Orgelsanierung

Zinnpest und Bleifraß haben Orgel verstummen lassen

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Orgelbaumeister Harm Dieder Kirschner mit einer der vielen Pfeifen.

Zinnpest und Bleifraß haben den vielen Orgelpfeifen in den Jahren hart zugesetzt, in dem Gehäuse hatte sich der Staub abgesetzt und Teile des Gehäuses sind vom Schimmel befallen.

Welver - Dringende Arbeiten werden derzeit an der 1733 erbauten Patroklus-Möller-Orgel in der evangelischen Albanus-und-Cyriakus-Kirche in Welver ausgeführt.

Bereits im Jahr 2017 hatte der Orgelsachverständige Dr. Hans Christian Tacke in einem Gutachten drei Bereiche benannt, in denen er gravierende Mängel vermutete: Instabilität der historischen Prospektpfeifen durch Zinnpest – dabei verwandelt sich silberweißes Zinn in grauschwarzes Zinn, ein hoher Verschmutzungsgrad durch textile Stäube sowie Schimmelbefall an vielen Teilen. Viel Arbeit für den Orgelbaubetrieb von Harm Dieder Kirschner aus Weener, der vom Presbyterium mit den Arbeiten betraut wurde. 

Hinter dicken Kirchenmauern

Seit Ende März sind die Arbeiten in vollem Gange, viel dringt davon aber nicht hinter den dicken Kirchenmauern hervor. Zunächst wurden sämtliche Pfeifen abmontiert und in den Betrieb des Orgelbaumeisters gebracht.  Dort wurden die Pfeifen gereinigt und die durch Bleifraß schadhaften Stellen ausgebessert. Anschließend wurden die Orgelpfeifen mit einer Zinnfolie belegt und zum Schluss mit einer Lasur überzogen. 

Die Orgel-Labien – „Das ist da, wo die Orgel spricht“, erklärt der Orgelbauer mit einem leisen Schmunzeln – wurden mit 23-karätigem Blattgold vergoldet. Zeitgleich wurde das Orgelgehäuse einer zweiwöchigen Ozon-Behandlung unterzogen, die Schimmel und sämtliches Leben im Gehäusekasten ausgelöscht hat. Jetzt sind Harm Dieder Kirschner und sein Auszubildender Martin Havrilla damit beschäftigt, alle Orgelpfeifen Stück für Stück wieder einzubauen. 

In großen Holzkisten liegen die vielen verschieden großen und unterschiedlich langen Pfeifen in den Kirchenbänken und warten darauf, nach einer gründlichen Prüfung des gewünschten Tons wieder an ihren angestammten Platz gesetzt zu werden, damit, wie es im Gutachten schon hieß, „die Orgel wieder Kraft, Fülle, Brillanz und Präsenz“ ausstrahlen kann. „Wir werden versuchen, den historischen Klang der Orgel wieder herzustellen damit sie wieder mehr bietet“, so das gesetzte Ziel des Orgelbauunternehmens.

Rund 35 000 Euro wird die Sanierung der Orgel am Ende kosten, dann kann sie wieder mit ihrem Klang viele Menschen beeindrucken. Rund sechs bis acht Wochen werden die Handwerker noch mit dem Zusammenbau zu tun haben, dann wird die Königin der Instrumente wieder erklingen.

Quelle: Soester Anzeiger

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