Jürgen Dahlhoff

Naturschützer bekämpft Riesen-Bärenklau

Gut geschützt in den Kampf mit dem Riesen-Bärenklau: Seit zwölf Jahren liegt Jürgen Dahlhoff die Bekämpfung der Pflanze am Herzen. Der Schwefer möchte sensibilisieren und auf die Gefahren, die der Kontakt mit sich bringen kann, aufmerksam machen.
+
Gut geschützt in den Kampf mit dem Riesen-Bärenklau: Seit zwölf Jahren liegt Jürgen Dahlhoff die Bekämpfung der Pflanze am Herzen. Der Schwefer möchte sensibilisieren und auf die Gefahren, die der Kontakt mit sich bringen kann, aufmerksam machen.

Für Bienen ist sie gut, für den Menschen hingegen kann sie gefährlich werden. Wer mit der „Herkulesstaude“, dem Riesen-Bärenklau, in Kontakt kommt, sollte Schutzkleidung tragen, denn sonst drohen Verbrennungen.

Welver/Flerke – Seit zwölf Jahren liegt Jürgen Dahlhoff die Bekämpfung der aus dem Kaukasus stammenden Pflanze sehr am Herzen. Der Schwefer möchte sensibilisieren und auf die Gefahren, die der Kontakt mit sich bringen kann, aufmerksam machen. „Verbrennungen dritten Grades sind im Zusammenspiel mit der Sonne möglich“, so Dahlhoff, „Deshalb ist es wichtig, genau zu wissen, was man tut, bevor man hier Hand anlegt.“

Viermal im Jahr zwei Stunden Zeit beansprucht dieses Ehrenamt. Seit mindestens zwei Jahren versucht Dahlhoff, einen Nachfolger zu finden, denn die Arbeit wird für ihn zunehmend beschwerlicher.

Samen sind bis zu zehn Jahre keimfähig

Das Gewächs siedelt sich gerne dort an, wo es schwierig ist, die Wurzeln auszugraben. Und das ist in jedem Fall erforderlich, um die Verbreitung der Samen zu stoppen. „Ich bin mittlerweile 72 Jahre alt, an Gräben mit Schrägen zu arbeiten, sollten Jüngere übernehmen“, findet Dahlhoff. Die Verbreitung der Herkulesstaude erfolgt über Tiere, aber auch durch Flüsse und Bachläufe. Die Samen sind zehn Jahre keimfähig, da ist die Verbreitung groß, wenn nicht regelmäßig dagegen gearbeitet wird. „Hier in Schwefe haben wir die Pflanze inzwischen gut eingedämmt“, berichtet Dahlhoff weiter. „Im Dorf kümmert sich Ingo Vieregge darum, dass dort, wo Menschen unterwegs sind, keine Gefahr mehr droht.“

Dahlhoffs Ziel ist ganz klar definiert: „Wir müssen die Natur im Auge behalten und uns kümmern. Jeder Einzelne kann bereits für sich im Kleinen etwas bewirken.“

Offizieller Naturschutzbeauftragter

Um diese Vorhaben noch weiter voranzutreiben, hat Dahlhoff seit dem 15. Juni jetzt offiziell den Posten des Naturschutzbeauftragten inne. Seine Ernennungsurkunde bekam er von Philipp Büngeler, Leiter der Abteilung Umwelt beim Kreis Soest, im Welveraner Rathaus überreicht.

„Wir freuen uns sehr, einen engagierten Bürger für dieses Amt gewonnen zu haben, denn leider gibt es davon viel zu wenige, die als unser verlängerter Arm in den Landgemeinden fungieren“, so Büngeler. Und auch Bürgermeister Camillo Garzen hofft auf Nachahmer, die sich ebenfalls vorstellen könnten, sich für Umwelt- und Naturschutz einzusetzen: „Jürgen Dahlhoff ist der erste Naturschutzbeauftragte, der während meiner Zeit in Welver dieses Amt übernimmt. Es wäre super, wenn andere seinem Beispiel folgen würden.“

Fingerspitzengefühl zur Deeskalation

Aufgabe der Naturschutzbeauftragten ist es, Schäden von der Natur und der Landschaft abzuwenden. Eine gute Beobachtungsgabe ist dabei ebenso von Vorteil wie Kommunikationsbereitschaft, Beratung und Aufklärung inklusive. Denn eigentlich sollte jedem bewusst sein, dass Müll und Schutt in der Natur abzuladen ebenso verboten ist wie wildes Campen, unerlaubte Rodungen, Flämmen oder Auto waschen. Sollte das dennoch vorkommen, ist ein zielführendes Gespräch mit den Verursachern angesagt, bei dem Fingerspitzengefühl zur Deeskalation nicht schaden kann.

Seine Runden will der neue Naturwächter mit dem Fahrrad drehen, „damit bin ich sowieso sehr oft unterwegs und da fällt einem schon einiges auf“, ist Jürgen Dahlhoff überzeugt. Sein Gebiet umfasst neben Schwefe auch Borgeln, Berwicke, Stocklarn, Blumroth, Balksen und Teile des Naturschutzgebietes Ahsewiesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare