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Reh verirrt sich in Swimming-Pool auf der Liethe

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Von: Dirk Wilms

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Ein Reh hatte sich im Pool der Familie Sundermann auf der Liethe verirrt.
Ein Reh hatte sich im Pool der Familie Sundermann auf der Liethe verirrt. © Sundermann

Mäuse verirren sich recht häufig im kühlen Nass der Familie Sundermann. Ihr letztes Stündlein hat dann meist geschlagen. Auch der ein oder andere Igel suchte schon in dem Swimmingpool auf der Lie-the Abkühlung; fast alle der stacheligen Gesellen aber wurden gerettet. 

Welver - Was Kerstin und Andreas Sundermann jetzt aber widerfuhr, war absolut einzigartig. Als sie von einem Besuch in der Nachbarschaft nach Hause kamen, bemerkten sie Bewegung im Swimming-Pool. „Wir konnten es im Halbdunkel nicht erkennen, meine Frau dachte zunächst an einen großen Vogel“, erzählt der Welveraner. Auch war es keiner der drei Söhne Niklas, Nils oder Lars, der sich zu später Stunde im Wasser tummelte. Bei näherem Hinsehen stellte sich vielmehr heraus, dass ein Reh seine Runden in dem Schwimmbecken drehte.

Das Tier hatte wohl großen Durst, war offenbar zum Trinken an den Pool gekommen. „Hinter unserem Haus ist ein Biotop, wo die Tiere normalerweise ihren Durst stillen. Es ist aber trocken gefallen“, verweist Andreas Sundermann auf den großen Wassermangel auch in der Niederbörde. Also näherte sich das Reh, dessen Artgenossen in der Umgebung am Ortsrand von Welver häufig anzutreffen sind, dem Pool und stürzte hinein.

Aus dieser Lage konnte es sich nicht selber befreien, versuchte immer wieder mit den Vorderläufen über den Beckenrand zu gelangen, doch vergeblich „Wir haben versucht, das Tier zu beruhigen und haben sogleich den Notruf der Feuerwehr gewählt“, erklärt Andreas Sundermann. „Die Kameraden von der Leitstelle hatten gleich ein paar Tipps parat und die haben mein Nachbar und ich gleich umgesetzt.“

Mit einem Kescher lenkte er das Reh auf eine Poolseite, sein Nachbar befestigte hier ein Seil um die Vorderhufe des Tieres. Sanft wurden die Beine über den Poolrand gehoben, sodass sich das Reh schließlich ganz von allein wieder ins Trockene begeben konnte. „Es hat zunächst einmal ganz pikiert geschaut und ist dann wieder in den Wald verschwunden“, so Sundermann nach der Rettungsaktion und der Beseitigung der Hinterlassenschaften des Gastes im Schwimmbecken.

Bleibt den Welveranern nur zu hoffen, dass es alsbald wieder genügend Regen gibt, damit sich die natürlichen Wasserstellen in Feld und Flur wieder mit ausreichend feuchtem Nass füllen. Sonst könnte sich vielleicht wieder ein ungebetener Gast in den Swimmingpool auf der Liethe verirren.

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