Corona-Regeln in Kirchen: Küster muss jetzt gründlich lüften

Kirchwelver
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Ein Blick auf Kirchwelver.

Nach den warmen Sommermonaten trifft die katholische Kirche in Welver nun neue Regelungen für die Gottesdienste in Corona-Zeiten. Das teilt Pastor André Aßheuer mit.

Welver - Der Kirchenvorstand, dessen Vorsitzender er ist, habe für seine Entscheidungen Sachverstand eingeholt: Kirchenvorsteher und Arzt Dietmar Picke, der mit weiteren Medizinern im Gespräch stehe, habe das Gremium über den Aerosol-Ausstoß und die Notwendigkeit der Frischluftzufuhr informiert. In den beiden Gotteshäusern in Scheidingen und Welver werde nun ein Gerät eingesetzt, um als Maß für die Luftqualität den CO2-Gehalt festzustellen und so Anhaltspunkte für ein optimiertes Lüften zu gewinnen.

Solche Systeme messen die Menge an Kohlendioxid im Raum, der Wert erhöht sich, je mehr Menschen sich dort aufhalten. Der Pfarradministrator erläutert diese Ergänzung zu Abstand, Handhygiene und Alltagsmaske: „40 Minuten vor dem Gottesdienst soll das leere Gebäude gelüftet werden, bevor dann zehn Minuten vorher der Einlass erfolgt. Nach den auf 40 Minuten begrenzten Gottesdiensten, das war ein ausdrücklicher Wunsch des Gremiums, wird dann erneut gelüftet.“

Zum Gottesdienst sollen, so Aßheuer weiter, nach Ratschlägen aus einem Gutachten, das 15 Bistümer in Auftrag gaben, nun Türen und Fenster geschlossen und die Heizung ausgeschaltet sein, um ein Aufwirbeln der Partikel zu verhindern.

Freiluftgottesdienste im Bibelgarten haben das liturgische Angebot der Pfarrei St. Maria seit dem Frühjahr geprägt: Taufen, Seelenämter, Familienmessen, Messen am Samstagabend, und ganz treue Gläubige kamen morgens um acht Uhr, wenn die Glocken durch Kirchwelver klangen und die Gesänge zwischen Blumen und Steinstelen angestimmt wurden. „Die Witterung wird dieses Angebot nun zur Ausnahme werden lassen, darum hat sich der Kirchenvorstand als verantwortungsvolles Gremium Gedanken gemacht“, so der Seelsorger.

Das Leitungsgremium habe mit sofortiger Wirkung unter anderem eingeführt, dass bei allen Veranstaltungen – auch bei den Gottesdiensten – der Mund-Nasen-Schutz in den Gebäuden dauerhaft getragen werden muss, „da dies „die derzeit einzige wirksame Maßnahme“ darstelle, sich und andere zu schützen. Auf diese Punkte hat sich der Kirchenvorstand geeinigt: St. Bernhard in Welver und St. Peter und Paul in Scheidingen können mit reduziertem Platzangebot als Kirche genutzt werden.

Lüften: 40 Minuten bis zehn Minuten vor dem Gottesdienst wird der Küster gründlich durch Oberlichter und alle Türen lüften, ein Betreten ist dann untersagt. Gottesdienstbesucher füllen schon zuhause die Rückverfolgungszettel aus, die in großen Mengen ausliegen. Der Ordnungsdienst leitet die Gläubigen zum Platz. Die Türen und Fenster bleiben während des Gottesdienstes geschlossen, damit die Aerosol-Teilchen nicht aufstieben.

Heizung: Die Heizungen sind während der Messe ausgeschaltet. Es bleibt bei der kontinuierlichen Temperatur von 14 Grad, die Anlage wird nicht hochgedreht.

Ein- und Ausgang: Da alle gleichzeitig kommen und gehen, ist der Eingang zu Beginn auch der Ausgang zum Ende. Dort wird die Kollekte gehalten.

Singen: Das Singen im Gebäude bleibt untersagt, nur für kleine Chorgruppen und den Livestream ist es mit maximal zehn Personen erlaubt. Weiteres: Beim Feststellen von jeder Art von Erkältungserscheinungen, wie Niesen oder Fieber, hat der Gläubige, auch wenn er liturgischen Dienst hat, erst einmal dem Gottesdienst oder der Veranstaltung fernzubleiben, so der Kirchenvorstand. Betroffene sollen dann beobachten und gegebenenfalls testen lassen, ob es sich um Covid-19 handeln könnte.

Friedrich Schulze zur Wiesch erklärt für das Presbyterium der Evangelischen Gemeinde Niederbörde, dass die Kirchgänger zum Teil ja bereits wieder stärker in den Gotteshäusern präsent seien – natürlich immer unter den gegebenen Corona-Bedingungen – unter anderem bei den Konfirmationen, die inzwischen stattgefunden haben. Jetzt wolle man in einer Sitzung besprechen wie es nun weitergehe, zum Beispiel bei Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen.

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