Welveraner sollen beim Klima-Paket mitreden

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Blühstreifen mit Wildblumen bieten Lebensräume für Insekten. Zu einem möglichen Klimaschutzpaket gehört aber weit mehr. Viele Maßnahmen könnten direkt in das Leben der Bürger eingreifen.

Welver – Exakt 5,94 Tonnen Kohlendioxid produziert jeder Welveraner durchschnittlich pro Jahr. Damit ist er im Vergleich zum Bürger in Soest (7,24 Tonnen) immer noch ganz gut unterwegs. Dennoch wollen Rat und Verwaltung jetzt gemeinsam mit den Einwohnern erhebliche Klimaschutz-Maßnahmen ergreifen.

Ganz wichtig: Die Bürger sollen bei dem Vorhaben eng eingebunden werden. Schließlich, so Kay Phlipper (Welver 21), bringe ein umfassendes Klimapaket „erhebliche Umwälzungen in der Gemeinde mit sich“. Am Mittwoch beauftragte der Hauptausschuss die Verwaltung einen Rahmen für ein mögliches Konzept zu erstellen und diesen dann zu Beginn des kommenden Jahres dem Planungsausschuss vorzulegen. Am Ende sollen Arbeitsgruppen/Arbeitskreise unter Beteiligung der Bürger gebildet werden. Die – da sind sich alle einig – werden von möglichen Klimaschutzmaßnahmen nämlich ganz konkret betroffen, zum Beispiel, wenn es um Änderungen bei den Bauvorschriften oder die Förderung umweltfreundlichen Verkehrs geht.

 Dass es Zeit wird, auch vor Ort etwas zu tun, ist unstrittig. „Wer mit offenen Augen durch den Staatsforst geht, sieht, wie viele Veränderungen es dort gegeben hat“, so Klaus-Theo Rohe (SPD). Cornelia Plaßmann (Grüne), deren Fraktion das Klima-Thema auf die Tagesordnung gebracht hat, ist überzeugt: „Wir müssen jetzt das Richtige tun. Da ist auch die Politik gefragt.“ Klar ist aber auch: Klimaschutz kostet Geld. Deshalb weist Kämmerer Camillo Garzen dezent darauf hin, dass im Haushaltsentwurf für 2020 gerade mal 60000 Euro noch frei verfügbar sind. „Wenn an der Stelle etwas geändert werden soll, muss das sofort in die Beratungen einfließen“, so Garzen – alles unter dem Vorbehalt, dass Welver sich als Haushaltssicherungskommune nicht alles leisten kann, was wünschenswert ist. Denn auch öffentliche Bauten – es stehen mehrere Feuerwehrgerätehäuser auf dem Plan – müssten die selbst auferlegten Klima-Vorgaben erfüllen.

 Immerhin: Die Verwaltung hat in den vergangenen Jahren schon einige Anstrengungen unternommen. „Deshalb soll nicht der Eindruck entstehen, dass gar nichts getan wurde“, so Tim-Fabian Römer. Gleichzeitig räumte er ein: „Das ist trotzdem zu wenig.“ Hilfe bei der Umsetzung darf die Gemeinde vom Kreis Soest erwarten. Der Klimaschutzbeauftragte Frank Hockelmann sicherte bereits zu, beratend zur Seite zu stehen und Fördermöglichkeiten auszuloten. Zurück zu den Welveranern: Die erzeugen am meisten Kohlendioxid durch Heizen und Autofahren. „Typisch für eine Flächengemeinde ohne größeres Gewerbe- oder Industrieaufkommen“, so Hockelmann.

Quelle: Soester Anzeiger

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