Salzbach wird gehörig verlängert, das dient der Gewässergüte und der Artenvielfalt

+
Die Baggerarbeiten zur Anlage des neuen Bachbetts sind inzwischen gut voran gekommen. Sind die neuen Bachschlingen fertig, wird der gerade Altverlauf durch Dämme abgeriegelt. Umstürzende Bäume bleiben künftig als Totholz am und im Gewässer liegen.

Illingen – Schnurgerade wie mit dem Lineal gezogen: Diese „kanalartige“ Gestaltung des Salzbachs bei Illingen hat sich in keiner Weise bewährt. Die 1983 erfolgte Begradigung des Baches wird daher wieder rückgängig gemacht, der Salzbach bekommt in Höhe des Salzbachwegs fünf neue Bachschlingen. Seit Mitte November laufen die Arbeiten zur Gestaltung des neuen Bachbetts.

Vorgestellt wurden die Pläne für die Renaturierung des Salzbachs bereits im Sommer 2017. Gezeigt hatte sich nämlich unter anderem, dass die hohe Fließgeschwindigkeit in dem begradigten Bach vielen Tieren nicht zuträglich war. So müssten die Fische gegen die intensive Strömung ankämpfen, erläuterte seinerzeit Landschaftsarchitektin Annette Kühlmann von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Soest. 

Neben den Fischen sollen auch andere Tiere und Pflanzen in dem renaturierten Bachbett bessere Bedingungen finden, so wird der Bach an geeigneten Stellen mit Totholz ausgestattet. Für Vögel kann dies ein interessanter Ansitz sein, im Wasser selbst ergeben sich hinter den Hindernissen Bereiche mit geringer Strömung, was bestimmte Tierarten begünstigt. 

Natur soll sich entfalten

Gemäß den Planungen soll sich die Natur aber auch ohne menschliche Hilfe ihren Platz zurückerobern. Der Salzbach kann sich in den renaturierten Bereichen wieder frei bewegen. Das kann zu Uferabbrüchen auf der einen und Anlandungen auf der anderen Seite führen. Diese gewünschte Entwicklung ist typisch für natürliche Fließgewässer als sehr dynamische Ökosysteme, so der Kreis. 

Entlang der Feuchtstellen an den Bachschlingen dürften beispielsweise Erlen, Weiden oder Ahorn gute Bedingungen finden. Der fragliche Bereich am Salzbach ist zudem schon länger als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Die Arbeiten zur Renaturierung des Salzbachs kommen laut einer aktuellen Meldung des Kreises Soest gut voran. Die fünf neuen Bachschlingen wurden inzwischen mit dem Bagger bis zu ein Meter tief ausgehoben, sodass der künftige Salzbachverlauf schon gut zu erkennen ist. Außerdem hat das Tiefbauunternehmen inzwischen etwa 700 Tonnen Wasserbausteine aus jenen Uferbereichen entfernt, wo der Kreis selbst Eigentümer der angrenzenden Flächen ist. 

Zudem wurden bereits 2.300 Tonnen Bodenaushub von der Baustelle abgefahren. Gerade bei ungünstigen Wetterverhältnissen führe dies zu einer Verschmutzung des Salzbachwegs. Der Weg werde zwar jeden Abend gesäubert, berichtet der Kreis Soest und bittet um Verständnis, dass der Weg nicht nach jeder einzelnen Fahrt gereinigt werden kann.

Einige Fakten

Der Lauf des Salzbachs wird in dem fraglichen Bereich von 368 auf zirka 650 Meter verlängert, der gerade Altverlauf wird abschnittsweise durch Dämme abgeriegelt. Die fünf Bachschlingen werden zusätzlich eingefasst von extensivem Grünland. 

Gefördert wird die Maßnahme durch das Landesprogramm „Lebendige Gewässer“, mit dem die Güte der Gewässer und ihr ökologischer Zustand verbessert werden sollen.

Quelle: Soester Anzeiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare