Johanna Platte ist die erste Feuerwehrfrau in Scheidingen

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Johanna Platte ist die erste Feuerwehrfrau  beim Löschzug Scheidingen. In ihrer Uniform mit dem Helm ist sie kaum zu erkennen. Das untere Bild zeigt sie in Zivil.

Scheidingen – Johanna Platte ist die erste Frau im Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Scheidingen-Illingen. Dumm geguckt habe keiner, im Gegenteil: Mit offenen Armen sei sie aufgenommen worden, berichtet die 18-Jährige.

Überhaupt sind die große Kameradschaft und der enge Zusammenhalt innerhalb der rund 40-köpfigen Gruppe das Größte für die junge Frau. „Bei einem Einsatz gehen wir zusammen rein und zusammen wieder raus. Da wird keiner allein gelassen“, sagt sie. Das imponiert ihr. 

Der Entschluss, Feuerwehrfrau zu werden, war bei der ruhigen, überlegten jungen Frau keine spontan aufflammende Idee, sondern das Ergebnis nüchterner Erwägungen. „Mir war immer klar, dass ich einen Beruf haben möchte, bei dem ich viel unterwegs bin“, sagt Johanna. Und sie will sich auch beruflich für andere Menschen einsetzen, so wie sie das jetzt bereits tut.

 Sie ist Messdienerin in der Welveraner Mariengemeinde und macht gerade ihren DLRG-Rettungsschein. Auch ihre Eltern sind sozial engagiert, ihr Pate ist Feuerwehrmann und viele ihrer Bekannten aus dem Ort ebenso. Da lag es für die junge Frau nahe, sich in dem Bereich umzutun, als es um die Berufswahl ging. 

Noch ist nichts entschieden. Erst mal muss Johanna das Sport-Abi am Börde-Berufskolleg bestehen. Aber die Richtung schien spätestens nach zwei Tagen Hospitanz bei der Feuerwehr in Hamm klar zu sein.

 Einmal monatlich trifft sich die 18-Jährige jetzt mit den Feuerwehrleuten bei den Übungsabenden. Auch bei den Probeeinsätzen darf sie mit. Dann trägt sie die dunkle Kluft mit den gelben und silbernen Reflektor-Streifen und den Helm mit dem Sicherheits-Scharnier. Noch ist sie nur passive Zuschauerin, richtig anpacken und helfen darf sie erst, wenn sie Modul 2 des Feuerwehr-Lehrgangs absolviert hat: „Dann geht’s richtig los“ Ja, gespannt ist sie schon.

 „Man weiß ja nie, wann und wo ein Einsatz sein wird.“ Noch aber heißt es wie im Berufskolleg: lernen, lernen. Mädchen sind bei der Feuerwehr längst nichts Besonderes mehr, hat Johanna spätestens in ihrem Lehrgang festgestellt. Sie drückt mit zwei anderen jungen Frauen die Schulbank. 

Vielleicht wäre Berufsfeuerwehrfrau etwas für sie. Die Ausbildung macht man in der Regel gemeinsam mit der zur Notfall-Sanitäterin – zwei Jobs, die nicht nur an den körperlichen, sondern auch psychischen Kräften zehren.

 Ob sie das durchhalten könnte, will Johanna Platte in den Osterferien mit einem Praktikum in der Uni-Klinik Erlangen testen. „Es hat ja keinen Zweck, wenn ich die Ausbildung anfange und stelle dann fest, ich kann das nicht bringen“, sagt sie gut überlegt. Typisch Johanna. Wer sie kennt, hat keinen Zweifel, dass sie das Praktikum schaffen wird.

Quelle: Soester Anzeiger

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