6,7 Millionen

„Da wird einem schwindelig“: Kanalanschluss wird teuer

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Kanalbauarbeiten sind in den letzten Jahren deutlich teurer geworden.

Welver - Rund 6,7 Mio. Euro wird die Schmutzwasser-Kanalisierung von Berwicke, Stocklarn, Einecke und Klotingen bis 2023 kosten. 

„Nicht unerhebliche Preissteigerungen“, so Olaf Ströwer vom Ingenieurbüro Kresse (Menden), hätten beim Tiefbau in den letzten drei Jahren die bislang im Raum stehenden Zahlen noch einmal in die Höhe schnellen lassen.

In der Summe enthalten sind Planungskosten in Höhe von 670 000 Euro und Erschließungskosten, jeweils rund 1,5. Mio. Euro pro Dorf. Bis 2023 wollen sich die Planer jeweils einen Ortsteil vornehmen. Um das für das gesamte Gemeindegebiet vorgeschriebene Abwasserbeseitigungskonzept umzusetzen, sind in den nächsten zehn bis zwölf Jahren nach aktuellem Stand sogar mindestens 16 Millionen Euro fällig. Größere Investitionen ins Netz stehen unter anderem in Schwefe und Borgeln an. Ströwer hatte die Pläne am Mittwoch dem Hauptausschuss vorgestellt. „Da wird wird einem schwindelig“, so Monika Korn (FDP).

Weil noch viele Fragen offen sind, sollen jetzt die Fraktionen mit weiteren Details gefüttert werden. In der Ratssitzung am 27. Juni steht das Thema dann erneut auf der Tagesordnung. Um überhaupt weiter zu kommen, formulierte zähneknirschend Bürgermeister Uwe Schumacher diesen Vorschlag, dem sich bis auf Tim-Fabian Römer (BG, Enthaltung) und CDU-Mann Michael Schulte (Gegenstimme) alle Ausschussmitglieder anschlossen. 

Grundsätzlich hält Schumacher jede weitere Verzögerung für „ein schlechtes Zeichen gegenüber der Bezirksregierung“. Die sitzt Welver bei der Kanalisierung der vier Ortsteile mächtig im Nacken. 

Nägel mit Köpfen

Wolfgang Daube (CDU) sieht im weiteren Beratungsbedarf „eine Fortsetzung der Hinhalte- und Verzögerungstaktik“ der Kanalgegner im Rat. Die Kostensteigerung von 5 auf 6,7 Mio. Euro ist seiner Ansicht nach durch Preissteigerungen erklärbar. Dennoch stimmte er dem Kompromiss zu. Auch Tim-Fabian Römer forderte zunächst, gleich „Nägel mit Köpfen“ zu machen. 

Unterdessen haben sich nach Auskunft der Gemeindeverwaltung schon 60 bis 70 Bürger der vier Ortsteile über mögliche Kanalanschlussgebühren und andere Kosten erkundigt. Fachbereichsleiter Markus Hückelheim sicherte zu, dass alle Fragen abgearbeitet werden – „das nimmt aber Zeit in Anspruch“. 

Zudem könne man längst nicht in jedem Fall jetzt schon eine klare Aussage zu den Kosten treffen. Fest rechnen können alle Haushalte, die es betrifft, mit Kosten von 6000 bis 8000 Euro für die Anschaffung von Hauspumpen. 

Die Gemeinde werde mit den Bürgen in Kontakt treten, sobald weitere Details klar seien, so Hückelheim. „Es wird teuer“, so das Fazit Klaus-Theo Rohe (SPD). 

Satzung im Planungsausschuss

Mit dem Antrag zur Umwandlung von der Innenbereichs- in eine Außenbereichssatzung für Berwicke, Stocklarn, Einecke und Klotingen unternahm Peter Riechert einen Versuch, den Zwangsanschluss doch noch zu verhindern. Der Hauptausschuss entschied mit den Stimmen von SPD, FDP, Welver 21 und Grünen knapp für einen Verweis in den Planungsausschuss. Die Gemeindeverwaltung hält die Umwandlung grundsätzlich für nicht realisierbar. 

Quelle: Soester Anzeiger

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