Karnevalistische Tanzgruppe

Ein Karnevalsabend mit Reloaded: Vom Schminken bis zum Auftritt

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Seit Ostern laufen die Vorbereitungen, insgesamt neun Auftritte hat „Reloaded“ in der Karnevals-Session. Beim Schützenball Dinker/Nateln/Dorfwelver begeisterten sie ebenfalls wieder das Publikum.

Reloaded tanzt seit 20 Jahren über die Karnevalsbühnen der Region. Wir haben sie einen Abend lang begleitet: Schminken, Dehnen, Kostümprobe, Sekt oder Bier und dem Auftritt.

Welver – Lisa schminkt am besten, aber sie flechtet nicht so gerne. Dafür können einige andere sehr gut Haare flechten, und die Grundierung macht ohnehin jede bei sich selbst. Wenn die Tänzerinnen von „Reloaded“ zu einem ihrer zahlreichen Auftritte eilen, dann treffen sie sich bereits Stunden vorher, und das aus gutem Grund. 

Es ist 19.30 Uhr, als der Blick in den Umkleideraum verrät: hier laufen die Vorbereitungen für den gegen 22 Uhr geplanten Auftritt bereits auf Hochtouren. Während die einen die Grundierung in ihren Gesichtern verteilen, setzt Lisa schon wieder zum Filigranschminken einer Mittänzerin an. Ann-Christin versucht Luises Haarpracht unter Kontrolle zu bringen, um sie mit Haarteilen aufzupeppen, und Lena fragt sich, wie viel Platz wohl auf der vorhandenen Bühne ist. „Wir müssen gleich noch einmal die Aufstellungen durchgehen“, ruft sie in den Raum und erntet zustimmendes Gemurmel. 

An diesem Abend ist die Bühne gar keine echte Bühne, sondern eine große Tanzfläche, die sehr viel Platz zum Austanzen der Choreografie bietet. „Zwei sind heute leider nicht dabei“, erzählt Lena, „da müssen wir dann auch noch einmal auf die Lücken gucken.“ Doch für die Tänzerinnen im Alter von 21 bis 45 Jahre sind diese Minihürden kein Problem. Fast alle sind irgendwann mal für mehrere Jahre in einer Tanzgarde aktiv gewesen und damit schon echte „Bühnenprofis“. 

Melanie ist sogar Gründungsmitglied und als ehemalige Tänzerin des TV Flerke seit der Gründung von „Reloaded“ dabei und möchte keine Session davon missen. „Da wir keine Trainerin haben, besprechen wir alles gemeinsam und diskutieren auch viel aus. Letztes Jahr haben wir kurzfristig nochmal den gesamten Tanz umgeschmissen, aber auch das muss mal sein.“ 

Mit dem Training starten die 16 Tänzerinnen immer nach Ostern, dann zunächst einmal in der Woche. Ab dem Spätsommer wird die Schlagzahl auf zweimal erhöht, plus die Arbeitseinsätze in Sachen nähen. Es ist 20 Uhr, als eine Tänzerin feststellt, dass sie etwas von ihrem Kostüm zu Hause vergessen hat. Gemeinsam mit ihrer Freundin startet die Fahrt, um die Utensilie blitzschnell noch zu besorgen. „Ich habe hier auch noch einen Hut übrig, vermisst den vielleicht jemand?“, fragt eine andere. 

In der Zeit bis 21 Uhr darf es auch mal gesellig sein. Das eine oder andere Bierchen schmeckt und sorgt für Stimmung. „Wir trinken aber auch sehr gerne Sekt“, erklärt Lisa lachend, doch nie zu viel, damit der Tanz bestens klappt. 

Die umfangreichen Kostüme, todschick und selbst genäht in filigraner Kleinarbeit sowie endlosen Arbeitsstunden, werden langsam angezogen und offenbaren das Thema des Tanzes: „Burlesque“. Ab 21 Uhr ist das Dehnen der Muskulatur angesagt. Schließlich möchte sich niemand beim Auftritt verletzen. Ausgebreitete Decken sorgen dafür, dass die Übungen nicht auf dem kalten Hallenboden stattfinden muss. Die Spannung steigt und mit ihr auch das Lampenfieber. 

„Wir sind heute der Überraschungs-Act fürs Königspaar und dürfen deshalb nicht gesehen werden“, verrät Lena, bevor sich endlich die abgeschlossene Tür öffnet und die Einmarschmusik erklingt. Das Königspaar, aber auch alle anderen Gäste an diesem Abend, sind begeistert. Tosender Applaus nach dem Tanz fordert eine Zugabe, die kommt gegen 22.15 Uhr, auch wenn jede Tänzerin ein bisschen aus der Puste ist. 

Nach dem Ausmarsch ist der vierte Auftritt dieser närrischen Session gelaufen, fünf weitere werden noch folgen. „Wir freuen uns auf jeden einzelnen davon, denn jeder ist irgendwie anders, ganz speziell und mit eigenem Flair.“

Quelle: Soester Anzeiger

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