Viel Kritik

29.000 Tiere schlachtreif: Widerstand gegen Hähnchenstall ist wohl zwecklos

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Widerstand und Klage gegen den Hähnchenstall bei Ilingen blieben zuletzt erfolglos. Das aktuelle Baurecht erleichtert den Bau von kleineren Mastanlagen. Auch eine Resolution der Gemeinde, die sich allgemein gegen solche Massentierhaltung ausspricht, würde das nicht ändern., sondern allenfalls weitere Investoren abschrecken.

Vellinghausen – Mehrmals im Jahr sollen 29 000 Hähnchen in einem neu zu errichtenden Maststall auf dem Kleiloh bei Welver-Vellinghausen schlachtreif gemacht werden. Das hat ein dort wohnender Investor beantragt.

Das gemeindliche Einvernehmen dazu hat die Gemeinde Welver im zuständigen Hauptausschuss mit Stimmen von SPD, Grünen, FDP und Fraktion Welver 21 abgelehnt. CDU und BG stimmten zu, weil sie den Bauantrag für rechtskonform halten. In der Nachbarschaft wird Widerstand formuliert. „Ich möchte aus hydrologischen, geologischen, geophysikalischen und umweltspezifischen Gründen keine Hähnchenmast in meinem Dorf akzeptieren“, heißt es in einer E-Mail, die in einem großen Verteiler an die Genehmigungsbehörden, die Presse und zahlreiche weitere Personen adressiert und gesendet worden ist. 

Hähnchenmast kritisiert

Kritisiert und hinterfragt werden auch die Haltung und hier die kurze Lebensdauer und Tötung der Masthähnchen. Der Kreis Soest mit der Kreisbauaufsicht als Genehmigungsbehörde berichtet dazu, dass der Bauantrag zur Errichtung eines Hähnchenmaststalles mit 29 900 Tieren und drei Futtersilos (unter dem Geschäftszeichen 19002364) beim Kreis am 13. August dieses Jahres eingegangen ist. Kreispressesprecher Wilhelm Müschenborn erklärt: „Bislang wurde der Antrag vorgeprüft, fehlende Unterlagen angefordert und das Beteiligungsverfahren durchgeführt. Hier wurden die zuständigen Fachbehörden beteiligt und das gemeindliche Einvernehmen der Gemeinde Welver angefordert.“ 

Positive Stellungnahmen

Und weiter erläutert Müschenborn, dass die bisher eingegangenen Stellungnahmen der Fachbehörden positiv seien. Es fehle nur die abschließende Stellungnahme der Unteren Wasserbehörde. Müschenborn bestätigt weiterhin, dass die Gemeinde Welver im September das gemeindliche Einvernehmen nach § 36 BauGB versagt hat. Dazu sei anzumerken, dass das Einvernehmen der Gemeinde nur aus Gründen versagt werden darf, die sich aus dem Baurecht (gemäß der Paragrafen 31, 33, 34 und 35 Baugesetzbuch) ergeben.

Ethisch, moralische Gründe

 Die Gemeinde Welver habe jedoch das gemeindliche Einvernehmen aus ethischen, moralischen und klimatischen Gründen nicht erteilt. Bauplanungsrechtliche Gründe seien hingegen nicht genannt worden. Ein solches privilegiertes Vorhaben sei nach § 35 (1) Nr. 4 BauGB planungsrechtlich zulässig, wenn die ausreichende Erschließung gesichert sei, öffentliche Belange nicht entgegenstehen und es wegen seiner besonderen Anforderungen an die Umgebung, wegen seiner nachteiligen Wirkung auf die Umgebung oder wegen seiner besonderen Zweckbestimmung nur im Außenbereich ausgeführt werden soll. 

Vorhaben erfüllt Kriterien

Müschenborn: „Unsere Prüfung ergab, dass das Vorhaben den vorgegebenen Kriterien entspricht und daher planungsrechtlich zulässig ist. Wir prüfen zurzeit, ob das gemeindliche Einvernehmen zu Recht versagt wurde. Wenn das der Fall wäre, müssten wir ein Verfahren zur Ersetzung des gemeindlichen Einvernehmens einleiten. Auch um der Gemeinde die Möglichkeit zu geben, bauplanungsrechtliche Versagungsgründe zu benennen.“

Quelle: Soester Anzeiger

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