Unternehmer wirbt für Welver

Hartmut Sokolskis Laden fährt in Corona-Zeiten Gewinne ein

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Mit 71 Jahren noch überaus rührig und geschäftstüchtig: Hartmut Sokolski in seinem „Druckshop“ am Markt in Welver.

Corona hat viele Menschen gebeutelt und beutelt sie weiterhin. Kaufleute und Wirte allemal. Umso bemerkenswerter: Hartmut Sokolski, der rührige Inhaber des Druckshops am Markt, zieht eine überaus positive Bilanz der vergangenen Monate.

Welver - Im Mai und Juni gingen seine Umsätze nicht zurück, sondern steil nach oben. Nun bricht der 71-Jährige eine Lanze für die Welveraner und ihren Einzelhandel am Ort. Die Geschichte erinnert an den Comic von Asterix und Obelix. „Ganz Gallien ist von den Römern besetzt“, heißt es dort. „Ganz Gallien? Nein. Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.“ Auf den Druckshop und den Einzelhandel in Welver gemünzt, könnte das so lauten: Der Einzelhandel stöhnt gerade (und sicherlich oft genug zurecht) über die Corona-Folgen. Doch mit Sokolski hält einer erfolgreich gegen den Trend. 

Gegenwehr gegen die Schließung

Dabei war auch für den Kaufmann die Situation im März rabenschwarz. Er musste seinen Druckshop schließen. Er reagierte nicht mit Frust und Verzweiflung, sondern mit „massiver Gegenwehr“. Er setzte sich mit seiner Devise bei den Behörden durch, sein Laden sei wegen des Verkaufs von Schreibmaterialien, Papier, Tinte und Toner schon deshalb „systemrelevant“, weil die Schulkinder und ihre Eltern im Homeoffice das alles benötigten. Schon im April durfte er wieder an den Start. Und dieser April liest sich wie eine Erfolgsgeschichte: Zu seinen Büchern, Grußkarten, Malutensilien und dem ohnehin üppigen Bestand an Allerwelts-Utensilien besorgte sich Hartmut Sokolski in rauen Mengen Klopapier und Atemschutzmasken und spürte, wie ihm das alles buchstäblich aus den Händen gerissen wurde. 

Umsatz gesteigert

Der „Lohn“ am Ende des Monats: Obwohl er im April nur zweieinhalb Wochen geöffnet hatte, verbesserte sich der Umsatzwert gegenüber April 2019 sogar noch leicht. In den „vollen“ Monaten Mai und Juni kletterten die Umsätze um sage und schreibe 45 beziehungsweise 30 Prozent gegenüber den Vorjahres-Monaten. „Dieser Zuspruch der Bevölkerung zeigt einmal mehr, wie wichtig Inhaber geführte Geschäfte sind, weil sie sofort auf die aktuellen Bedürfnisse der Kunden reagieren können, im Gegensatz zu den Filialisten und dem Internet“, lautet Sokolskis Corona-Welver-Bilanz.

Der 71-Jährige dankt bei der Gelegenheit den Bürokraten, dass sie zu Beginn des Lockdowns so unbürokratisch in diesen „dunkelsten Tagen“ geholfen hätten. Von solchen Machern wie dem Druckshop-Inhaber „brauchen wir mehr in Welver“, sagt Ortsvorsteherin Monika Korn. Sokolski habe wesentlich dazu beigetragen, dass nach dem Abzug des Spar-Markts vor wenigen Jahren und der Tristesse am Markt wieder Handel und Wandel einzogen: Durch den Umzug des Druckshops mitten auf den Markt, aber auch mit Rossmann und dem neuen Café Dördelmann. 

Ortsvorsteherin nicht überrascht

Korn wundert sich nicht, dass der Laden läuft. Erst kürzlich habe sie von einer Bekannten gehört, die eigens von Werl rüberfahre – in der Gewissheit, im Druckshop „alles zu bekommen“, und seien es neue Batterien für eine Fernbedienung. Die Ortsvorsteherin sieht aber auch ihre Mitbürger in der Pflicht und appelliert: Das alles funktioniert nur, wenn in Welver auch eingekauft werde. Zum Beispiel auf dem freitäglichen Wochenmarkt. Die Händler dort kämen natürlich nur, wenn es sich für sie rechne.

Quelle: Soester Anzeiger

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