Wie Freunde den Flüchtlingen im Eilmser Wald helfen

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Der Freundeskreis Eilmser Wald, vertreten durch durch den Vorsitzenden Ulrich Jungen (3. von links), Ulrike Putinas (3. von rechts ) und Betty Metzner (2. von rechts) nahm von Landrätin Eva Irrgang (2. von links) und Lippetals Bürgermeister Matthias Lürbke (links) den Integrationspreis „Zuhause im Kreis Soest 2019“ entgegen. Auch Welvers Bürgermeister Uwe Schumacher (rechts) war bei der Feierstunde im Kreishaus-Foyer.

Welver. Gut, dass es den Bulli gibt. Ohne den Kleinbus wären die Bewohner im Eilmser Wald weitgehend von der Welt abgeschnitten, denn die Flüchtlingsunterkunft liegt wunderschön und idyllisch im Grünen, aber weitab vom Geschehen. Der Freundeskreis Eilmser Wald hilft Verbindungen zu schaffen, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. 

Bei einer Feierstunde im Kreishaus mit der Übergabe des Integrationspreises an die engagierte Gemeinschaft erzählte der Vorsitzende, Ulrich Jungen, jetzt  über den Nutzen des von der katholischen Kirche gekauften Fahrzeuges, das an allen Werktagen unverzichtbar und zuverlässig im Einsatz ist, somit wöchentlich um die 250 Kilometer absolviert und Anschluss hält. Kinder werden etwa zur Kita gebracht und ihre Eltern zum Einkaufen. Der Freundeskreis leiste Herausragendes, hatten die Laudatoren, Landrätin Eva Irrgang und stellvertretend für alle Bürgermeister im Kreis, Matthias Lürbke (Lippetal), zuvor hervorgehoben.

 Vor großer Publikumskulisse nahmen Ulrich Jungen, Ulrike Putinas und Betty Metzner die Auszeichnung entgegen. Ulrich Jungen erzählte über die Arbeit der Ehrenamtlichen und über den Alltag in der Einrichtung, wo derzeit 60 bis 70 Menschen leben. Wie wichtig es ist, dass sich Menschen umeinander kümmern, machten seine Schlussworte deutlich: Niemand wisse, was sich auf der politischen Bühne noch ergibt. Es gibt immer etwas zu tun – so lässt sich zusammenfassen, was der Freundeskreis leistet, um Flüchtlingen, die im Land zuhause sein wollen das Einleben, zu erleichtern. Der Vorsitzende nannte am Freitag Sprach- und Nähkurse, ebenso das belieb

te Freizeit-Café, das gern auch ehemalige Bewohner besuchen, um die Bekannten aus der gemeinsamen Zeit im Eilmser Wald wiederzusehen. „Unser größtes Problem ist die Abgeschiedenheit“, betonte der Vorsitzende. bis zum Zentralort sind es gut acht Kilometer. Dank des Neun-Sitzers – zum großen Teil aus dem Flüchtlingstopf des Erzbistums finanziert – sei es möglich, regelmäßige Touren zu organisieren, zum Beispiel zu pakistanischen, türkischen und indischen Märkten in Hamm, zu deren Sortiment landestypische Gewürze gehören. Oft geht es zur Kleiderkammer. Jungen: „Der Bedarf reißt nicht ab.“ Beliebt seien die Ausflüge als ganz besonderes Ereignis. „Wie sehr sich die Bewohner darauf freuen, merkt man an der Kleidung“, sagte Ulrich Jungen, „dann machen sie sich richtig schick.“ 

Die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft beteiligten sich am Abendmarkt in Welver, wobei die kleinen Häppchen als Fingerfood, die sie zubereiten, bei den Besuchern guten Zuspruch fanden. Auch beim zweitägigen Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende wird der „Eilmser Wald“ vertreten sen. Jungen erwähnte ebenso die große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, insbesondere bei Sachspenden. Ebenso nannte er die Zahl von bisher fünf Kirchenasylen.

Der gemeinnützige Verein besteht seit fünf Jahren. Mechtild Brand gehört zu den Mitbegründern.

Quelle: Soester Anzeiger

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