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Situation eskaliert nach vermeintlichem Betrugsversuch, Zeuge will Schusswaffe gesehen haben

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Von: Thomas Müller

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Polizeieinsatz in Welver vor Provinzial Bielefeld
Polizeieinsatz in Welver vor Provinzial Bielefeld © Josef Holthoff

[Update 5. Feburar, 17.30 Uhr] Was für eine Räuberpistole mitten in Welver. Erst soll ein vermeintlicher Betrüger versucht haben, einen Container abzustauben. Dann rücken seine „Freunde“ an - die Polizei stoppt sie filmreif mitten in Welver.

Welver - Freitagvormittag in Welvers Zentralort. Plötzlich Sirenen. Blaulicht. Drei Streifenwagen der Polizei fahren vor.

Vollbremsung unmittelbar vor der Versicherungsagentur von Markus Bielefeld. Augenzeugen berichten schnell: Ein Mann soll aus einem weißen Sportwagen geholt worden sein. Die Handschellen klickten.

Mann will Container für „Corona-Testzentrum“ mieten

Das war zuvor geschehen: Am Vormittag sei ein vermeintlicher Betrüger im Scheidinger Gewerbegebiet „Am Bierbäumchen“ verhaftet worden, berichten Zeugen. Er habe unter Angabe falscher Tatsachen einen Container mieten wollen mit dem Ziel, ein „Corona-Testzentrum im Hammer Westen“ damit aufbauen zu wollen.

Die Vermieter trauten dem Mann aber nicht, versuchten ihn vor Geschäftsabschluss zu überprüfen. Die Recherche ergab: „Der Mann ist ein Betrüger und hat schon viel Ärger angerichtet“, so ein Zeuge. Dem habe der Betrieb natürlich nicht den Container im Wert von 6800 Euro überlassen wollen. Nach eigenen Aussagen schaltete der Betrieb die Polizei ein und erstattete eine Strafanzeige.

Die Polizei kam, nahm den vermeintlichen „Betrüger“ mit auf die Wache, um seine Identität zu klären. Der kam aus freien Stücken mit. [In einer früheren Version des Artikels stand, dass der Mann verhaftet worden sei. Das ist nicht so.]

Ein Zeuge berichtet, im Kofferraum habe der Mann eine „große Anzahl an FFP2-Masken“ mit sich herumgefahren.

Vermeintlicher Betrüger verhaftet, dann rücken dessen „Freunde an“

Damit nahm die Geschichte zusätzliche Fahrt auf: Am späten Vormittag tauchten die „Freunde“ des am Morgen kontrollierten Mannes auf, fuhren mit schicken Sportwagen vor und versuchten, die Gelegenheit zu klären. Und das ganze, wie ein Zeuge sagt „unter Androhung von Gewalt. Ich habe etwas Silbernes gesehen“, berichtet ein Zeuge, der daraufhin – wegen des Vorfalls am Morgen war er ohnehin schon auf der Hut – die Polizei erneut rief.

Irreführender Griff in den Bereich des vorderen Hosenbundes

Daraufhin sei die Polizei ausgerückt, meldet die in ihrer Stellungnahme: „Die Polizei rückte daraufhin mit starken Kräften aus, kontrollierte die beiden Fahrzeuge mit dem Ergebnis, dass der Zeuge die Situation offensichtlich falsch eingeschätzt hatte und doch keine Waffe im Spiel war.“ Der Zeuge habe den „Griff in den Bereich des vorderen Hosenbundes“ einer im Wagen sitzenden Person falsch gedeutet. Außerdem handelte es sich nicht um den Mann, der bereits am Vormittag kontrolliert wurde.

Polizeieinsatz mitten in der City

Die Polizei nahm die Verfolgung auf. Vollbremsung und Kontrolle geschahen innerhalb weniger Augenblicke nah des Kreisverkehrs, also unmittelbar an Bahnhof, Marktplatz und Rathaus. Eine Waffe fand sie übrigens nicht, ebensowenig wurde einer der Kontrollierten verhaftet.

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