Neue Vereinsmitglieder

Bei den Berwicker Schützen bestimmen ab sofort auch Frauen mit

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Aus der Idee, in den Schützenverein einzutreten, wurde schnell Realität: Lisa Drewer (links) zeigt den Aufnahmeantrag, Heike Drewer (Mitte) ein Schützen-Shirt, und Nina Brune das Handyfoto des Treffens, bei dem die zwölf Frauen beschlossen haben, in den Verein einzutreten.

Berwicke – „Wir haben schon immer gerne mit unseren Männern Schützenfest gefeiert, jetzt sitzen wir mit ihnen im selben Boot“, sagt Heike Drewer lachend. Gemeinsam mit Tochter Lisa und Nina Brune ist sie eine der zwölf Frauen, die seit der jüngsten Hauptversammlung offiziell neue Mitglieder des Schützenvereins Berwicke/Stocklarn/Hacheney sind.

Hochmotiviert und mit einem begeisterten Leuchten in den Augen, berichten die drei von ihren ersten Erfahrungen: „Alle Schützen haben uns absolut positiv aufgenommen“, erzählt Nina Brune. Gegenstimmen gab es keine.

Die Motive der „Neuen“ sind dabei so vielschichtig wie die Lebensläufe. Viele sind durch Heirat zum Schützenverein gekommen. „Wenn die Männer ganz vorne mit dabei sind, ist Unterstützung ganz selbstverständlich“, meint Heike Drewer. Ihr Ehemann Heinrich war über viele Jahre Kommandeur des Schützenvereins. Kein Wunder also, dass bei Tochter Lisa die Begeisterung für das Schützenwesen in den Genen liegt. 

Henrike Jürgens hingegen wohnt gar nicht in Berwicke, sondern in Vellinghausen-Eilmsen, ist aber die amtierende Schützenkönigin und mit König Patrick Bußmann liiert. Den Ausschlag für den Beitritt gab eine lebhafte Diskussion im Hause Drewer über diverse Abläufe des Schützenvereins, die in dem Hinweis des Hausherren mündete: „Wenn ihr mitbestimmen wollt, müsst ihr Mitglied werden, Anträge dafür hätten wir hier vorliegen.“ 

Werben um weitere Frauen

Die Idee war geboren, ließ sich aus den Köpfen auch nicht mehr vertreiben und zieht nun ihre Kreise. Spätestens beim Schützenfest wollen die munteren Damen wieder loslegen und weitere Frauen von einer Mitgliedschaft überzeugen. 

Mit zu marschieren, einen eigenen Schützenzug zu gründen, oder den Königinnenschuss zu landen, steht aktuell nicht im Raum. Aber wer weiß, was die Zukunft so bringt. Die Gruppe, deren Altersspanne von 15 bis 55 Jahre reicht, unternimmt auch fernab von Schützenplatz und Festzelt einiges gemeinsam: „Wir treffen uns auch mal zur Weinprobe oder um zum Weihnachtsmarkt zu fahren“, verrät Lisa Drewer. 

Satzungsänderung war Voraussetzung

Überhaupt möglich geworden war die Mitgliedschaft der Frauen nach einer Satzungsänderung im Vorjahr. Denn ohne das Beitrittsrecht für Frauen hätte den Schützen der Verlust der Gemeinnützigkeit gedroht. 

Die Beitragszahlung läuft übrigens ganz unbürokratisch: Bei vielen habe auf dem Aufnahmeformular „Abbuchung beim Ehemann“, „beim Vater“ oder „beim Schwiegervater“ gestanden, erzählte das Trio augenzwinkernd.

Quelle: Soester Anzeiger

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