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Borgeln könnte wachsen

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Von: Dirk Wilms

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Am Sportplatz in Borgeln könnten entlang der Jahnstaße neue Wohngebäude entstehen.
Am Sportplatz in Borgeln könnten entlang der Jahnstaße neue Wohngebäude entstehen. © Dirk Wilms

Borgeln – Geht es nach Fritz-Martin Waldendorf, wird in nicht ferner Zukunft die Einwohnerzahl von Borgeln und damit der Gemeinde Welver merklich anwachsen. Denn der Diplom-Ingenieur von der Firma Kadenwald Immobilien in Dortmund möchte, dass ein Gelände an der Jahnstraße, Ecke Osterbrei mit Einfamilien- und Doppelhäusern bebaut werden kann. Ein entsprechender Antrag, der schon von Februar 2019 datiert, steht zur Debatte, wenn am Mittwoch um 17 Uhr der Ausschuss für Gemeindeentwicklung in der Klotinger Schützenhalle tagt.

50 bis 70 Wohneinheiten könnten dort entstehen, wie Waldendorf auf Anzeiger-Nachfrage erläuterte. Er sieht in einer Umsetzung des Vorhabens eine angemessene Abrundung des Ortes. Als Vorteil sieht er an, dass der Bereich von der Jahnstraße aus erschlossen werden könne. Keine Probleme sieht er mit dem Sportplatz. Schallemissionen könnten durch entsprechende Abstände eingehalten werden. „Wir haben auch eine Variante geplant mit einer Ausrichtung der Wohneinheiten nach Süden“, sieht er keine Probleme mit dem Lärmschutz und will dies dem Ausschuss am Mittwoch erläutern.

Borgelns Ortsvorsteherin Anke Wolf-Hochstein begrüßt die Pläne. „Es besteht der Bedarf, denn die Nachfrage ist vorhanden“, weiß sie allein aus Borgeln von einigen Bauwilligen, denen momentan kein Angebot gemacht werden kann. Sie sieht einen großen Vorteil in der Lage in unmittelbarer Nähe zu Kindergarten und Schule, sodass vor allem junge Familien hier siedeln könnten.


Dorfcharakter soll erhalten bleiben

Wichtig ist ihr, dass der Dorfcharakter von Borgeln erhalten bleibt: „Wir wollen keine teuren Stadtvillen“, hat sie einige Bereiche des Baugebiets am Ardey in Soest vor Augen. Zudem gibt sie zu bedenken, dass der Sportverein nicht unter einem neuen Wohngebiet leiden dürfe. „Wir wissen von Problemen, wo sich Anwohner vom Geräuschpegel auf Sportplätzen belästigt fühlen. Das muss in Einklang gebracht und nicht zu einem Stressfaktor werden“, betont Wolf-Hochstein.
Vielmehr könnten Neubürger sogar davon profitieren, in unmittelbarer Nähe ein Sportangebot vor der Tür zu haben. So wie sie auch von Kindergarten und Schule profitieren wie auch von der Anbindung an die Bahn. Zudem hebt die Ortsvorsteherin hervor, dass auch der Einkauf beim Bäcker in der Nachbarschaft möglich sei.

Aber: „Karin Steinhoff hat so ein tolles Angebot, liegt aber auf der anderen Seite der Hammer Landstraße. Da müssen Lösungen her, um ein gefahrloses Überqueren der Straße zu ermöglichen.“ Sie weiß von den Schwierigkeiten mit Straßen NRW, das eine Mindestzahl von Passanten fordert, um überhaupt über Zebrastreifen oder Fußgängerampeln nachzudenken. „Für mich zählt jeder Einzelne“, fordert sie zugleich, über die Anlage eines Bürgersteiges nachzudenken.

Cornelia Plassmann, in Borgeln wohnende Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Gemeinderat, verweist auf einen Ratsbeschluss, wonach entlang der Jahnstraße nur eine einzeilige Bebauungsmöglichkeit verbleiben solle. Die restliche Teilfläche solle in landwirtschaftliche Fläche umgewandelt werden. „Prüft man den Flächennutzungsplan auf den Abbau des Siedlungsflächenüberhangs und die dafür notwendigen Umwandlungen geeigneter Flächen, kommt man an der Fläche südlich des Sportplatzes in Borgeln nicht vorbei.“ Es sei eine Fläche von nennenswerter Größe außerhalb des geschlossenen Siedlungsgebietes, in die bislang nicht investiert worden sei.


Plassmann verweist auf Ratsbeschluss

Sie verdeutlicht, dass im Rat im Februar beschlossen wurde, die bisherige Bauleitplanung zu beenden und nach umfassender Beratung im Juni dieses Jahres den gesamten Flächennutzungsplan zu beschließen: „Damit eröffnet sich der Gemeinde Welver die Möglichkeit einer zukunftsorientierten Gemeinde- und Flächenentwicklung, die unseres Erachtens nicht durch eine Fortsetzung des fallweisen Entscheidens eingeschränkt werden sollte. Erst durch eine ganzheitliche Betrachtung und Prüfung der Flächen kann eine bedarfsgerechte Siedlungsentwicklung sinnvoll geplant und umgesetzt werden.“

Sinnvolle Siedlungsentwicklung umfasst ihrer Auffassung nach mehr als die bautechnische und eine an der kurzfristigen Nachfrage orientierte Konzeptionierung von Wohngebäuden. „Sinnvolle Siedlungsentwicklung bezieht ökologische, gestalterische, raum- und ortsbezogene planerische Überlegungen mit ein“, sieht sie auch eine Umsetzung durch die Gemeinde als einen Weg an.

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