Vorzeichen sind denkbar schlecht

Petition ist die letzte Chance gegen den Kanalbau

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Welver – So ganz hat Peter Riechert die Hoffnung nicht aufgegeben, zumindest noch einzelne Bereiche in Klotingen, Berwicke, Stocklarn und Einecke vom Kanalbau zu befreien.

Doch die Vorzeichen sind denkbar schlecht. Die Kanalisierung hat die Bezirksregierung längst durch alle Instanzen durchgesetzt, Planungen für die Bauarbeiten sind angelaufen. Dennoch liegt seit dem 4. Juli 2018 eine Petition Riecherts im Düsseldorfer Landtag auch dem Tisch. 

Eine Entscheidung ist noch lange nicht in Sicht. Einen schriftlichen Zwischenbescheid hat der Klotinger immerhin am 6. November 2018 erhalten. Kernaussage: „Ohne vollständige Klärung des zugrunde liegenden Sachverhalts“ könne die Petition nicht abschließend behandelt werden. 

Welveraner Politik sieht keine Möglichkeit, Thema nochmal aufzurollen

Riechert: „Wir werden um Geduld gebeten. So bald wie möglich sollen wir weiteren Bescheid erhalten. Nach meiner Einschätzung ist diese Petition wohl die letzte Möglichkeit, diesen ganzen Wahnsinn doch noch zu stoppen. Ich bin gespannt.“ Angesichts des schwebenden Verfahrens in Düsseldorf sieht auch die Welveraner Politik derzeit keine Möglichkeit, das Thema noch einmal aufzurollen. 

Während Klaus-Theo Rohe (SPD) empfiehlt, die Entscheidung des Petitionsausschusses abzuwarten, geht Wolfgang Daube (CDU) davon aus, dass der Abwasserverein sein gewünschtes Ziel wohl nicht erreichen werde. Vor der Petition hat Riechert im Frühjahr 2018 bereits einen ersten Vorstoß im Welveraner Rathaus gemacht. 

Seine Idee: Wenn im Innenbereich Kleinkläranlagen unzulässig sind, im Außenbereich aber sehr wohl betrieben werden können – warum deklariert man dann nicht einfach die betreffenden Ortsteile zum Außenbereich oder passt zumindest die Satzungen so an, dass individuelle Kleinklärlösungen möglich bleiben? 

Gemeinde könnte ganz vorne mit dabei sein

Den entsprechenden Bürgerantrag hat der Hauptausschuss in den Planungsausschuss verwiesen, der wiederum hat das Thema inzwischen dreimal vertagt. Zuletzt mit dem Verweis auf die ausstehende Düsseldorfer Entscheidung. Riechert betont, die Gemeinde Welver sei eine Flächengemeinde und werde es „voraussichtlich auch für alle Zeit bleiben“. 

Daher werde es selbst bei einer Kanalisierung der vier Ortsteile noch andere Bereiche mit Kleinklärlösungen geben. Zum Beispiel in Recklingsen, Nateln oder Blumroth. Durch die hochmodernen Anlagen in Berwicke, Einecke, Klotingen und Stocklarn könne die Gemeinde ganz vorne mit dabei sein, wenn es um Kompetenz auf diesen Gebiet gehe. „Es sind beste Voraussetzungen für einen Ausbau dieser Kompetenz und dieses Alleinstellungsmerkmals, mit dem natürlich auch geworben werden kann“, so Riechert. 

Seiner Ansicht nach hat der flächendeckende Kanalbau in den vier Ortsteilen überdies eine „unverantwortliche Kapitalvernichtung größten Ausmaßes“ zur Folge. Etwa 2,5 Millionen Euro werden nach Riecherts Berechnungen vernichtet, wenn alle intakten Kleinkläranlagen in den vier Ortsteilen stillgelegt würden. Schon vor Jahrzehnten hatte sich der eigens gegründete Abwasserverein das Ziel gesetzt, die vier Dörfer komplett über Kleinkläranlagen dauerhaft zu entwässern. Letztlich erfolglos.

Quelle: Soester Anzeiger

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