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„Die Kinder sind inzwischen richtig genervt“

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Von: Dirk Wilms

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Sie hätte sich gewiss einen angenehmeren Zeitpunkt ausgesucht, um in ihren neuen Job zu starten. Doch vielleicht ist ja gerade die Herausforderung in Corona-Zeiten ganz besonders ambitioniert. Wer hätte im Spätherbst 2019 schon geahnt, dass das Berufsleben ein Vierteljahr später so von der Pandemie geprägt werden würde. Seither meistert Sabina Diemel ihre Aufgabe als Schulsozialarbeiterin an den beiden Grundschulen in der Gemeinde Welver.

Welver - „Die Kinder sind inzwischen richtig genervt, sie haben keinen Bock mehr auf dieses Hin und Her mit Maske auf und ab. Die Unsicherheit durch die Pandemie belastet die Kinder ganz enorm, ebenso die Ängste, vielleicht Oma und Opa anstecken zu können“, sagt Diemel.

„Ihnen fehlen auch die sozialen Kontakte beim Training mit der Fußballmannschaft oder mit der Tanzgarde“, bedauert Sabina Diemel, dass die Mädchen und Jungen in ihrer Freizeit so eingeschränkt sind. „Klar, klappt das mit den Testungen, da hat sich eine Routine eingespielt. Doch es fehlt die Abwechslung.“ Schulfahrten und viele andere Veranstaltungen fehlen. Umso wichtiger sei es für sie, ihre Aufgabe als Vertrauensperson zu interpretieren, die für alle Kinder da ist, behält angesichts der Schweigepflicht die Angelegenheit auch für sich. „Ich möchte ein verlässlicher Ansprechpartner sein, für die Lauten und für die Stillen.“ Ihre Türen stehen in beiden Schulen stets offen für alle Schüler mit ihren Sorgen. Sie begreift sich also ausdrücklich nicht als diejenige Kraft, die sich um diejenigen kümmert, mit denen die Lehrer nicht mehr fertig werden.

Sabina Diemel arbeitet als Schulsozialarbeiterin in Welver und Borgeln.
Sabina Diemel arbeitet als Schulsozialarbeiterin in Welver und Borgeln. © Dirk Wilms

Gleichwohl: „Natürlich mache ich auch individuelles Training für die Haudegen, die ansonsten in einen Negativ-Kreislauf geraten könnten“, erzählt sie. Die Anliegen der Sorgenkinder sind ihr natürlich auch nicht fern. Aber im Prinzip legt sie Wert darauf, in Zusammenarbeit mit den Kollegien an der Bernhard-Honkamp-Schule und an der Grundschule Borgeln mit ihrer Arbeit für alle Mädchen und Jungen etwas leisten zu können.

„Ich bin da, um euch zu helfen“, lautet Diemels Devise, die sie auch im Ausschuss für Ehrenamt, Kultur, Bildung, Sport, Soziales und Generation vorstellte. Die gebürtige Soesterin erläuterte hier ihren Werdegang, wonach sie ein Studium zur Diplom-Sozialpädagogin absolviert hat. Nach ersten beruflichen Erfahrungen in Unna sah sie im Sommer 2019 die Anzeige der Gemeinde Welver, hat sich beworben und den Zuschlag bekommen.

Sabina Diemel sieht ihre Aufgaben in Einzelfallhilfe, Arbeit mit Gruppen und Klassen, Prävention, Zusammenarbeit mit den Kollegien, Kooperation mit anderen Stellen wie dem Jugendamt, aber auch Netzwerk- und Verwaltungsarbeit. „Das ist ein sehr vielfältiges Arbeitsfeld, da kann ich kreativ sein und bin fachlich gefragt. Jeder Tag ist anders“, skizziert sie ihre Tätigkeit. Sie ist montags und freitags im Raum Kunterbunt in Borgeln anzutreffen, hat dort Elternsprechzeiten montags von 7.30 und 8 Uhr sowie freitags von 12 bis 12.30 Uhr. Kindersprechzeiten sind von 9.45 bis 10.15 Uhr.

In Welver ist sie von Dienstag bis Donnerstag im Einsatz. Dort sind Elternsprechzeiten im Büro Kunterbunt mittwochs von 7.30 bis 8 Uhr und donnerstags von 13.30 bis 14 Uhr. Kindersprechzeiten sind an allen drei Tagen von 11.30 bis 11.45 Uhr.

Sabina Diemel leitet eine Streitschlichter-AG in Welver, wird ab dem 29. Januar eine Weiterbildung zur Deeskalationstrainerin absolvieren. Sehr am Herzen liegt ihr auch das Mensch-Hund-Team, das sie in Welver mit Willow speziell donnerstags formt..

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