St. Othmar in Dinker

Kirche erhält ein neues Schieferdach

Spezialisten für Schiefereindeckungen sind Alexander Stöhr (rechts) und sein Kollege Klaus Balkenhol Erich Schlotmann, Architekt im Ruhestand, ist Ansprechpartner vor Ort und kümmert sich um die Baustelle.
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Spezialisten für Schiefereindeckungen sind Alexander Stöhr (rechts) und sein Kollege Klaus Balkenhol Erich Schlotmann, Architekt im Ruhestand, ist Ansprechpartner vor Ort und kümmert sich um die Baustelle.

Für insgesamt 280.000 Euro bekommt die evangelische Kirche St. Othmar in Dinker ein neues Schieferdach. Dafür fließen auch Zuschüsse. Zum Advent sollen die Arbeiten beendet sein.

Dinker – In luftiger Höhe befindet sich der Arbeitsplatz von Klaus Balkenhol und Alexander Stöhr. Doch für den fantastischen Ausblick über die Felder und Wälder rund um Dinker haben sie nur wenig Zeit. Konzentriert arbeiten die beiden Dachdecker seit einigen Wochen an der Dacherneuerung auf der Südseite der St.-Othmar-Kirche in Dinker, die mit heimischem Schiefer erfolgt.

Platten aus Fredeburg

Jede Schiefertafel wird mit drei gedrillten Nägeln befestigt. Da darf kein Schlag daneben gehen, sofort würden die Schieferplatten aus dem sauerländischen Fredeburg brechen und splittern. Aber die Briloner Firma Prange, bei der die versierten Dachdecker beschäftigt sind, hat sich auf die Arbeit mit Schiefer spezialisiert. Kirchen, Museen und Kapellen gehören dort zum Tagesgeschäft.

An lediglich drei Standorten wird derzeit in Deutschland Schiefer abgebaut, der Fredeburger ist typisch für diese Region. „Er hat die gleiche Güteklasse wie spanischer Schiefer, aber einen höheren Kalkanteil und ist dadurch eher grau“ beschreibt Dachdecker Alexander Stöhr, der seit 31 Jahren im Beruf tätig ist, die Vorteile des heimischen Materials.

Bei rund 280 000 Euro liegt der Investitionsbedarf für die Dacherneuerung, es kann jedoch auf verschiedene Fördermöglichkeiten zugegriffen werden. 140 000 Euro kommen vom Bund, mit weiteren 75 000 Euro beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an den Ausgaben, so dass ein Eigenanteil für die Kirchengemeinde Niederbörde in Höhe von 75 000 Euro verbleibt. Die Erneuerung der Dachgauben ist in den Kosten enthalten.

Vorgabe für die Förderung ist, dass die Umsetzung der Aufgabe in der altdeutschen Eindeckung erfolgt.

Gebindesteigung

Die größeren Platten werden daher an der Traufe eingesetzt, wo das meiste Wasser anfällt, nach oben hin werden die Schiefertafeln dann kleiner. Außerdem wird dabei mit einer sogenannten Gebindesteigung gearbeitet. Das bedeutet, dass bei der Eindeckung ein Gefälle in die eigentlich waagerechte Linie eingearbeitet wird.

Im Juli haben die Arbeiten am südlichen Kirchendach begonnen, bis zum Advent sollen die Arbeiten an der Othmar-Kirche abgeschlossen sein. „Es muss jetzt zügig gehen“ so der zuständige Architekt des Kreiskirchenamt, Dirk Pieper. „Schließlich fallen für das Gerüst laufende Kosten an“. Aber hier kann das Wetter noch für Verzögerungen sorgen.

Am Ende des Langschiffdaches wird jetzt auch ein Chorkreuz seinen Platz finden, dort, wo der Übergang vom Dach zum Chor ist. Um die richtige Dimension für das Kreuz zu ermitteln, steht bereits ein Holzkreuz. Dieses wird jedoch in den nächsten Tagen durch ein rund 1,4 Meter hohes, kunstvoll gearbeitetes Metallkreuz ersetzt.

Gefertigt wird das Symbol übrigens in den Werkstätten der Benediktiner-Abtei Königsmünster in Meschede, die sehr versiert in der künstlerischen Gestaltung ist und bereits an vielen heimischen Kirchen ihr Können bewiesen hat.

Begleitet werden die Arbeiten vor Ort von Erich Schlotmann, der nur einen Steinwurf entfernt vom Kirchturm wohnt.

Architekt vor Ort

Der Architekt im Ruhestand kümmert sich um alles, was vor Ort notwendig ist, und sieht immer einmal nach dem Rechten.

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