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Kreisjugendamt sieht Lage in Welver unkritisch

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Von: Dirk Wilms

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In der kommunalen Kindestagesstätte Tausendfüßler stehen 85 Plätze zur Verfügung.
In der kommunalen Kindestagesstätte Tausendfüßler stehen 85 Plätze zur Verfügung. © Dirk Wilms

Die nackten Zahlen lassen auf den ersten Blick Ungutes ahnen für die nächsten Jahre. Die Plätze in den Welveraner Kindergärten scheinen nicht auszureichen, um die prognostizierte Menge an nachrückenden Mädchen und Jungen künftig aufnehmen zu können. Doch bei der Vorstellung des Kindergartenbedarfsplans beschwichtigten Maria Schulte-Kellinghaus und Beate Fricke vom Kreisjugendamt.

Welver - „Es hat sich in den vergangenen Jahren in Welver viel bewegt. Die jungen Eltern in der Gemeinde sind nicht mehr so in Bedrängnis, wie es früher der Fall war“, lobte Schulte-Kellinghaus die Fortschritte in der Niederbörde.

Beate Fricke erläuterte, dass die Zahlen nicht so dramatisch sind, wie sie in der Vorlage zur Sitzung des Ausschusses für Ehrenamt, Kultur, Bildung, Sport, Soziales und Generation zunächst vorgelegt worden waren. Demnach hätten für das Kindergartenjahr 22/23 rund 80 Plätze gefehlt. Diese Zahlen aber haben sich relativiert. „Für den kommenden Sommer haben wir genügend Reserven“, so Bürgermeister Camillo Garzen.

Die neuesten Zahlen vom Kreis ergeben für die Gemeinde einen Bedarf von acht Plätzen im U3-Bereich, die nicht abgedeckt sind. Dem stehen neun freie Plätze im Ü3-Bereich gegenüber. Hier wird an Lösungen gearbeitet werden müssen, ein einfacher wechsel zwischen den Altersgruppen ist wegen der zweckgebundenen Finanzmittel nicht im Handumdrehen zu erledigen, erläuterte Schulte-Kellinghaus.

Dass die Zahlen weit weniger schlecht sind als im Herbst noch angenommen, führt Fricke darauf zurück, dass das Anmeldeverhalten der Eltern sich durch Corona ganz anders entwickelt habe als erwartet: „Viele Faktoren machen unsere Kalkulation schwierig, die auf den Geburtenzahlen basieren.“ Dieses Phänomen sei in Pandemiezeiten im gesamten Kreis und auch darüber hinaus zu beobachten.

Jetzt gelte es, aktiv auf die Eltern zuzugehen und in Befragungen zu ermitteln, wie sich die Bedarfe wahrscheinlich entwickeln. „Die Gemeinde muss gucken, ob und wo reagiert werden muss“, erläutert Fricke den Vertretern von Politik und Verwaltung. Daher müssten auch die Zahlen auf den Prüfstand, die für Welver einen Fehlbestand für die Jahre bis 2026 von bis zu fast 70 Plätzen ausweisen.

Befürchtungen, dass in Welver alsbald eine neue Kindertagesstätte aus dem Boden gestampft werden müsste, teilt Bürgermeister Garzen daher nicht. Vielmehr lobte die Politik in Person vom Ausschussvorsitzenden Tim-Fabian Römer (BG), Udo Stehling (SPD) und Andreas Braun (CDU) die jüngste Entwicklung: „Es wurde gute Arbeit geleitet, wir sind gut aufgestellt.“

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