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Parkdeck am Ostbusch denkbar

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Von: Dirk Wilms

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Der Parkplatz am Ostbusch platzt zu Stoßzeiten schon aus allen Nähten.
Der Parkplatz am Ostbusch platzt zu Stoßzeiten schon aus allen Nähten; nicht immer ist so viel Platz wie hier an einem Samstag. © Dirk Wilms

Es ist bisweilen recht eng auf dem Parkplatz am Ostbusch. Nicht selten suchen Autofahrer Abstellmöglichkeiten für ihre fahrbaren Untersätze direkt am Straßenrand, rangieren auf dem Grünstreifen zwischen der Fahrbahn der hier beginnenden K17 und den 70 vorhandenen Parkplätzen direkt südlich vom Bahndamm. In ein paar Jahren könnte es noch enger werden, wenn der Bahnhaltepunkt ausgebaut worden ist und dadurch voraussichtlich einige der aktuellen Stellplätze entfallen.

Welver - Das ist einer der Gründe, die die Fraktion von Welver 21 dazu veranlasst haben, im Ausschuss für Gemeindentwicklung, Planung, Natur und Klimaschutz einen Antrag zu stellen, eine Parkraumbedarfsstudie zu erstellen. Sollten es die dabei ermittelten Zahlen hergeben, ist der Bau eines Parkdecks am Ostbusch dem Antrag zufolge eine denkbare Lösung.

Kay Phillipper, Fraktionsvorsitzender von Welver 21, machte im Rahmen seiner Erläuterungen deutlich, dass er schon vor zwei Jahren darauf hingewiesen habe, dass das Thema Parkplätze bei der Umgestaltung des Ortskerns von Welver ins Visier genommen werden müsste. Das sei bislang noch nicht geschehen. „Wir erleben ja jetzt schon, dass am Ostbusch oft zu wenig Platz ist, die Folge ist wildes Parken“, weist er auf die aktuellen Missstände hin.

Zudem solle es Ziel der Planungen sein, die Wohnstraßen rund um den Bahnhof zu entlasten. So sollten Bahnpendler nur noch südlich des Bahndamms parken. Zudem empfiehlt seine Fraktion, den überörtlichen Busverkehr an dieser Stelle zu konzentrieren, dessen Nutzer auch durch den künftigen Bahntunnel an den Ortskern angebunden werden können.

Daher unterbreitete er den Vorschlag, 20 000 Euro in den kommenden Haushalt einzustellen, um den Parkraumbedarf im Zentralort und im unmittelbaren Bahnhofsumfeld zu ermitteln. Auch müssten alle weiteren Planungen im Rahmen der Ortskern-Umgestaltung und der Bebauung des Raiffeisengeländes in ein Verkehrsleitkonzept eingepasst werden.

Ergebe die Studie einen erhöhten Bedarf an Parkplätzen, könnte laut Phillipper ein Parkdeck am Ostbusch eine Lösung sein. Dabei verwies er auf die Vorteile, würde doch beim Schaffen ebenerdiger Parkplätze weit mehr Fläche versiegelt als beim Bau eines Parkdecks. Ihm zufolge hat eine Beratung durch einen Experten ergeben, dass die Anzahl der Parkplätze sogar von derzeit 70 auf 180 erhöht werden könnte.

Seinen Ausführungen im GPNK stimmte Cornelia Plassmann von den Grünen zu. „Die Studie ist jetzt wichtig, da wir damit rechnen müssen, dass künftig mehr Leute mit dem ÖPNV fahren“, verwies sie auf Entwicklungen im Verkehrsverhalten hin zu Bus und Bahn. „Ein Parkdeck ist interessant“, schloss sich Peter Holuscha von der BG dem Antrag von Welver 21 an.

Bürgermeister Camillo Garzen ergänzte, dass eine Parkraumbedarfsstudie auch Ortsteile wie zum Beispiel Borgeln umfassen sollte. Nach Zustimmung auch von der CDU ging der Antrag einstimmig durch, wobei der weitergehende Vorschlag, schon einen möglichen Eigenanteil an den Baukosten eines Parkdecks im Haushalt einzustellen, erst einmal zurückgestellt wurde.

Detlev Westphal, Bauamtsleiter der Gemeinde, begrüßte die Entscheidung mit dem Hinweis, dass die letzte Betrachtung des Parkbedarfs aus den 80er-Jahren stamme. Auch machte er deutlich, dass es für die Schaffung von Parkplätzen von der Bahngesellschaft NWL Fördermittel gebe. Bis zu 6000 Euro pro ebenerdigem Parkplatz seien drin, sogar bis zu 10 000 Euro bei einem Parkdeck.

Einen Haken hat der Plan eines Parkdecks allerdings schon, wie auch im Antrag von Welver 21 nicht verschwiegen wird. Es müsste ein Teil des Bahndamms abgerissen werden mit unabsehbaren Folgen für die Umwelt. Zum einen werden Altlasten im Untergrund vermutet, zum anderen hat sch entlang des Ostbuschs ein Biotop entwickelt, das als Brutraum vieler Vögel dient.

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