der Entscheidung für eine Fotovoltaikanlage so schwer tun.“ So hatten vergangene Woche Jutta Mir Haschemi-Röben und Ernst-Dieter Röben geklagt. Die beiden Investoren aus Hamm wollen auf einer Fläche von einem Hektar Solaranlagen auf einem Acker südlich des Erlei an der Bahnlinie bauen. 

Gerade mit diesem Vorhaben, das zeigte die dritte Sitzung des Planungsausschusses in dieser Woche, haben die Politiker in Welver noch die geringsten Schwierigkeiten. Grundsätzlich spreche nichts dagegen, so CDU-Ratsmitglied Wolfgang Daube, „wir können mit Erlei starten.“ 

Anders sieht es aus mit den Flächen Im Klei bei Borgeln und an der Hohen Brücke in Klotingen – diese Äcker seien weniger geeignet. Doch bevor im Detail entschieden werde, „wünschen wir uns erst einmal klare Linien der Verwaltung, was wir wollen“, sagt Peter Holuscha (BG). Fehlt ein solches Konzept, „müsste sich die Politik von Antrag zu Antrag durchangeln“. 

Vielleicht erledigt es sich von selbst...

Ihm pflichtete Klaus-Theo Rohe (SPD) bei. Erst einmal müsse entschieden werden, wie viel Fläche insgesamt in der Gemeinde Welver für Sonnenstrom hergegeben und ausgewiesen werden soll. Die Fläche am Erlei sei „kein Problem“, doch sie dürfe nicht „den Einstieg ins Unendliche“ bedeuten. Andernfalls drohten Zustände, wie Rohe sie bei einer Tour durch Thüringen erlebt habe: „Dort schießen Solarflächen wie andernorts der Weizen aus den Böden.“

Sollten Politik und Verwaltung in Welver freilich nicht bald zu Potte kommen, könnte sich die Solar-Sache womöglich von allein erledigt haben. Bürgermeister Uwe Schumacher berichtete, dass der bundesweite Topf für die Solar-Förderung bereits im kommenden Jahr geleert sein könnte. Ohne solche Zuschüsse und die vertraglich festgelegte Vergütung des Sonnenstroms auf 20 Jahre dürfte bei vielen Investoren die Rechnung wohl nicht mehr aufgehen.

Quelle: Soester Anzeiger

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