Wohl erst im März weiter in Richtung Bönen

Zirkus bleibt im Notquartier auf dem Parkplatz an der Bördehalle

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Bunte Zeltbahnen zum Trocknen ausgelegt. Der Zirkus „Ideal“ wird wohl noch einige Wochen auf dem Parkplatz an der Bördehalle in Welver campieren.

Welver – Die Abreise muss noch einmal verschoben werden. Der Zirkus „Ideal“, der seit November auf dem Parkplatz an der Bördehalle campiert, hat wegen des Unwetters im November und einer Absage der aufnehmenden Stadt sein Winterquartier nicht aufsuchen können und blieb deshalb in Welver.

Eigentlich wollten Zirkus-Mitarbeiterin Janine Arach-Wagner und ihre Mitarbeiter und Tiere schon in dieser Februar-Woche weiterziehen. Doch es fand sich keine Kommune, die bereit ist, die Schausteller aufzunehmen. 

Erst Anfang März kann der Zirkus daher zu seinen ersten Auftritten 2019 weiterreisen. Angegeben als Ziele wurden zuletzt Bönen und Hameln.

Helfen ist soziale Verantwortung

Für die Gemeinde Welver ist es daher eine soziale Verantwortung, die Zirkusleute, die unabsichtlich in Welver gestrandet sind, nicht vom Hof zu jagen, sondern erforderliche Sozialhilfe zu leisten. 

Das bedeutet, dass nach dem Sozialgesetzbuch außer dem Standplatz noch Leistungen wie Strom und Wasser für die Wohnwagen zu Lasten der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. 

Bitter für den Zirkus: Wegen des Sturms waren auch die letzten Vorstellungen im November des Vorjahres ausgefallen, so dass keine Einnahmen erzielt werden konnten. Schließlich gab es bei einer Familie auch noch einen Unglücksfall, der zu zusätzlicher sozialer Härte führte. 

Ärger mit Hunden und Misthaufen

Laut dem allgemeinen Vertreter im Welveraner Rathaus, Camillo Garzen, hat es bis auf Beschwerden von Nachbarn wegen eines Misthaufens und freilaufender Hunde (Mängel inzwischen abgestellt) bisher keine Klagen über die Zirkusleute gegeben. Weitere Störungen durch den Zirkus „Ideal“ sind in der Verwaltung nicht bekannt. 

Natürlich bleibt das Ordnungsamt in Kontakt mit den fahrenden Leuten und schaut dort dann und wann nach dem Rechten. Inzwischen haben auch mit den Organisatoren des Karnevals Gespräche stattgefunden, und das Problem wurde diskutiert. 

Sitzung und Umzug nicht gefährdet

Dabei kam man überein, dass sowohl die Sitzung des Schützenvereins Horrido in der Bördehalle, als auch der Treffpunkt für den närrischen Umzug an Weiberfastnacht durch den Aufenthalt der Zirkuswagen und des Zeltes zwar platzmäßig beeinträchtigt werden, die Veranstaltungen aber nicht gefährdet sind. 

Lösungen seien möglich, erklärt Camillo Garzen. Auch die Aufstellung des Zuges könne trotz des Hindernisses auf dem Parkplatz und vor der Bördehalle durchgeführt werden. Anzeiger-Nachfragen beim Zirkus an Janine Arach-Wagener blieben bisher ohne Antwort.

Zirkusprobleme hierzulande

So ein kleiner Zirkus hat es nicht leicht, Orte zu finden, an denen Aufführungen möglich sind. So ergeht es hier und da auch dem Circus Ideal, wie eine Recherche im Internet schnell deutlich macht. Mal strandet der Zirkus in Menden-Lendringsen, mal ist er in Schwierigkeiten in Meinerzhagen. 

Dann wieder gibt es viel Zirkus und den Circus Ideal an der Balver Höhle. Da können einem einerseits die armen Zirkusleute leid tun, andererseits aber auch die Ordnungs- und Sozialämter.

Quelle: Soester Anzeiger

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