Obstbauern haben jetzt viel zu tun

Wer im Sommer ernten will, muss im Winter an die Arbeit

Tonnenweise Äpfel werden von Renata Hurek (links) und Laura Westerhoff gewogen und verpackt
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Tonnenweise Äpfel werden von Renata Hurek (links) und Laura Westerhoff gewogen und verpackt.

Wenn Arne Korn behauptet: „Im Winter liegen wir nur auf der Couch, trinken Kaffee und gucken Fernsehen“, dann ist das natürlich nur Scherz. Im Gegenteil: Wer im Sommer leckere Früchte ernten will, muss im Winter was dafür tun. Das gilt besonders auf dem Obsthof Korn, dem größten Obstanbaugebiet in Welver, wo man mit leckeren Sommerfrüchten auch in der kalten Jahreszeit noch Geschäfte machen will.

Welver - Aktuell haben Chef Arne Korn und seine Mitarbeiter damit zu tun, tonnenweise Äpfel zu verpacken. Die Äpfel werden vor allem regional in den Super- und auf den Wochenmärkten verkauft. Regionalität ist gefragt. Was „regional“ ist, kann Arne Korn genau definieren: „Alles, was an einem Tag mit dem Fahrrad zu erreichen ist.“ Ware, die aus Nord- oder Süddeutschland angeliefert wird, ist in seinen Augen kein regionales Produkt mehr.

Besonders ärgern ihn Früchte, die eigens aus Übersee eingeflogen werden. Sie sind nicht nur in der Jahreszeit fehl am Platze, sie machen auch „unsere heimische Landwirtschaft“ kaputt. Er selber kauft höchstens aus Europa zu, zum Beispiel aus Oberitalien.

Auf seinem Hof bauen Arne Korn und seine Mitarbeiter zig unterschiedliche Apfelsorten an. „Boskop, Elstar, Gala, Jonagold, Topaz und noch mehr – alles, was so gefragt ist.“ Dank der gekühlten Lagerräume, in denen eine besondere Atmosphäre herrscht, die den Stoffwechsel verändert, bleiben die Äpfel lange knackig und frisch.

Außerdem werden auf dem Obsthof Korn Birnen gelagert. Andere Früchte aus eigenem Anbau wurden eingekocht oder zu Marmelade verarbeitet, die jetzt im Hofladen verkauft wird.

Die Erntesaison beginnt – je nach Witterung – frühestens Anfang April, wenn der erste Spargel gestochen werden kann. Danach folgt die Ernte von Rhabarber und „vielleicht auch schon erste Salatköpfe“.

Bis dahin ist eine Menge zu tun. Korns erwarten in Kürze die vier rumänischen Gastarbeiter, die schon seit Jahren auf dem Hof arbeiten. „Sie sind hier fest angestellt, fahren im Winter für zwei Monate nach Hause und kommen jetzt wieder“, schildert Arne Korn.

Probleme wegen der Pandemie gäbe es nicht. Die vier Männer machten schon in ihrer rumänischen Heimat Corona-Tests, gingen nach der Ankunft in Welver in Quarantäne und würden am fünften und zehnten Tag noch einmal getestet.

Dann gilt es Äpfel-, Birnen-, Kirsch-, Pflaumen- und andere Obstbäume auf rund 16 Hektar – das entspricht der Größe zirka 32 Fußballfeldern – zu beschneiden. Rund 30 000 Bäume wollen „in Schuss“ gehalten werden.

Was später die Bestäubung der Blüten betrifft, darüber macht sich Arne Korn keine Sorgen. „Es wird immer viel geschrieben über das Bienensterben“, schüttelt er den Kopf, denn für ihn stellt sich die Sache anders dar.

Er gewährt den Imkern mit ihren Honigbienen Zugang zu seinem Gelände. Sie dürfen ihre Bienenkästen aufstellen, und Arne Korn stellt fest, dass es heute mehr Imker sind als noch vor wenigen Jahren.

Zudem, sagt er, lebten Wildbienen auf seinem Gelände, die verpuppt in der Erde überwinterten. Sie hätten sich längst auf den unbehandelten Flächen in den Fahrgassen und den Randstreifen etabliert.

Zurzeit ist man auf dem Obsthof auch dabei, Stellagen für eine Erdbeeren-Tischkultur zu errichten. Durch diese Art des Anbausist es möglich, die roten Früchtchen in 1,50 Metern Höhe zu ernten, sogar zwei Wochen vor dem üblichen Pflücktermin.

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