Nach den Legionellen: Wie geht es mit dem Lehrschwimmbecken weiter?

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In den Filterkessel hat sich Schwimmmeisterin Christine Slawinski begeben, um die Filterdüsen auszubauen.

Welver – Das Bild ist schon tragikomisch: Aus einem der beiden stählernen Filterkessel des Lehrschwimmbeckens an der Grundschule in Welver lächelt aus dem schmalen Einstiegsloch etwas gequält Welvers Schwimmmeisterin Christine Slawinski.

Sie hat am Dienstag damit begonnen, die festgebackenen Filter des Reinigungssystems Stück für Stück loszueisen und auszubauen. Rund 400 Filter samt Kappen sind es in beiden Kesseln insgesamt, 20 zu lösen schafft Christine Slawinski pro Stunde. Rostlöser und Heißluftpistole sei dank. 

Bad wieder in Schuss bringen

Außerdem muss noch der Rost bekämpft werden. Die Bademeisterin gibt alles, um das Bad so schnell wie möglich wieder in Schuss zu bringen. „Das gehört schon zur Ausbildung“, erklärt Slawinski, dass sie genau weiß, was hier zu tun ist. Fingernägel, Frisur und Schuhe müssen allerdings bei der Mühsal leiden. 

"Beispielhafter Einsatz"

Bei der Visite von Bürgermeister Uwe Schumacher findet das Engagement Slawinskis verdiente Anerkennung. „Der Einsatz ist beispielhaft und zeigt, wie sehr sich Frau Slawinski für ‘ihr’ Bad engagiert“, so der Rathauschef über diese 40-stündige Sisyphos-Arbeit, die wegen der Enge auch teilweise im Yoga-Sitz auf Kissen erledigt werden muss. 

Wertvolle Vorarbeiten

Die Vorarbeit an den Filterdüsen ist deshalb so wertvoll, weil die rund 20 Stunden ansonsten von der Fachfirma erledigt werden müsste, die dafür natürlich den entsprechenden Handwerkerlohn berechnen würde. Jetzt kann die Firma kommen und die neuen Düsen und das Filtermaterial aus Kieselsteinen in die gereinigten Kessel einbringen. Schumacher überzeugte sich vom Fortgang der Arbeiten. Seitdem vor einigen Wochen bei einer Routine-Untersuchung Legionellen in der Filteranlage gefunden wurden, ist das Bad bekanntlich geschlossen. 

Schwimmbad-Technik komplett überprüft

Laut Bürgermeister wurde inzwischen die Technik des Schwimmbades komplett überprüft. Gecheckt wurde auch der Hubboden im Bad, der die Höhe des Wasserstandes regelt. Der wurde gewartet und ist in Ordnung. Auch die Umkleideräume wurden renoviert und erstrahlen in neuem Glanz. Zudem werden eine Schwimmstange und ein Rettungsring für das Bad neu angeschafft. Am Donnerstag wird eine Firma erwartet, die das geforderte „Mannloch“ in den Schwallwasserbehälter hinein sägt. Dabei geht es um eine Sicherheitsmaßnahme. Wer hier arbeitet, muss durch das Mannloch entkommen können, wenn plötzlich Wasser eindringt. Weiterhin werden die Zu- und Ablaufrinnen des Schwallwasserbehälters überprüft und erneuert, wenn dies erforderlich sein sollte. 

Badkreislauf komplett desinfiziert

In der kommenden Woche wird im Badkreislauf dann nochmal alles desinfiziert. Bürgermeister Schumacher: „nach Abschluss sämtlicher Arbeiten wird das Bad wieder in Betrieb genommen, aber noch nicht für die Öffentlichkeit zur Nutzung frei gegeben, da zunächst nach einem Probebetrieb eine Kontrolluntersuchung fällig wird.“ Wenn das Hygiene-Institut dann nach mindestens 14 Tagen grünes Licht gebe, werde das Lehrschwimmbecken wieder eröffnet. Schumacher: „Hier sind wir zuversichtlich, dass wir nach Pfingsten den Startschuss für die öffentliche Nutzung geben können“.

Quelle: Soester Anzeiger

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