Hohe Kosten in Klotingen

Abwasserverein rechnet mit 30 000 Euro pro Anschluss

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Mit frischen und bewährten Kräften ist der Vorstand des Abwasservereins besetzt. Von links: hintere Reihe Ben Gerhards, Peter Beckmann, Roland Korn, Martin Feister, vordere Reihe Christa Stock, Kerstin Beckmann, Karl Kapp, Otto Trottenburg.

Klotingen - Zwar ist das Urteil zur Umsetzung des Abwasserkonzepts in Welver rechtskräftig, auf der Jahreshauptversammlung des Abwasservereins skizzierte der stellvertretende Vorsitzende Peter Beckmann aber noch zwei Strategien, deren Umsetzung doch noch zu verhindern.

Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung sei eine Anpassung des Landeswassergesetzes an das Bundeswassergesetz vorgesehen, die Kleinkläranlagen im Innenbereich unter Umständen erlaubt. Wann dieses Gesetz allerdings verabschiedet werde, sei noch nicht absehbar. 

Eine weitere Option sieht Beckmann in einer Änderung der Welveraner Abwassersatzung. Hier ist seiner Meinung nach eine Mustersatzung von der Gemeinde Welver ohne Anpassung an den Bedarf in Welver übernommen worden. Hier möchte er die heimischen Politiker in die Verpflichtung nehmen, sich für die Bürger stark zu machen. 

„Die guten Werte interessieren keinen“ 

Vorsitzender Karl Kapp äußerte sich zu Beginn der Jahreshauptversammlung enttäuscht über die vergangene Entwicklung. Auch der kürzlich im WDR-Fernsehen gezeigte Bericht habe nichts geändert „Es interessiert keinen Menschen, dass wir hier mit sehr guten Ablaufwerten aufwarten können, die mindestens gleichwertig mit öffentlichen Kläranlagen sind, es muss eben Recht und Gesetz durchgesetzt werden – und wir sind anscheinend die Gesetzlosen“, machte er seinem Unmut über die Situation Luft. „Wir müssen noch mehr versuchen, politischen Einfluss zu nehmen, entweder über die Landtagsabgeordneten oder über den Petitionsausschuss." 

Auch die zu erwartenden Kosten, die auf den Einzelnen zukommen, wurden thematisiert. Hier wurde als Rechenbeispiel für 67 Anschlüsse in Klotingen ein Wert von 20 bis 30 000 Euro pro Anschluss genannt. „Es kann nicht sein, dass jemand sein Ackerland verkaufen muss, um das zu bezahlen“, entrüstete sich Kapp. 

Beckmann neue Schriftführerin

Bei den anschließenden Vorstandswahlen gab es nur geringe Veränderungen im Vorstand. Vorsitzender Karl Kapp und sein Stellvertreter Peter Beckmann willigten für eine weitere Wahlperiode ein und wurden einstimmig im Amt bestätigt. Kerstin Beckmann ist nun die Schriftführerin des Abwasservereins, Martin Feister wurde für Antonius Steinschulte zum Kassierer gewählt. 

Die Einziehung des Mitgliedsbeitrags, der in der Vergangenheit mehrfach nicht erhoben wurde, da der Kassenbestand ausreichend war, legte die Versammlung in das Ermessen des Vorstands, da derzeit nicht absehbar ist, ob größere Beträge eingesetzt werden müssen. 

Quelle: Soester Anzeiger

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