Welveraner Politiker nehmen Neubau für OGS und Kindergarten in Borgeln unter die Lupe

Nachhaltige Bauweise überzeugend

Die Welveraner Politik nahm den Neubau für OGS und Kindergarten in Borgeln unter die Lupe.
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Die Welveraner Politik nahm den Neubau für OGS und Kindergarten in Borgeln unter die Lupe.

„Ich bin froh, dass ich damals für diese Bauweise die Hand gehoben habe!“ Kay Phillipper, Fraktionsvorsitzender von Welver21 im Welveraner Gemeinderat, machte keinen Hehl aus seiner Begeisterung für das Objekt, das derzeit in Borgeln verwirklicht wird.

Borgeln - Der Ausschuss für Ehrenamt, Kultur, Bildung, Sport, Soziales und Generation nahm den Neubau der Offenen Ganztagsschule und des Kindergartens im Rahmen seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause in Augenschein.

Auch Ausschuss-Vorsitzender Tim-Fabian Römer stimmte ein: „Es ist schon eindrucksvoll, was man aus Holz alles machen kann. Wir sind schon ganz gespannt, wie es aussehen wird, wenn das Gebäude fertig ist“, blickt er gespannt der Eröffnung entgegen, die nach Lage der Dinge möglichst im Februar, spätestens aber im März über die Bühne gehen soll.

Johannes Berger und Stefan Nöcker von der Firma Materio stellten den Stand der Arbeiten im Rohbau vor. Die Soester Firma hat sich einer nachhaltigen Bauweise mit Holz verschrieben, fungiert bei dem Projekt in Borgeln zugleich als Investor und ausführende Firma, die das Gelände auf Erbpachtbasis von der evangelischen Kirche pachtet und das Gebäude nach Fertigstellung an die politische Gemeinde vermietet. Die Kirche ist Träger der Einrichtung, kümmert sich sowohl um den Kindergarten als auch um die OGS.

Die Politiker ließen sich beim Rundgang veranschaulichen, wie die Trennung zwischen den „großen“ OGS-Schülern und den „kleinen“ Burgelon-Kids erfolgt. Demnach gibt es neben dem Haupteingang, in dessen Bereich das Büro der Einrichtungsleitung und Küche sowie Bistro angesiedelt sind, einen Nebeneingang für die OGS direkt in Richtung zum bestehenden Schulgebäude. Die Schüler können von dort auch ihren Aufenthaltsbereich auf dem weitläufigen Gelände in Richtung Sportplatz erreichen. Für den Kindergarten gibt es zwei Nebeneingänge, die zum Spielgelände führen, dessen Ausgestaltung nach Abschluss der Arbeiten am Gebäude erfolgt.

Materio-Geschäftsführer Stefan Nöcker betonte gegenüber den Ausschuss-Mitgliedern, dass es schon eine sportliche Leistung sei, ziemlich genau ein Jahr nach der politischen Entscheidung schon so weit zu sein. „Das funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen“, fand er lobende Worte auch für die Verantwortlichen der Gemeinde. „Welver erweist sich als vergleichsweise kleine Kommune als verlässlicher und schneller als dies bei größeren Einheiten der Fall ist.“

75 OGS-Kinder sowie 55 Mädchen und Jungen im Kindergarten sollen im ersten Quartal 2022 dort einziehen, wo momentan noch die Handwerker im Einsatz sind. Materio-Geschäftsführer Johannes Berger erläuterte den Stand der Arbeiten. So werden aktuell Kabel verlegt, die Zellulose-Dämmstoffe in die Wände gepustet, die in Holzrahmenbauweise erstellt worden sind. Dies fördert zum einen das Raumklima und ist zum anderen schalldämmend. Die Türgriffe sind allesamt sehr hoch angeordnet und mit einem Klemmschutz versehen, damit den Steppkes kein Unheil widerfahren kann.

Es wird eine Luftwärmepumpe installiert, die im Winter per Fußbodenheizung für Wärme sorgt und zugleich im Sommer für Abkühlung. Die Eingänge und auch die WC-Bereiche werden allesamt barrierefrei ausgelegt. Der Küchenbereich dient der Aufbereitung der durch einen Caterer angelieferten Speisen, die bei der OGS im Bistro gereicht werden, beim Kindergarten in den Gruppenräumen.

Arne Greiß, Leiter der Einrichtung, stellte das Raumkonzept vor, das in weiten Bereichen so variabel gestaltet ist, dass Gruppen in verschiedenen Größen betreut werden können. So ist mit unterschiedlicher Besetzung im OGS-Bereich zwischen 12.15 und 16 Uhr zu rechnen. Beim Kindergarten sind zum Beispiel Schlafräume so konzipiert, dass die ganz Kleinen fern von jeglichen Lärmquellen ihre Mittagsruhe finden.

Greiß erwartet keine Schwierigkeiten beim Umzug, sind doch dank der räumlichen Nähe zu den bestehenden Einrichtungen nur kurze Wege zu überbrücken. Er ist auch überzeugt, dass die Kinder sich im Nu eingewöhnen werden.

Bürgermeister Camillo Garzen zeigte sich zufrieden, dass es trotz der Lieferengpässe im gesamten Bausektor gelungen ist, das Projekt jetzt schon so weit vorangetrieben zu haben. Das gilt auch für die beiden anderen Kindergarten-Projekte in der Gemeinde, wie er in der anschließenden Sitzung des Ausschusses in der Borgelner Turnhalle erläuterte.

So fehlen in Scheidingen, wo die Eröfffnung des Kindergartens „Salzbachstrolche“ bereits am vergangenen Freitag erfolgt ist, nur noch zwei Türen. „Ich weiß, dass der Bürgermeister die Beteiligten manchmal genervt hat, um den Termin zu halten“, bat er augenzwinkernd um Nachsicht. Doch so sei es gelungen, alle Skeptiker Lügen zu strafen, die es nicht für möglich gehalten hatten, bis Ende August fertig zu werden.

Ähnlich verhält es sich beim Kindergarten „Tausendfüßler“ im Zentralort, wo die verspätete Lieferung der Container für etwas Verzug gesorgt habe. Jetzt würden die Module ausgebaut, im Laufe des September sei mit der Fertigstellung zu rechnen. „Dann können wir mit zwei weiteren Gruppen den Bedarf in Welver decken, das Personal ist schon in der Eingewöhnungsphase“, ergänzte der Bürgermeister.

Die Analyse des Altbaus an der Lindenstraße im Hinblick auf eine energetische Sanierung erfolgt nach Fertigstellung des Ergänzungsbaus.

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