Investoren planen Solar-Parks in Welver: Das sagt die Politik dazu

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Auf der Fläche im Vordergrund an der Bahnstrecke bei Borgeln soll einer der beiden Solarparks entstehen.

Welver – Von positiv bis kritisch reichen die Meinungen der Lokalpolitiker in Sachen „Sondergebiete für Photovoltaikanlagen“ in Welver. Zwei Anlagen bei Klotingen (1,5 Hektar) und bei Borgeln (4 Hektar) an den Eisenbahntrassen der Deutschen Bahn gelegen, wurden von Investoren beantragt.

Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung diskutierte jetzt die Anträge auf Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung Vorhaben bezogener Bebauungspläne. „Wollen wir das in Welver?“, fragte sich nicht nur Klaus-Theo Rohe (SPD). 

Positiv wurde anerkannt, dass solche Anlagen nur an großen Straßen, Industrieanlagen oder Eisenbahnstrecken genehmigt werden und dass sie natürlich keine wesentlichen unerwünschten Auswirkungen auf die Umwelt haben wie Windkraftanlagen oder Biogas-Anlagen.

Bis zu 750 Kilowatt Leistung

Photovoltaik-Planer Daniel Christen erläuterte im Ausschuss, dass die bei Klotingen geplante Anlage aus versicherungstechnischen Gründen eingezäunt werden muss, wobei ein Unterschlupf für Kleintiere in Höhe von rund 30 Zentimetern offen bleiben muss. Die Tallage hier sei günstig für die Sonneneinstrahlung und völlig unbeschattet. Die Einzelmodule, die hier mit Bodenverankerung aufgestellt werden, sollen bis zu 750 Kilowatt Leistung erzeugen. 

„Die Anlage ist völlig reversibel“, erläuterte Christen. Wenn die Stromerzeugung aufgegeben werde, könne die Ackernutzung ohne Einschränkungen wieder aufgenommen werden. Während der Betriebszeit müssten dort von der Naturschutzbehörde vorgeschriebene Gräser ausgesät werden. 

Heiko Kosche: "Ob das in unsere Region passt?"

Peter Holuscha (BG) fragte sich in der Diskussion, ob es angesichts der Deutschen Stromüberschüsse überhaupt sinnvoll sei, solche Anlagen zusätzlich zu errichten. Kay Philipper (Welver 21) wie auch Heiko Kosche (FDP) meldeten „Bauchschmerzen“ an, weil sie sich fragten, ob es Sinn mache, wertvolles Ackerland zugunsten der Stromerzeugung aufzugeben. „In der Wüste ja, aber ob das in unsere Region passt?“ fragte sich Kosche. 

Wolfgang Daube (CDU) begrüßte die Bauvorhaben in Zeiten von Klimawandel und Energiewende. Es sei positiv, auch Strom vor Ort zu produzieren. „Als durchaus positiv“, bewertete auch Klaus-Theo Rohe (SPD) die Initiativen. Andererseits blickte er auch besorgt auf die Dimensionen der Anlagen, besonders des 4-Hektar-Projektes bei Borgeln.

Fraktionen werden beraten

Beschlossen wurde auf Initiative von Rohe, die generelle Frage erst einmal in den Fraktionen zu klären und dann erneut im Ausschuss zu diskutieren.

Quelle: Soester Anzeiger

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