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Ostbusch: Bürger kommen zu Wort

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Von: Dirk Wilms

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Hier soll das Gewerbegebiet am Ostbusch entstehen.
Hier soll das Gewerbegebiet am Ostbusch entstehen. © Dirk Wilms

Es dauerte deutlich länger als eine Stunde, ehe eine einhellige Entscheidung gefallen war. Dann hoben sich alle Hände der im Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Planung, Natur und Klimaschutz vertretenen Kommunalpolitiker. Sie befürworten einstimmig, bis Ende März eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Gewerbegebiet an Ostbusch und Pferdekamp durchzuführen.

Dann sollen die Bürger im Rahmen eines Präsenz- oder Online-Treffens – das hängt von Corona ab – ihre Meinung zu den Planungen der Gemeinde kundtun, auf dem rund vier Hektar großen Gelände am südöstlichen Ortsrand von Welver ein Gewerbegebiet zu entwickeln. Eine Möglichkeit, schon im Vorfeld online Ideen und Meinungen einzubringen, ist seitens der Gemeindeverwaltung in Arbeit.

Im Ausschuss erläuterte Wirtschaftsförderin Alicia Sommer anhand zweier visueller Bilder, wie das Gebiet gestaltet werden könnte. Bei den Darstellungen handele es sich nicht um eine Vorplanung, wie sie unterstrich, sondern nur um eine Skizze, anhand derer sich die Bürger eine Vorstellung machen können, wie es aussehen könnte.

Demnach stellte sie zwei Ideen vor mit unterschiedlichen Zufahrten in das Areal, das durch eine Ringstraße erschlossen werden könnte. Eines der visuellen Bilder zeigte die Zufahrt am Ortseingang durch einen Abzweig vom Ostbusch, ein anderes die Zufahrt über einen Kreisverkehr, der am Abzweig des Pferdekamps vom Ostbusch eingerichtet werden könnte. Direkt an den beiden vorhandenen Hauptstraßen sieht die Idee vor, einen schon im Flächennutzungsplan vorgesehenen Pufferstreifen durch einen Radweg zu nutzen, zudem einen Grünstreifen rund um das Gebiet anzulegen, der zum Ostbusch und zum Pferdekamp hin auf einem Wall angelegt werden könnte.

Im Einfahrtsbereich würde ein Regenrückhaltebecken berücksichtigt. An der ringförmigen Straße sind ein gutes Dutzend Parzellen eingezeichnet in unterschiedlicher Größenordnung. Dabei würde der Bauhof mit einem Areal von 5300 Quadratmeter das größte Stück vom Kuchen bekommen. Die Grundstücke für die Gewerbebetriebe lägen in einem sehr variablen Größenbereich zwischen 500 und 4000 Quadratmetern.

Damit würde den unterschiedlichen Anforderungen der Firmen Rechnung getragen. „Wir haben 13 Interessenten, elf davon sind schon in der Gemeinde Welver ansässig“, erläuterte Sommer auf Anfrage der CDU. Dabei handele es sich um Handwerker, Händler und Dienstleister. Dem Vernehmen nach würden drei der Interessenten ab liebsten sofort loslegen. Es wurde im Ausschuss aber deutlich gemacht, dass vor 2023 kein Bagger anrollen dürfte. „Es ist nicht auszuschließen, dass das für den ein oder anderen Interessenten zu spät sein könnte“, so Sommer.

Seitens der Grünen wurde ein Antrag formuliert, wie das Quartier als Modellprojekt für Leben und Arbeiten gestaltet werden sollte. Demnach seien die Möglichkeiten für moderne Arbeitsformen zu schaffen. Es gelte, sich an nachhaltigen, sozialen und gemeinschaftsbezogenen Standards und menschlichen Maßstäben zu orientieren, auf die Qualität bei der Architektur, begrünte Freiräume, Frischluftschneisen und Grünflächen auf den Dächern oder Fassadenbegrünung zu achten. Abgelehnt werden sollen nach Vorstellung der Grünen Betriebe mit Flächenbedarf wie Logistiker.

Auf Anregung von Kay Philipper von Welver 21 wird überprüft, inwieweit die Vorstellungen der Grünen im Rahmen des existierenden Flächennutzungsplan umzusetzen sind. Andernfalls schlug er vor, einen Teil der Gewerbefläche in ein Mischgebiet zu verwandeln. Aber: „Es darf keine Verzögerung geben!“

Tim-Fabian Römer von der BG zeigte sich zufrieden, dass es zu einer Bürgerbeteiligung kommen solle, wenngleich es nach seiner Auffassung schon längst hätte geschehen müssen. „Man braucht erst ein Konzept, dann folgen die Taten.“ So sei es auch bei der Umgestaltung des Ortskerns geschehen. Grundsätzlich bleibt die BG dabei, wie es Peter Holuscha formulierte, dass ein Gewerbegebiet besser in den Randlagen der Gemeinde aufgehoben sei.

Für die CDU hob Michael Schulte hervor, dass es richtig sei, erst einmal die Verfügbarkeit des Gelände zu sichern. „Der beste Plan nützt ja nichts, wenn keine Fläche vorhanden ist“, unterstützte er die Vorgehensweise der Gemeinde. „Die Reihenfolge ist richtig.“

Für die FDP lobte Heiko Kosche die Ausführungen der Verwaltung in der Tischvorlage, war sich darin mit den Vertretern der meisten Fraktionen einig. Jetzt gelte es, die Anwohner und die interessierten Firmen einzubinden. „Das könnte wie beim ISEK geschehen, vielleicht als IGEK“, kreierte er eine neue Wortschöpfung als Abkürzung für ein „Integriertes Gewerbe-Entwicklungs-Konzept.“ Dann könnten Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Dem schloss sich Udo Stehling von der SPD an: „Wir müssen das jetzt auf die Reise bringen.“ Zugleich betonte er, dass alle Verantwortlichen die Ansiedlung von Gewerbe ermöglichen wollen, aber nur mit Beteiligung der Bürger und nicht hinter verschlossenen Türen.

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