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Plädoyer für die Schule am Finkenweg

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Von: Dirk Wilms

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Auch um die Zukunft der Feuerwehr in Welver geht es im Hauptausschuss. Abzuwarten bleibt, ob schon ein neuer Standort für das Gerätehaus präsentiert wird.
Auch um die Zukunft der Feuerwehr in Welver geht es im Hauptausschuss. Abzuwarten bleibt, ob schon ein neuer Standort für das Gerätehaus präsentiert wird. © Dirk Wilms

Am Donnerstag, 2. Juni, um 17 Uhr tagt der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Welver im Ratssaal. Dabei werden Weichenstellungen für große Projekte wie die Grundschule und die Flüchtlingsunterkunft zu erwarten sein.

Welver - „Wir müssen jetzt Gas geben!“ Kay Philipper ist fest davon überzeugt, dass der Umzug der Feuerwehr an einen neuen Standort im Zentralort und danach die Erweiterung der Offenen Ganztagsschule (OGS) anstelle des jetzigen Gerätehauses schnell genug gelingen kann. „Wir müssen die Flächennutzungsplanänderung und die Aufstellung eines Bebauungsplans zeitgleich realisieren.“

So positioniert sich der Sprecher von Welver 21 im Vorfeld der Zusammenkunft der Politik am Donnerstag im Ratssaal. Er schlägt damit in die gleiche Kerbe wie SPD-Fraktionschef Udo Stehling. Philipper hält nichts von der Positionierung der CDU, die die OGS samt Grundschule an die ehemalige Hauptschule an der Wolter-von-Plettenberg-Straße verlagern und die Feuerwehr am Finkenweg belassen will.

Auch Cornelia Plassmann von den Grünen steht zum Beschlussvorschlag der Verwaltung, der eine Sanierung der Grundschule am Finkenweg, eine Verlängerung der Übergangslösung für die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Hauptschule und eine Erweiterung der OGS auf dem Areal des jetzigen Feuerwehrgerätehauses vorsieht. „Es wird nicht möglich sein, die ehemalige Hauptschule lediglich zu renovieren und dann mit einer Grundschule dort einzuziehen“, erteilt sie der CDU eine Abfuhr.

Vielmehr betont sie, dass die Zustimmung der CDU zur vorübergehenden weiteren Nutzung der Hauptschule als Flüchtlingsunterkunft in den vorherigen Ausschusssitzungen anderes habe vermuten lassen. „Wir finden es bedauerlich, dass der Zeitpunkt, um intensiv zu diskutieren und zu beraten, von der CDU so kurz gewählt worden ist.“

Plassmann stellt klar, dass sie es für zwingend geboten halte, alle Vorschläge in Ruhe zu diskutieren und mit einer möglichst gemeinsam getragenen Entscheidung eine gute Lösung für den Zentralort zu finden. Zur CDU-Position fragt sie, wo die geflüchteten Menschen bleiben sollen, wenn die Hauptschule zur Grundschule umgebaut werden soll. Auch stellt sie die Frage, ob es sinnvoll sei, die Feuerwehr innerhalb des Wohngebietes zu belassen und zu erweitern vor dem Hintergrund der Umgestaltung der Straße „Am Markt“.

Kay Philipper von Welver 21 betont im Zusammenhang mit der Flüchtlingsunterkunft, dass die ehemalige Hauptschule als zentrale Anlaufstelle für maximal 150 Personen ertüchtigt werden solle. Wenn der Status der Geflüchteten klar sei, könne eine dezentrale Unterbringung angestrebt werden. Das funktioniere vielfach schon gut, da viele Ukrainer privat untergebracht worden seien.

Zur möglichen Verlagerung des Lehrschwimmbeckens ins Sportzentrum betont Philipper: „Natürlich ist es ein schöner Luxus, wenn das Lehrschwimmbecken direkt an der Schule ist. Doch dazu haben die Kinder ja selber Stellung genommen.“ Außerdem sei es ein Hallenbad für die gesamte Bevölkerung. Zur Mehrzweckhalle meint der Scheidinger, dass das Thema neu diskutiert werden müsste, wenn die Schützen die Halle nicht benötigen würden. Andererseits sei gerade in der Corona-Zeit festgestellt worden, dass eine solche Versammlungsstätte, vielleicht in kleinerer Form, durchaus gebraucht wurde.

Monika Korn macht klar, dass auch die FDP zum Beschlussvorschlag steht, den die Verwaltung in die Vorlage für die HFA-Sitzung am Donnerstag geschrieben hat. „Wir sind für die Ertüchtigung der Hauptschule als Flüchtlingsunterkunft, für eine Sanierung der Grundschule am jetzigen Standort, für einen Neubau der Feuerwehr an anderer Stelle, nur nicht am Kapellenplack, für die Erweiterung der OGS anstelle des Feuerwehrgerätehauses und für einen Neubau des Lehrschwimmbeckens zusammen mit einer neuen Mehrzweckhalle im Sportzentrum“, bezieht sie klar Stellung.

Zu den Vorstellungen der CDU sagt sie: „Konzeptlos, planlos und nicht durchdacht! Vor 14 Tagen hat die CDU in den Ausschüssen noch mitgestimmt. Jetzt stellt sie Eigeninteressen in den Mittelpunkt. Das führt zu Politikverdrossenheit.“ Abgesehen davon habe die Union zu den Kosten geschwiegen. „Das müsste ja auch alles bezahlt werden.“

BG unterstützt Position der CDU

Die BG-Fraktion im Welveraner Gemeinderat teilt die Positionen der CDU, die die Unionsfraktion in der vergangenen Woche vorgestellt hatte. Im Vorfeld der HFA-Sitzung am Donnerstag betonte Fraktionschef Tim-Fabian Römer seine grundsätzliche Unterstützung für deren Vorschläge. So befürwortet die Bürgergemeinschaft einen Wechsel der Grundschule in die ehemalige Hauptschule. Hier könne der Umbau erfolgen, ohne den laufenden Schulbetrieb zu beeinträchtigen, was im Falle einer Sanierung am jetzigen Standort der Fall wäre.

Auch betont Römer, dass Lehrschwimmbecken und Grundschule zusammengehören würden, also in einem Komplex mit der OGS in Meyerich entstehen solle, deren Erweiterung am jetzigen Standort Flickschusterei sei. Von einem Neubau des Hallenbads am Sportzentrum in einem Komplex mit einer Mehrzweckhalle hält er nichts, zumal er den Bedarf einer neuen Halle nicht mehr sieht.

Römer bedauert, dass zum Thema Feuerwehr im Vorfeld der HFA-Sitzung keine Unterlagen zu einem alternativen Standort vorlägen: „Das hätten wir gern in der Fraktion beraten.“ Schon bei den Ausschusssitzungen vor zwei Wochen seien die Vorschläge zur Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Hauptschule ein „sehr spontanes Ding“ gewesen, das nicht durchdacht gewesen sei.

Insgesamt stellt Römer die Frage, wie die hohen Investitionen für all die Vorhaben im Zentralort überhaupt finanziell gestemmt werden sollen: „Das ist nicht geklärt!“

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