Mit Junggesellenclub aus Schwefe

„Durst ist schlimmer als Heimweh“: Kirmesbummel von Bierstand zu Bierstand

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Umweltfreundlicher Start zum Kirmesbummel: Der Junggesellenclub Schwefe reist gut gelaunt mit Bus in die Kirmes-Metropole Soest.

Schwefe – „Prost, ihr Halunken“ – so endet der Trinkspruch der Mannen vom Junggesellenclub Schwefe. Was vorher versaut gebrüllt und zum Glück sehr schnell und unverständlich vom Vorsitzenden Jan Stratmann skandiert wird, darf hier nicht zitiert werden. Es ist schlicht zu schlüpfrig...

Jedes Jahr am Kirmesmittwoch um 19.11 Uhr treffen sich die Junggesellen beim Gasthof Hillefeld an der berüchtigten sechsspurigen Schwefer Kreuzung zum Vortrinken für den traditionellen Kirmesbummel, der schon seit 27 Jahren organisiert wird. Heute sind es zehn „Halunken“, von insgesamt 40 die sich schon mal das erste Veltins reinspülen, bevor der Bus kommt. „Durst ist schlimmer als Heimweh!“, wissen die Schwefer. 

Frauen bleiben vorerst außen vor

Frauen haben übrigens im Junggesellenclub keinen Zutritt. Da man kein eingetragener Verein ist, kann man sich das auch heute noch erlauben. Kassierer Heiko Meschede hat von allen Kirmesbummlern einen Obolus für die Gemeinschaftskasse eingesammelt. Er ist von jetzt an als Mundschenk und für die Finanzen verantwortlich. 

Los geht's mit dem Bus

Der Bummel der Junggesellen beginnt mit der Busfahrt. Im Anhang haben sie die Schwefer „Kaktussen“, eine dörfliche Weiber-Gang, die sich ebenfalls zum Kirmesgang verabredet hat. Nach der Busfahrt trennen sich allerdings die Wege. Das liegt am Leitspruch der jungen Männer: „Mann sei helle, bleib Junggeselle...!“ 

Volker Kirst spendiert zur Abwechslung von Gerstenkaltschale den Soester Kräuterschnapps Dudelmann.

Das scheint auch deshalb sinnvoll, weil wer heiratet, automatisch aus dem Club ausgeschlossen wird. In diesem Jahr ist es Stephan Nott, der sich traut und deshalb 30 Liter Veltins spendieren muss. Im kommenden Jahr scheidet der älteste Junggeselle, Werner Berger (52), aus. 

Rundgang von Pils zu Pils

Der Weg der Junggesellen auf der Allerheiligenkirmes ist relativ kurz. Er führt vom Busbahnhof am Marienkrankenhaus vorbei zunächst zum Treffpunkt an der Wiesenkirche. 

Kein Motto für die Ewigkeit. Die meisten erwischt es doch.

Hier wird heute ausnahmsweise ein Glas „Einzig Wahres“ eingenommen – das gehört sich eigentlich nicht, weil die meisten Junggesellen Schalke-Fans sind und sie deshalb die Gersten-Kaltschale aus Grevenstein bevorzugen. So zieht sich denn auch der Kirmesbummel vom Veltins-Stand bis zum Veltins in der Kneipe. 

Ausreißer? Jens Steinmann (23) hat an der Bierbude seine Perle Janina Wargowske (24) entdeckt.

Zwischendurch kommt es noch zu einer Störung des Clublebens, weil Jens Steinmann (23) an der Bierbude seine Perle Janina Wargowske (24) entdeckt hat. Mit einem fetten Kuss deutet er schon mal an, dass er dem Junggesellenclub demnächst den Rücken kehren muss. Der Liebe wegen, der am Ende wohl kaum einer der bis zu 52 Jahre alten Junggesellen entkommen wird. 

Eine Runde Dudelmann spendiert

Da diesmal der Anzeiger den Bummel der Schwefer begleitet, die übrigens nicht nur aus dem Dorf an der Blögge, sondern aus der Umgebung bis hin nach Soest und Illingen stammen, macht der Trupp einen Abstecher zu Volker Kirst am Dudelmann-Stand. Der gibt den netten Jungs heute einen aus. Die schlucken den Kräuterlikör und gehen dann nach Gegenüber, um noch ein Veltins nachzulegen. 

Viel mehr als nur Biertrinken

Man könnte jetzt denken, dass sich die Junggesellen einfach nur zum Kirmesbummel treffen, um gemeinsam einen zu saufen. Doch das wäre wohl zu kurz gegriffen. Die Männer verstehen sich gut und haben eine Gemeinschaft gefunden, die nicht nur Zusammenkünfte, sonder auch Freundschaften und Bekanntschaften begründet. 

Damen im Abseits: Die Kaktussen durften nur im Bus mit dabei sein. Das juckte sie nicht.

So gibt es kaum einen Winkel auf der Kirmes, wo sie nicht jemanden treffen und begrüßen. Da macht es auch nichts, dass sie auch nachts um zwei, wenn es langsam zu Ende geht, von den Attraktionen der Kirmes nur einen Bruchteil gesehen haben.

Quelle: Soester Anzeiger

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