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Filetstück in der Warteschleife

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Von: Dirk Wilms

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Am Ende der Straße Am Markt könnte in nicht ferner Zukunft ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen.
Am Ende der Straße Am Markt könnte in nicht ferner Zukunft ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen. © Dirk Wilms

Das sogenannte Filetstück bleibt weiterhin Zankapfel in der Welveraner Politik.

Welver – Für das Areal am nordöstlichen Ende der Straße Am Markt wurde mit einer Mehrheit von sechs gegen fünf Stimmen im Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Planung, Natur und Klimaschutz die vor zwei Jahren verhängte Veränderungssperre verlängert. Bis September 2023 ist also jetzt Zeit, mit dem Eigentümer über die Zukunft des Grundstücks eine Einigung zu erzielen.

Im Vorfeld der jüngsten Sitzung des GPNK hatten Gespräche seitens der Verwaltung mit dem Eigentümer stattgefunden. Demnach hatte er sich bereiterklärt, dass er sein Bauvorhaben entsprechend der vom Rat beschlossenen Änderungsfestsetzungen umplanen würde. Das beinhaltet unter anderem eine zweigeschossige Bebauung. Grundsätzlich hält der Investor an seinem Vorhaben fest, da ein Verzicht wirtschaftlich nicht darstellbar sei.

Der Eigentümer äußerte gegenüber der Gemeinde seinen Wunsch, in die baldige Umsetzung seines Vorhabens einsteigen zu können, wie es auch bei einem anderen Projekt von einem anderen Investor hinter Bärbels Imbiss an der Starenschleife geschehe. Andererseits bekundete er auch seine Bereitschaft, das Grundstück an die Gemeinde zu veräußern. Allerdings liegen hier die Preisvorstellungen weit auseinander.

CDU und BG hätten den einmal mehr vorgelegten Beschlussvorschlag der Verwaltung mitgetragen, wonach die vorgelegte Entwurfsplanung des Eigentümers gebilligt worden und das obligatorische Beteiligungsverfahren eingeleitet worden wäre. Dem schlossen sich SPD, Grüne, Welver 21 und FDP aber nicht an. Vielmehr befürwortete Kay Philipper von Welver 21, die Verschiebung der Entscheidung und auch die Veränderungssperre für ein weiteres Jahr.

„Wir müssen erst abwarten, wie die ISEK-Planung weitergeht“, verwies er auf die noch nicht finalisierte Planung für die Umgestaltung der Ortskerns mit Marktplatz und der Straße Am Markt, an deren Ende sich das Filetstück befindet. Mit den sechs Stimmen der Mehrheitsfraktionen wurde danach die Veränderungssperre beschlossen.

An anderer Stelle im Zentralort könnte sich in Zukunft womöglich ein neues Areal für eine Wohnbebauung ergeben. Denn die Firma MD-Projekt, in Welver bekannt durch das große Vorhaben auf dem Raiffeisen-Gelände, hat das Grundstück an der Werler Straße gekauft neben dem einstigen Aldi-Komplex, in dem heute Imbiss, Fitnessstudio und Eiscafé untergebracht sind.

Die ursprünglichen Pläne des Vorbesitzers, hier ein Gartencenter zu errichten, sind schon lange ad acta gelegt worden. Jetzt geht es um die Zukunft dieser zentralen Fläche. So einfach ein paar Wohnhäuser dahin setzen, funktioniert aber eben nicht. Das Areal ist als Sonderfläche Gartencenter im Flächennutzungsplan dargestellt, müsste zunächst in eine Fläche für Wohnbebauung umgewandelt werden.

Das geht jedoch nicht im Handumdrehen, da der Regierungsbezirk den sogenannten Siedlungsflächenübergang moniert hat, der in der gesamten Gemeinde Welver erst einmal abgebaut werden muss. Wenn dieses Hindernis aber einst überwunden worden sein sollte, ist Wohnbebauung an dieser Stelle denkbar. Da ist sich die Welveraner Politik einig, wie im Ausschuss erkennbar war.

Wie Dirk Große von der Verwaltung erläuterte, würde der Investor auf eigenes Risiko schon einmal planen, wie eine Bebauung zwischen der Lehmkuhle und Smiths Aue umsetzbar sein könnte. Dass der Bedarf riesig ist, steht außer Frage: „Die Leute suchen händeringend!“ Und auch Michael Stadler von MD-Projekt ließ durchblicken, dass er regelmäßig Anfragen erhält, wo in Welver gebaut werden könne.

Seitens der Politik gab es weitgehend Zustimmung. Kay Philipper von Welver 21 sieht die Vorgehensweise positiv, wonach auf diesem Gelände perspektivisch eine Wohnbebauung ermöglicht werden soll. Peter Holuscha von der BG befürwortet an dieser Stelle eine mehrgeschossige Bauweise, nicht unbedingt Einfamilienhäuser. Der hintere Teil des Geländes soll aber dauerhaft landwirtschaftliche Fläche bleiben, wenn es nach Cornelia Plassmann von den Grünen geht.

Ausschussvorsitzender Andre Buschulte (CDU) schloss die Debatte über diesen Punkt nicht ohne ein Augenzwinkern: „Wir sind alle dafür, dass es in 10 bis 20 Jahren da losgehen kann...“

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