Änderung des Flächennutzungsplans an der Ladestraße auf den Weg gebracht

Grünes Licht für Raiffeisen-Projekt

Diesen Entwurf für das Projekt auf dem Raiffeisen-Gelände wurde  in der jüngsten Sitzung des Entwicklungsausschusses vorgestellt.
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Diesen Entwurf für das Projekt auf dem Raiffeisen-Gelände wurde in der jüngsten Sitzung des Entwicklungsausschusses vorgestellt.

Zaghaft zwar, aber deutlich vernehmbar: Applaus bei einer Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung in der Borgelner Schützenhalle. Einige Zuhörer in den hinteren Reihen klatschten, nachdem die Politik die erste Hürde aus dem Weg geräumt hatte für die Umsetzung des 10-Millionen- Vorhabens auf dem Raiffeisen-Gelände an Ladestraße und Starenschleife. Bis auf zwei Enthaltungen durch die Bürgergemeinschaft hoben die Vertreter aller anderen Fraktionen die Hände, als es um den von den vier Mehrheitsfraktionen von SPD, Grünen, Welver 21 und FDP eingebrachten Beschlussvorschlag ging, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen.

Welver - Zuvor hatte Michael Stadler von der beauftragten Firma MD-Projekt aus Erwitte ausführlich die Planungen erläutert. Demnach soll auf dem Areal, wo heute noch der alte Raiffeisen-Turm als letztes Relikt der einstigen Nutzung zu sehen ist, auf 5000 Quadratmetern ein Gebäudeensemble entstehen für eine vielfältige Nutzung von Gastronomie über Tagespflege für Senioren bis hin zu Wohnungen unterschiedlicher Größenordnungen.

Rund 3000 Quadratmeter sind allein für Wohnzwecke gedacht, davon ein erheblicher Teil für seniorengerechte Apartments. Auch an eine Senioren-WG und Einrichtungen für Tagespflege, Ergotherapie und Pflegedienst ist gedacht. „Wir haben da schon einen konkreten Interessenten“, wies Michael Stadler vor dem Ausschuss darauf hin, dass der Bedarf an derartigen Angeboten in Welver längst Interessenten aufmerksam gemacht hat.

Monika Korn von der FDP begrüßte die veränderte Optik. „Bei der ersten Vorstellung war ich noch geschockt, jetzt bin ich begeistert.“ Dabei fragte sie nach der Möglichkeit von Eigentumswohnungen. MD-Projekt will die rund 50 Wohnungen allerdings als Vermieter anbieten. Hier fragte Tim-Fabian Römer von der BG nach dem zu erwartendem Mietzins. „Die Preise sind aktuell nur schwer kalkulierbar“, verwies Stadler auf die aktuelle Preissituation im Baugewerbe und die angestrebte hohe Bau-Qualität. Unter zehn Euro solle der Quadratmeter aber schon bleiben.

85 Plätze in Tiefgarage

In das Projekt integriert werden soll eine von der Starenschleife aus befahrbare Tiefgarage mit 85 Stellplätzen, deren Nutzungsmöglichkeiten zur Diskussion im Ausschuss führten. So wurde von Dominic Mertens von der CDU angeregt, dass 15 Parkplätze kostenfrei zur Verfügung gestellt werden sollten. Denn die Planungen von MD-Projekt sehen vor, dass der Gebäudekomplex auch den jetzigen Parkplatz umfasst, auf dem neben den Altglas- und Altkleidung-Containern 22 Stellplätze vorhanden sind.

„Wenn sie uns dies ins Pflichtenheft schreiben, können wir es realisieren“, ging Michael Stadler auf diese Forderung ein. So könnte eine Schranke auch so in der Tiefgarage platziert werden, dass ein Teil der Parkplätze frei zugänglich ist. Das Gros der Tiefgarage aber soll den Bewohnern zur Verfügung stehen. „Gegen einen kleinen Obolus“, präzisierte Stadler, der zugleich darauf verwies, dass Ladestationen für E-Autos in der Hand der Mieter liegen würden. Nur für die entsprechende Verkabelung würde gesorgt. Im Außenbereich sollen Parkplätze entlang der Ladestraße entstehen.

Der Projektleiter warb dafür, dass die Politik grünes Licht gibt für den Verkauf des gemeindeeigenen Parkplatzes an seine Firma – immerhin 700 Quadratmeter. So ließe sich direkt gegenüber dem künftigen Eingangsbereich des Bahnhaltepunktes eine attraktive Fläche schaffen, die auch für eine Außengastronomie genutzt werden können. Ob Restaurant oder Café, ließ Stadler offen. Auf jeden Fall soll es für Bahnreisende, die in Welver ankommen, gleich ein positives Erscheinungsbild darstellen.

Bedenken dazu äußerte Peter Holuscha von der BG. Er begrüßte die Planungen zwar grundsätzlich. Aber er wies darauf hin, dass die Kurve von der Ladestraße zur Starenschleife für Busse unter Umständen zu eng sein könnte. Sein Fraktionskollege Tim-Fabian Römer sprang ihm bei und betonte, dass es sinnvoll sei, bei der Neugestaltung des Bahnhaltepunktes auch die Busse an dieser Stelle abfahren zu lassen. „Es kann nicht sein, dass wir Leute, die vom Bus in die Bahn umsteigen wollen, 300 Meter laufen lassen.“

Detlev Westphal vom Bauamt der Gemeinde erläuterte, dass Busverkehr an dieser Stelle schwer vorstellbar sei, es rund um den Bahnhof genügend Haltestellen gebe. Ausschussvorsitzender André Buschulte (CDU) brachte ins Spiel, dass es auch die Möglichkeit gebe, auf der südlichen Seite des Bahnhofs am Ostbusch eine Bushaltestelle einzurichten.

Grüne Dachflächen

Im Innenbereich des dreigeschossigen Gebäudekomplexes soll ein großzügiger Hof zu einer Begegnungsstätte für Jung und Alt entwickelt werden mit vielerlei Nutzungsmöglichkeiten. An einen Spielplatz, den Cornelia Plaßmann von den Grünen angeregt hatte, ist bislang allerdings noch nicht gedacht. Die Dachflächen sollen begrünt werden; zu einer vom Grünen Jan Breuer empfohlenen vertikalen Begrünung äußerte sich Stadler zurückhaltend. Von einer Photovoltaik-Anlage wurde im Ausschuss nicht gesprochen, allerdings von einer Wärmepumpe.

In der nächsten Woche wird sich der Hauptausschuss noch mit dem Thema befassen, am 6. Oktober final der Rat. Dann wären die übergeordneten Behörden, sprich Arnsberg, am Zuge. Sollte sich der Regierungsbezirk durch die Rückentwicklung anderer Wohnbauflächen im Gemeindegebiet gnädig stimmen lassen und der Umwandlung des Gewerbegebiets in ein Mischgebiet zustimmen, sollte im letzten Quartal der Verkauf der Parkfläche unter Dach und Fach gebracht, Mitte 22 der Bebauungsplan rechtskräftig werden. Dann könnten die Fläche geräumt und der Bau in der zweiten Hälfte 22 starten. Ehrgeiziges Ziel ist es, binnen zwei Jahren zum Abschluss zu kommen. „Vielleicht dauert es aber auch drei Jahre in mehreren Abschnitten“, so Stadler.

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