Stall für Hähnchenmast bleibt umstritten

Knapp 30000 Hähnchen passen in den Hähnchen-Stall, der im Kleiloh bei Vellinghausen errichtet werden soll. Nicht alle Einwohner sind begeistert. Unser Bild zeigt der Hähnchen-Maststall bei Illingen.

Welver – „Sollten auf dem Kleiloh 42 Tage-Hähnchen aufwachsen, bedeutet das bei 29 900 Hähnchen mehr als 300 000 Hähnchen pro Jahr, die vom Küken zum Hähnchen gemästet werden, um dann zu den Tötungsstationen und Schlachthöfen gefahren zu werden. Weiterhin bedeutet das hohe Güllebelastungen und Anlieferung von Futtermitteln in hohem Umfang.“

So kritisiert der Vellinghauser Thomas Sellnau das Vorhaben Hähnchenmast und behauptet: „Eine Vielzahl von E-Mails und Anrufen beweist mir, dass Anwohner aus den umliegenden Dörfern Vellinghausen, Hündlingsen, Nateln und Dinker große Vorbehalte gegen die Fabrik haben.“ 

Kein Einvernehmen

Das gemeindliche Einvernehmen zum Vorhaben Hähnchenmast hatte die Gemeinde Welver im zuständigen Hauptausschuss mit Stimmen von SPD, Grünen, FDP und der Fraktion Welver 21 verwehrt. Zuständig ist aber die Bauaufsicht beim Kreis Soest. 

Die Verkehrssituation

 An das Bauamt der Gemeinde Welver schrieb Sellnau jetzt: „Im Gegensatz zur geplanten Hähnchenfabrik auf dem Kleiloh liegt die einst vom Rat ebenfalls nicht begrüßte Hähnchenhaltung zwischen Illingen und Scheidingen an einer befahrenen Kommunalstraße. Befestigte asphaltierte Wirtschaftwege sind im Kleiloh nicht vorhanden, Zugangsstrecken müssten erstellt werden.“ Für Lastwagen-Verkehr seien die Zugangsrouten – zumal im Winter – auf dem Höhenrücken Kleiloh nicht geeignet. Sellnau fragt: „Sieht sich die Gemeinde in der Pflicht, die für problemlosen Abtransport der Tiere und Anlieferungen Straßen zu schaffen und bedeutet das, dass Steuerzahler aus Vellinghausen und den anderen 20 Ortsteilen der Großgemeinde steuerlich belastet werden?“ Bauamts-Leiter Detlev Westphal antwortet: „Es ist nicht die pflichtige Aufgabe der Gemeinde Welver, für einen problemlosen Abtransport zu sorgen. Dennoch obliegt der Gemeinde Welver für die Straße ,Kleiloh‘ die Verkehrssicherungspflicht. Im Rahmen dieser wird die Gemeinde im Frühjahr des Jahres 2020 die vom Rat beschlossenen Maßnahmen des Wegebauprogramms 2019 umsetzen. Dabei wird ein Teilstück des ,Kleiloh‘ mit einer Oberflächenbehandlung ausgebessert. Detlev Westphal weiter: „Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass diese Straßenbau-Maßnahme nicht im Zusammenhang mit der beantragten Mastanlage steht. Im Übrigen darf ich mitteilen, dass der Wirtschaftsweg ,Kleiloh‘ im Zuge des Wirtschaftswegekonzepts als Erschließungsweg dient und im Bestand erhalten bleiben soll.

Die Haltung 

Kritisiert und hinterfragt werden von Sellnau auch die Haltung und die kurze Lebensdauer und Tötung der Masthähnchen. „Ich möchte aus hydrologischen, geologischen, geophysikalischen und umweltspezifischen Gründen keine Hähnchenmast in meinem Dorf akzeptieren“, hieß es in einer E-Mail, die vor einiger Zeit in einem großen Verteiler versendet worden ist. Kreispressesprecher Wilhelm Müschenborn erklärt dazu, dass das Verfahren aktuell noch nicht abgeschlossen ist: „Bislang wurde der Antrag vorgeprüft, fehlende Unterlagen angefordert und das Beteiligungsverfahren durchgeführt. Hier wurden die zuständigen Fachbehörden beteiligt und das gemeindliche Einvernehmen der Gemeinde Welver angefordert.“ 

Stellungnahmen sind positiv

Und weiter erläutert Müschenborn, dass die bisher eingegangenen Stellungnahmen der Fachbehörden positiv seien. Es fehle nur die abschließende Stellungnahme der Unteren Wasserbehörde. Müschenborn: „Unsere Prüfung ergab, dass das Vorhaben den vorgegebenen Kriterien entspricht und daher planungsrechtlich zulässig ist. Wir prüfen zurzeit, ob das gemeindliche Einvernehmen zu Recht versagt wurde. Wenn das der Fall wäre, müssten wir ein Verfahren zur Ersetzung des gemeindlichen Einvernehmens einleiten. Auch um der Gemeinde die Chance zu geben, bauplanungsrechtliche Versagungsgründe zu benennen.“

Quelle: Soester Anzeiger

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