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Müllwagen keine Option gegen Funklöcher

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Von: Dirk Wilms

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Vielerorts wird das Mobilfunknetz fleißig ausgebaut; in Welver gibt‘s noch einige Funklöcher.
Vielerorts wird das Mobilfunknetz fleißig ausgebaut; in Welver gibt‘s noch einige Funklöcher. © dpa

Auf ein zurückhaltendes Echo bei den Experten des Kreises Soest traf der Antrag der CDU-Fraktion im Welveraner Gemeinderat, die Funklöcher im Gemeindegebiet zu überprüfen.

Welver - Die Christdemokraten hatten angeregt – wie im Kreis Coesfeld – Müllfahrzeuge zum Aufspüren der Funklöcher zu nutzen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollten gegenüber den Mobilfunkbetreibern ins Feld geführt werden, um eine bessere Netzabdeckung zu erreichen.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Planung, Natur und Klimaschutz aber erläuterten die Mobilfunkexperten des Kreises, Marcus Hellmann und Philipp Bußmann, dass dieses Modell aus Coesfeld für den Kreis Soest und damit auch für Welver nicht in Frage kommt.

Bußmann zufolge gibt es eine App, mithilfe derer jeder Smartphone-Nutzer Funklöcher melden kann. Daraus ergebe sich eine Datengrundlage, auf deren Basis die Gespräche mit den Telekommunikationsunternehmen geführt würden. „Wo gebaut wird, entscheiden letztlich die Unternehmen“, so Bußmann. Derzeit sind in Welver sieben Sendestartorte der Telekom, sechs von Vodafone und fünf von Telefonica installiert. Jeweils einen weiteren Standort planen Vodafone und Telefonica (O2).

Gegen die Nutzung von Fahrzeugen der Entsorgungsunternehmen spreche laut Hellmann auch der Zeitverlust: „Wir würden ein Jahr verlieren. Besser ist es, wir verhandeln sofort mit den Telekommunikationsunternehmen.“ Dabei setzt er darauf, dass bei Telekom, Vodafone und Co. das Verständnis wächst, dass die Experten vom Kreis hilfreich sein können. Andererseits könne der Kreis auch in den Gesprächen ankündigen, die Missstände öffentlich darzulegen und gegenüber den Bürgern deutlich zu machen, welche Anbieter nichts ändern wollten.

Heiko Kosche von der FDP hatte darauf hingewiesen, dass es in der Niederbörde immer wieder Ausfälle des Mobilfunknetzes gebe, beispielsweise in Einecke und Klotingen. „Ich habe drei Betreiber ausprobiert, es ist bei allen das gleiche Problem“, weist er auf abstürzende Gespräche während der Fahrt durch die Niederbörde hin. „Wir können nicht zehn Jahre darauf warten, dass was passiert.“ Kosche sieht dringenden Handlungsbedarf.

Die Netzabdeckung in der Gemeinde Welver ist den Darstellungen der Mobilfunkbetreiber zufolge in vielen Ortsteilen mäßig. 5G gibt es bei der Telekom in gleich etlichen Zonen nicht wie zum Beispiel in Dinker, Dorfwelver, Nateln, Recklingsen, Scheidingen, Flerke und Schwefe. Bei Vodafone sieht es in Dinker, Nateln, Berwicke und Stocklarn ziemlich finster aus. Und selbst 4G ist bei Vodafone rund um Berwicke nicht gewährleistet. Bei Telefonica gibt‘s in der Niederbörde nur 4G (LTE).

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