36 Millionen Euro

Welver muss viel Geld in die Wirtschaftswege stecken

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Als „entbehrlich“ wird die Brücke zwischen den Straßen Goseländchen und Hellweg über die Lake eingestuft, da die landwirtschaftlich genutzte Fläche über andere Wege erreicht werden kann.

Welver – Es muss Geld in die Hand genommen werden – viel Geld. Die Gemeinde Welver muss in den nächsten 20 Jahren fast 36 Millionen Euro in die Wirtschaftswege investieren. Das zeigt der Finanzbedarfsplan, der jetzt mit dem Wegenetzkonzept vorgestellt wurde.

Der Investitionsbedarf zur Sanierung der Wirtschaftswege in den kommenden fünf Jahren beläuft sich auf knapp über 10 Millionen Euro – allein für die kurzfristige Sanierung, den Ausbau sowie die Verstärkung, „wenn man es mustergültig machen sollte“ , betonte Eugen Bitjukov von Ge-Komm, der Gesellschaft für kommunale Infrastruktur, die im Auftrag der Gemeinde Welver das bestehende Wirtschaftswegenetz genau unter die Lupe genommen hat. Im Rathaussaal war jetzt die Abschlussveranstaltung, Anfang Juli waren bereits in den verschiedenen Ortsteilen die ersten Info-Veranstaltungen gelaufen, um die Bürger zu beteiligen. 

Im weiteren Verlauf der Erhebung waren alle Wirtschaftswege, die sich im Besitz der Gemeinde befinden, im Abstand von 30 bis 50 Metern fotografiert und ausgewertet worden und die Ergebnisse online gestellt. Das sind rund 304 Kilometer, von denen knapp 38 Kilometer als „In Ordnung“ eingestuft wurden. Bei 172,6 Kilometern sind Einzelmaßnahmen erforderlich, bei 69,5 Kilometern ist eine Gesamtsanierung erforderlich. Bei 23,7 Kilometern ist keine Verkehrsfläche vorhanden. 

Als mittelfristiger Investitionsbedarf sind in den kommenden zehn Jahren weitere elf Millionen Euro veranschlagt. Langfristig, das heißt in den nächsten 20 Jahren, sind dann noch einmal über 14 Millionen Euro notwendig. Diese Summen decken lediglich den errechneten Finanzbedarf ab, der insgesamt bei fast 36 Millionen Euro liegt. 

Veranstaltung gut besucht

Viele Zahlen, Daten und Fakten wurden den zahlreichen interessierten Gästen vermittelt, die zum großen Teil in die heimische Landwirtschaft integriert sind. Jeder Wirtschaftswege ist in den vergangenen Monaten kategorisiert und mit Handlungsempfehlungen versehen worden. Diese reichen von „Erhaltung wie im Bestand“, „Sanierung“ und „Umbau – andere Bauweise“ über „Rückbau/Aufhebung“ bis zum „Neubau mit neuer Trasse“. Auch die ökologische Wertigkeit der Säume wurde berücksichtigt, außerdem wurden alle Brückenbauwerke auf ihre Notwendigkeit hin bewertet. „Bei Parzellen, die über vier unterschiedliche Brücken erreichbar sind, ist die Sinnhaftigkeit in Frage zu stellen“, erläuterte Bitjukov, da eine Brückensanierung schnell einen sechsstelligen Euro-Betrag kosten könne. 

Finanzierung durch Anliegerbeiträge?

Die Frage der Finanzierung und Finanzierbarkeit wurde ebenfalls beachtet: Mögliche Szenarien sind hier Anliegerkosten und die Gründung von Wegeunterhaltungsverbänden, wiederkehrende Beiträge oder die Erhöhung der Grundsteuer A. Ein Fokus wurde jedoch auf die Förderung zur Modernisierung gelegt, die unter bestimmten Voraussetzungen seit diesem Jahr möglich ist. 

Das Wirtschaftswegekonzept wird dabei zwingend vorgeschaltet, pro Projekt ist eine Förderung von 60 Prozent möglich – bei bis zu 500 000 Euro Projektsumme. Liegen die Voraussetzungen für das Leader-Projekt vor, kommen weitere zehn Prozent Förderung dazu. In Verbindung mit Flurbereinigungs- oder Bodenordnungsverfahren können noch einmal weitere fünf Prozent beantragt werden. Die Möglichkeit einer „Treckermaut“ wurde bereits von anderen Kommunen wegen Undurchführbarkeit verworfen. 

Sie präsentierten am Montagabend die Ergebnisse (von links): Diplomingenieur Eugen Bitjukov als Geschäftsführer der Ge-Komm, Regierungsvermessungsdirektor Andreas Barden, Bürgermeister Uwe Schumacher, Detlev Westphal (Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung) und Projektkoordinatorin Stephanie Fuest.

Andreas Barden betonte: „Es ist wichtig, dieses Konzept erarbeitet zu haben, denn erst dadurch erschließt sich die Förderung. Jetzt ist man gut aufgestellt, andere Kommunen sind noch gar nicht so weit.“ Künftig sollen neue Wirtschaftswege über eine Breite von drei Metern verfügen, nicht mehr 2,5 Meter, da die modernen Maschinen immer breiter und schwerer geworden sind. Hier ist ein Flächentausch mit den Anliegern denkbar. 

Aus der Versammlung kam bei der abschließenden Gesprächsrunde die Frage, ob die Gemeinde dieses Konzept umsetzen wird. Detlev Westphal erklärte: „Wir haben nun eine Handlungsgrundlage für die Verwaltung und Politik und werden das Konzept nicht in der Schublade verschwinden lassen.“

Quelle: Soester Anzeiger

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