Leonie Tillmann (18)

Nach 30 Jahren: Welver hat wieder ein Funkenmariechen

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Leonie Tillmann übt unter der Leitung von Trainerin Silke Linnemanstöns, die selbst zwölf Jahre lang getanzt hat.

Welver – „Mariechen – tanz!“, heißt es beim Kommandeur im Kölner Karneval, wenn die Solotänzerin auf die Bühne gerufen wird. Dass der Welveraner Sportverein dafür zukünftig nicht mehr bis in die Karnevalsmetropole fahren muss, ist Leonie Tillmann zu verdanken. 

Mit der 18-jährigen Gardetänzerin gibt es nach 30 Jahren wieder ein Funkenmariechen beim Welveraner Sportverein.

Training ist angesagt, intensives Training, an dessen Beginn stets eine intensive Aufwärmung aller Muskeln steht. Darauf legt Trainerin Silke Linnemannstöns sehr großen Wert. Sie trainiert seit acht Jahren die Seniorinnengarde des Sportvereins sowie parallel drei Funkenmariechen des TV Flerke und hat einen Blick für Talente.

 „Es war bei einem ganz normalen Training, als ich den Mädchen gesagt hatte, sie sollten schnelle Räder üben. Leonie machte sie nicht nur schneller, sondern auch gleich ohne Hände. Ich dachte erst, ich hätte mich verguckt“, erklärt sie lachend. „Auf meine Frage, was sie sonst noch kann, kam prompt: Bogengänge, habe ich mir alles selbst beigebracht.“ Dass Leonie eigentlich schon seit Jahren davon träumte, Solotänzerin zu werden, hatte sie bis dato allerdings nicht weiter kommuniziert. „Ich dachte, Silke hat ja schon drei Mariechen und sicher genug zu tun.“ 

Karneval in Welver

Dennoch, der Ehrgeiz der beiden war entfacht, und noch vor den Sommerferien ging es los mit dem Intensivtraining unten den wachen Blicken der Trainerin. Linnemannstöns selbst war mehr als zwölf Jahre aktive Tänzerin als Mariechen, in der Garde und als Tanzpaar bei Blau-Weiß Hamm. 

Zweimal in der Woche steht jetzt seit dem Sommer neben dem Training in der Garde Solounterricht für die beiden auf dem Plan. „Der Tanz ist fertig“, verkündet die Trainerin stolz, der erste Auftritt ist bei der Prinzenproklamation des SVW am 16. November auf der Empore der Bördehalle. 

Auf die Frage, was ihr am meisten Spaß beim Solotanz macht, antwortet Leonie ohne zu zögern, „die Akrobatik“; auf die Frage, was sie nicht so sehr mag: „Da gibt es nichts.“ Das Mariechen-Kostüm ist aktuell noch in Arbeit, „das ist aber kein Problem, Leonie hat ja noch ihr Gardekostüm.“

Kolleginnen drücken die Daumen

 Ihre Gardekolleginnen freuen sich übrigens sehr für Leonie und ihre Trainerin, fiebern mit und drücken den beiden heute schon die Daumen für alle zukünftigen Auftritte. 

„Leonie soll auf jeden Fall möglichst bald bei Turnieren tanzen“, so Linnemannstöns. Die ersten Schritte dafür sind bereits in die Wege geleitet, der Tanzturnierausweis ist beantragt, die Anmeldung vorbereitet. 

„Ob wir starten dürfen, wissen wir, wenn die Leitungen freigeschaltet sind und wir die Bestätigung bekommen.“ Wenn alles klappt, startet Leonie bei ihrem ersten Turnier im Januar 2020. 

Und was sagen Vorstand und Tanzabteilung zum neuen Tanztalent? „Wir freuen uns immer sehr, wenn sich Kinder und Jugendliche für Sport begeistern und wenn das bei uns im Verein passiert, natürlich doppelt“, so der Vereinsvorsitzende Manfred Möller. Und obwohl der Fokus des Vereins sonst dem runden Leders liegt, während der fünften Jahreszeit ist auch der Vorstand ausgesprochen närrisch aufgestellt. Doch bevor die ersten Takte der Musik den Solotanz von Leonie „einläuten“, heißt es vorerst weiter: üben, üben, üben.

Quelle: Soester Anzeiger

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