Gemeinde und Firma Ge-Komm suchen Antworten

Neue Radwege für Welver, aber wo? So können Bürger mitreden

Bessere Radwege für Welver: Die Gemeinde mit Bürgermeister Camillo Garzen (2. von links) und Detlev Westphal (rechts) lässt von der Firma Ge-Komm mit Abteilungsleiter Eduard Schwarz (links) und Geschäftsführer Gerhard Mende, ein Radwegekonzept erarbeiten. Dabei können auch Welvers Bürger ihre Meinung einbringen.
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Bessere Radwege für Welver: Die Gemeinde mit Bürgermeister Camillo Garzen (2. von links) und Detlev Westphal (rechts) lässt von der Firma Ge-Komm mit Abteilungsleiter Eduard Schwarz (links) und Geschäftsführer Gerhard Mende, ein Radwegekonzept erarbeiten. Dabei können auch Welvers Bürger ihre Meinung einbringen.

Welver braucht neue Radwege, Welver bekommt neue Radwege. Aber wo und wie, das ist offen. Welvers Bürger können und sollen mitreden.

Welver – Sie kam quasi wie bestellt, eine Schülerin auf ihrem Fahrrad. Eindeutig jenseits des Grundschulalters radelte sie mit ihrem Drahtesel auf der westlichen Seite der Bahnhofstraße in Richtung Norden, und zwar auf dem Bürgersteig. Bernd Mende, Geschäftsführer der Ge-Komm, und Abteilungsleiter Eduard Schwarz von der Gesellschaft für kommunale Infrastruktur, mussten zur Seite treten. Die beiden Fachleute aus Melle bauten gerade den Anhänger auf, mit dem hingewiesen wird auf die Bürgerbeteiligung in Sachen Radwege.

Wäre die Gemeinde Welver bei diesem Thema schon einen oder gar mehrere Schritte weiter, wären sich die junge Radfahrerin und die Fußgänger wohl nicht in die Quere gekommen. Es hätte vielleicht längst ein Radweg zur Verfügung gestanden, auf dem sich die Verkehrsteilnehmer nicht in der geschilderten Form begegnet wären. Andererseits: Hätte das Mädchen ihr Fahrrad auf der Straße gesteuert, wäre sie der Gefahr ausgesetzt gewesen, unangenehme Bekanntschaft mit dem Außenspiegel oder gar der Kühlerhaube eines Autos zu machen.

Neue Radwege für Welver: Konflikt zwischen Fußgängern, Radlern und Autofahrern

Dieses fortwährenden Konflikts zwischen Fußgängern, Radlern und Autofahrern, hat sich nun die Gemeinde angenommen, will mit einem Radwegekonzept langfristig dafür sorgen, dass alle Verkehrsteilnehmer weitaus sicherer auf den Straßen in der Niederbörde unterwegs sind, als dies aktuell der Fall ist. Gerade angesichts des enorm angestiegenen Anteils des Fahrrads am gesamten Verkehrsaufkommen, erscheint diese Aufgabe dringlicher denn je.

Ausschreibung für Gehweg entlang des Landwehrkamps

Für eine weitere Baumaßnahme im Zentralort läuft momentan ebenfalls die Ausschreibung. Es betrifft den Gehweg entlang des Landwehrkamps zwischen der Einmündung der Rossbierke und der Werler Straße. Auch hier wird nach Sichten der Angebote die Vergabe per Dringlichkeitsbeschluss erfolgen. Würde das übliche Prozedere in den Ausschüssen und abschließend im Gemeinderat durchlaufen, käme eine Umsetzung der Arbeiten nicht vor Oktober in Betracht. So kann es jetzt vielleicht schneller gehen.

Die Ge-Komm hat für die Gemeinde den Job übernommen, das Radwegekonzept zu erstellen. Dabei setzen die Macher auf die Unterstützung durch die Welveraner Bürgerschaft. „Wir hoffen, dass sich möglichst viele Leute beteiligen und sich mit Ideen und Anregungen einbringen“, erwarten Bernd Mende und Eduard Schwarz ein großes Echo.

Ihnen zufolge geht es einmal um sichere Radwege für den Alltag, aber auch um den Tourismus-Aspekt. „Das darf nicht vernachlässigt werden“, wissen die Experten aus dem Osnabrücker Land, dass die Niederbörde ein außerordentlich beliebtes Ziel für Freizeit-Radler geworden ist. Gerade in der Corona-Zeit hat sich die Anzahl der Biker, die zum großen Teil elektrisch unterstützt unterwegs sind, vervielfacht.

Neue Radwege für Welver: Bestandsanalyse findet die Knackpunkte

Im Vorfeld hat die Ge-Komm eine Bestandsanalyse gemacht. „Wir haben aufgeführt, wo die Knackpunkte sind; wir haben gecheckt, wie es mit der Beschilderung aussieht“, geben die Experten einen Einblick in ihre Arbeit. Dabei sei keine Bewertung vorgenommen worden. Vielmehr seien jetzt die Bürger am Zug, ihre Ansichten darzustellen.

Dafür macht nun der Anhänger Werbung, der im Beisein von Bürgermeister Camillo Garzen und Bauamtsleiter Detlev Westphal in unmittelbarer Nähe zum Kreisverkehr aufgestellt worden ist. Kürzlich war bereits ein Flyer an alle Haushalte gegangen, um auf die Bürgerbeteiligung am Radwegekonzept hinzuweisen. Am Freitag, 23. Juli, wird zudem noch ein Infostand während des Wochenmarkts aufgebaut, wo die Welveraner ihre Anregungen persönlich vortragen können.

Bis zum 29. Juli läuft die Aktion, dann macht sich die Ge-Komm an die Auswertung. Die Ergebnisse werden anschließend der Politik zur Verfügung gestellt, die daraus ihre Schlüsse ziehen muss. Wie es in Sachen Ausbau des Radwegenetzes weitergehen kann, wird schon im Herbst zu sehen sein. Denn am Pferdekamp werden dann die Arbeiten für den Radweg beginnen, der zunächst von der Bahnhofstraße bis zum Feldgraben verlaufen wird. Im Moment läuft dazu die Ausschreibung, wie Detlev Westphal schon in der Sitzung des Gemeinderates in der vergangenen Wochen mitgeteilt hatte. Die Vergabe soll nach der Submission per Dringlichkeitsbeschluss erfolgen, sodass die Bagger noch im Herbst anrollen könnten.

Mehr im Internet unter: www.radwegekonzept.de

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