Analyse

FDP und Bürgermeister beharken sich

Eine Personalie schlägt hohe Wellen, doch eigentlich will keiner dazu etwas sagen

Hat die FDP zu irgendeinem Zeitpunkt gefordert, irgendeine Stelle mit Detlev Westphal zu besetzen oder nicht? Um diese Frage dreht sich ein öffentlich ausgetragener Streit zwischen der Verwaltungsspitze der Gemeinde und der FDP-Fraktion.

Bürgermeister Uwe Schumacher

"Unverständlich"

Bürgermeister Uwe Schumacher sagt: Ja, (auch) die FDP habe in der Sitzung des Rates vom 12. Dezember gefordert, die Leitung des Fachbereichs Gemeindeentwicklung mit Westphal intern zu besetzen. Zudem habe die FDP – mit anderen – verhindert, dass die Stelle mit einem Ingenieur von außen besetzt wurde. Umso unverständlicher sei es, so Schumacher in einer Stellungnahme, die auf der Internet-Seite der Gemeinde zu lesen ist, dass dieselbe FDP in Person von Monika Korn nach der Wahl von Westphal in einer Pressemitteilung scharfe Kritik an eben dieser Personalie geübt habe. 

Gewählt wurde Westphal ohne die Stimmen der FDP am 10. April. 

"Niemals gefordert"

Monika Korn hingegen stellt die Geschichte anders dar. Die FDP habe zu keinem Zeitpunkt irgendeine Besetzung mit Detlev Westphal gefordert – und sie kritisiere die Personalie ebenso wie das Verfahren. Insofern sei die Pressemitteilung auch kein „Umfallen“ gewesen, sondern eine Verdeutlichung des von Anfang an eingenommenen Standpunkts. Beide, Schumacher und Korn, bleiben gegenüber dem Anzeiger bei ihren Versionen. 

Monika Korn, FDP

Richtig ist, dass im öffentlichen Teil die Zustimmung von SPD, FDP, Grünen und Fraktion Welver 21 zu der Stellenänderung auf Antrag von Kay Philipper von Welver 21 erfolgte. Allerdings war mit der Stellenänderung zu dem Zeitpunkt nicht der Name Westphal verbunden – zumindest geben die Protokolle der Sitzung das nicht her. Das Problem: Weil Stellenbesetzungen hinter verschlossenen Türen verhandelt werden, lässt sich nicht im Detail sagen, was später im nichtöffentlichen Teil gelaufen ist. 

FDP brach das Schweigen

Klar ist aber, dass auch nach der entscheidenden Sitzung niemand darüber sprechen wollte – alle Fraktionen hielten sich bedeckt. Es war die FDP, die als erste das Schweigen brach und überhaupt über die Stellenbesetzung sprach. Auch darüber, warum die Wahl eines Ingenieurs verhindert wurde, indem ein entscheidender Teil der Ratsmitglieder den Saal bei der Abstimmung verließ, verlautete nichts. 

Hinter der sprichwörtlichen vorgehaltenen Hand wurde aber offen darüber gesprochen, dass man nur so diese Wahl habe verhindern können, denn der Kandidat sei aus bestimmten Gründen nicht geeignet gewesen – was wiederum der Bürgermeister anders sieht. Logisch, dass alle argumentieren, sie hätten nur das Wohl der Gemeinde im Blick. 

Leidtragender Westphal

Der Leidtragende ist in jedem Fall Detlev Westphal. Zwar wurden die ursprünglichen Anforderungen an die Besetzung der Stelle geändert, da er andere Qualifikationen mitbringt. Trotzdem steht er unter enormem Druck, ein Berg Arbeit wartet auf ihn. Zusätzlich muss er nun zeigen, dass er „es“ kann, vergnügungssteuerpflichtig ist der Job nicht, und persönlich darf er den Streit auch nicht nehmen. 

Zu zwei Ergebnissen kann man kommen. Erstens ist es immer besser, Entscheidungen transparent und öffentlich zu machen – so schnell es geht. Dann kommt es erst gar nicht zu Wirrwarr und zum Rätselraten darüber, wer was zu welchem Zeitpunkt gesagt hat oder auch nicht. Zweitens wäre es gut, wenn sich Rat und Verwaltung weniger mit sich selbst als vielmehr mit den drängenden Problemen der Gemeinde befassen würden. Davon hat Welver genug.

 Sagen die Welveraner.

Quelle: Soester Anzeiger

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