Radwegebau: Einwohner aus Dinker drängt, Gemeinde will erst fertiges Konzept abwarten

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Die Fahrstrecke von Dinker nach Welver verläuft kurvenreich und zumeist über schmale Straßen, Radfahrer fühlen sich nicht gerade sicher.

Welver – Auf den ersten Blicks sieht es ganz idyllisch aus: Die schmale Straße wird hier und da von mächtigen Bäumen eingefasst und schlängelt sich gemütlich von Dinker nach Welver. Aus der Perspektive eines Radfahrers ist die Verbindung jedoch problematisch. Die Straße so schmal, dass Autos und Lastwagen sich aneinander vorbei quetschen müssen, die Straßenränder bröckelig, der Übergang zum Grün mit tiefen Löchern versehen, das bedeutet Sturzgefahr.

Aus Sicht von Dieter Schulze aus Dinker ist auf dem Abschnitt entlang Schwannemühle/Buchenstraße dringend die Einrichtung eines Radwegs geboten, viele Einwohner aus Dinker – Pendler ebenso wie Schüler oder Auszubildende – könnten dann die wenigen Kilometer bis zum Bahnhof in Welver mit dem Rad zurücklegen. Schulze, Leiter eines Berufskollegs in Unna, wäre jedenfalls entschlossen, das Auto stehen zu lassen, wenn die Fahrt mit dem Rad sicher wäre. 

Seinen Einsatz inklusive eines Bürgerantrags mitsamt Unterschriftenliste für den Bau des Radweges sieht Schulze jedoch in den Mühlen der Verwaltungen versanden. Anfang Oktober habe er seinem Anliegen mit einem Brief an Verkehrsminister Hendrik Wüst neuen Nachdruck verleihen wollen, parallel informierte er auch die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat, doch eine Antwort habe er bisher nicht erhalten. 

Ebenso habe die Gemeinde ihm den letzten Eingang von Unterschriften zum Bürgerbegehren nicht bestätigt. Dabei sei die Gelegenheit zur Verwirklichung eines Radweges derzeit sogar günstig, so verweis Schulze darauf, dass das Bundesverkehrsministerium 1,45 Milliarden Euro für den Bau neuer Radwege zur Verfügung stellen will, um die angestrebten Klimaziele zu erreichen. 

Bürgerantrag angekommen

Da sich der Radweg an Abschnitten der Landesstraßen 747 und 667 hinziehen würde, ist der Landesbetrieb Straßen NRW, Niederlassung Meschede, zuständig. Dort ist der Antrag für den Bürgerradweg auch ankommen, berichtet Pressesprecher Oscar Santos. Im Gegensatz zum Radweg Pferdekamp, der zeitnah umgesetzt werden soll, gebe es für die Trasse Dinker-Welver keine Priorisierung. Für diese Aufgabe spielte Santos den Ball nach Welver zurück. 

Was die Erstellung dieser Prioritätenliste angeht, führte Bauamtsleiter und Pressesprecher Detlev Westphal an, dass zunächst das beauftragte Radwegekonzept abzuwarten sei. Im Gegensatz zum Pferdekamp handle es sich bei der Trasse Dinker-Welver um einen wesentlich längeren Abschnitt, zudem müssten mit Ahse und Lake zwei durchaus größere Gewässer durch den Bau von Brücken überquert werden.

Von der Bausumme und dem Bauaufwand her weise der Radweg Dinker-Welver eine ganz andere Dimension auf als derjenige am Pferdekamp. Ob dieser Radweg daher als Bürgerradweg, also unter Mitarbeit der Bürger, umgesetzt werden kann, erscheine doch fraglich. Generell, so Westphal, gelte es das Radwegekonzept und die entsprechende Priorisierung abzuwarten. Neben Dinker gebe es außerdem ja noch weitere Ortsteile, die für eine Radweg-Anbindung in Frage kämen.

Wie funktionieren Bürgerradwege

Das NRW-Verkehrsministerium hat das Modellprojekt Bürgerradwege 2005 initiiert und seither etwa 27 Millionen Euro investiert. Ziel ist es, Radwege auch dann zu verwirklichen, wenn dies auf herkömmlichem Weg kurzfristig nicht möglich erscheint. Bei der Umsetzung sind lokale Bauunternehmen in Kooperation mit den beteiligten Kreisen und Kommunen gefragt. 

Von besonderer Bedeutung sind aber auch engagierte Bürger vor Ort, indem sie zum Beispiel einen Lückenschluss im Radwegenetz anregen, gegebenenfalls die erforderlichen Grundstücke zur Verfügung stellen und die mit anpacken, wenn ein Radweg schließlich realisiert werden soll. Zum Beispiel dann, wenn Boden abgetragen oder eine Schottertragschicht eingebaut werden muss. Quelle: strassen.nrw.de, Stichwort Bürgerradweg.

Quelle: Soester Anzeiger

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