Grüne wollen keinen Schotter

Resolution: Gärten und Vorgärten in Welver sollen ökologisch gestaltet werden

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Welver – „Was geht mich das Insektensterben an? – Was habe ich schon von der biologischen Vielfalt in unserer Umwelt?“ – Nicht jeder Bürger hierzulande interessiert sich für die Natur, obwohl sie letztlich jeden angeht. Denn die Folgen des Artensterbens sind schwerwiegend, weil gerade auch die Insekten wichtige Funktionen im Kreislauf des Lebens wahrnehmen.

Eine sichtbare Erscheinung in den Neubausiedlungen scheint zu beweisen, dass sich viele Häuslebauer, aber auch gerade Gärtner wenig Gedanken um die Natur machen, denn sie haben Vorgärten oder Gärten, die der Natur geradezu feindlich gegenüber stehen, weil man unbedingt modern sein möchte oder aber den Wuchs von Unkraut verhindern will. 

Schottergärten nicht mehr zulassen

Die Grünen um Ratsfrau Cornelia Plassmann und Ratsherrn Hubert Lutter wollen der Unsitte der so genannten „Schottergärten“ jetzt entgegentreten. Sie beantragen eine Änderung der Bauordnung in der Gemeinde Welver. In allen neuerschlossenen Baugebieten soll zukünftig geregelt sein, dass Vorgärten, die nicht als Stellplatz oder Zufahrt genutzt werden, ökologisch gestaltet werden müssen. Resolution verfasst 

Resolution verfasst

Weiterhin soll auf Antrag der Grünen vom Welveraner Rat folgende Resolution verabschiedet werden: „Die Gemeinde Welver legt Wert auf ökologisch vielfältig gestaltete Vorgärten und Gärten, daher sollen sie vogel-, bienen- und insektenfreundlich angelegt sein, um die weitere Abnahme der Artenvielfalt aufzuhalten und einen Beitrag zur Verbesserung des Binnenklimas zu leisten.“ In der Begründung zu dem Antrag heißt es: Von zahlreichen Bürgern werden immer wieder die Schottervorgärten moniert, die als besonders pflegeleicht und modern deklariert werden. Laut Grüne sprechen aber einige Argumente gegen die Schottergärten. 

Verlust der Bodenfruchtbarkeit

Beim Anlegen eines solchen Gartens werde zumeist nach Abtragen der Humusschicht eine für Pflanzen und Tiere zunächst undurchdringliche Folie verlegt, auf der eine dicke Schicht Schotter oder Kies verteilt wird. Abgesehen von der biologischen Ödnis und dem Verlust der Bodenfruchtbarkeit würden so ohne Notwendigkeit weitere Flächen versiegelt und stehen nicht mehr zum Versickern von Regenwasser zur Verfügung. Schottergärten böten weder Vögeln, noch Insekten und auch nicht heimischen Pflanzen Raum und Nahrung. Lediglich vielfältig angelegte Vorgärten stellten einen nützlichen Lebensraum dar. 

Nur kurzzeitig pflegeleicht

Die Grünen ergänzen, dass die Schottergärten auch nur scheinbar pflegeleicht sind, denn schon nach kurzer Zeit wüchsen unerwünschte Wildkräuter, und Laub und Samen setzten sich zwischen die Steine, so dass die Flächen verkrauten. Robuste Pflanzen wüchsen später durch die Folie hindurch – dann helfe nur noch der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln. Weiterer Nachteil der Schottergärten ist laut Grünen-Fraktion, dass sie sich schnell erwärmen und die Wärme dann auch wieder abgeben. 

Wärme wird gespeichert

Das trage zur Klimaveränderung bei, denn Kaltluftschneisen entfielen durch die Versiegelung. – Und die versiegelten Flächen nehmen kein Regenwasser auf. Die Grünen abschließend: „Inzwischen sind einige Städte und Gemeinden auf dem Weg, Schottergarten-Verbote für Neubaugebiete auszusprechen. Dem sollte sich die Gemeinde Welver anschließen.“ Laut Kämmerer Camillo Garzen könnte der Rat der Gemeinde in den Bebauungsplänen festlegen, welche Gestaltungsformen für Gärten und Vorgärten zulässig sind und damit zum Beispiel folienunterlegte Schottergärten zukünftig verhindern. Am kommenden Mittwoch, 15. Mai, berät erstmals der Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Planung, Naturschutz und Umwelt über den Antrag.

Quelle: Soester Anzeiger

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