Fällung am Donnerstag

Das ging schnell: 100 Jahre alte Eiche in Welver ist schon weg

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Die Säge hat ganze Arbeit geleistet. Allerdings war auch einige Man-Power nötig, um den Baumriesen an der Rossbierke platt zu machen.

Welver – „Ich hatte gehofft, dass wir den wild gesäten Baum noch halten können, doch die Schäden waren aus unserer Sicht nicht behebbar“, bedauert Bauhof-Leiter Hans Wilms die Fällung der Eiche am Graben hinter der Straße Rossbierke am Donnerstag.

Ein Mitarbeiter des mit den Fällungsarbeiten beauftragten landwirtschaftlichen Lohnunternehmens Franz Schumacher aus Lippetal Schoneberg pflichtet ihm bei. Das Totholz aus der kranken Eiche herauszuschneiden sei nicht möglich gewesen. Zudem hatte der Baum weitere Schäden durch eingewachsene Eisennägel und unsachgemäß ausgeführte Sägearbeiten aus der Vergangenheit. 

Stück für Stück zersägt

Der Boden am nebenliegenden Acker war am Donnerstag trocken und fest genug, dass Kranwagen und Transportfahrzeuge darauf fahren konnten. So begann schon am frühen Vormittag die Fällungs-Aktion. „Wer weiß, wann wir wieder auf den Acker können“, begründet Hans Wilms die Eile der Aktion. Mit Kettensägen wurde die alte Eiche Stück für Stück zerlegt, ein mitten im Stamm eingewachsener nageldicker Eisenspahn musste dabei durchtrennt werden. Das Holz drumherum hatte sich schwarz eingefärbt. Ein Bagger mit Greifarm legte die Teile auf dem Acker ab. 

Holz geht an den Unternehmer

Später wurden sie abtransportiert. Das Holz erhält vertragsgemäß die Firma Schumacher, es ist ein Teil der Bezahlung für die Fällung und die Entsorgung des Baumes. Mit dem Allgemeinen Vertreter im Rathaus, Camillo Garzen, hat Bauhof-Leiter Hans Wilms abgesprochen, dass die Ersatzpflanzung möglichst bald erfolgen soll. Auch Ortsvorsteherin Monika Korn hat sich eingeschaltet. Sie unterstützt Hans Wilms in Sachen Baumfällung, drängt aber auch darauf, dass die neuen Bäume zeitnah gesetzt werden, so dass die Gemeinde Welver nachweist, dass sie nicht nur Bäume fällt, sondern auch ökologisch handelt, indem sie für neue Bäume sorgt. 

Ort für Ersatzpflanzung gesucht

Hans Wilms hat indessen schon nach Orten gesucht, an denen die neuen Bäume gepflanzt werden sollen. Zurzeit ist ein Feldweg nahe der Rossbierke der Favorit, denn Hans Wilms möchte die Ersatzpflanzung am liebsten in der Nähe der gefällten alten Eiche setzen. 

Nachbarin SPD-Ratsfrau Anita Bauer, die die Fällung verhindern wollte, findet den Tod des alten Baumes wirklich schade. „Was soll man machen, es ist zum Heulen“, sagt die Welveranerin und ruft nach einem Klimabeauftragten für die Verwaltung in der Gemeinde Welver.

Quelle: Soester Anzeiger

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