Evangelische Kirche

Gemeinde muss Orgel-Empore zurückbauen

Die 1733 gebaute Möller-Orgel wurde 1982 auf die West-Empore gesetzt. Ursprünglich sollte sie rund 3,50 Meter weiter nach hinten positioniert werden, die schrägen hölzernen Streben, die für die Statik des Glockenturm überaus wichtig sind, verhinderten das. Die Empore wurde in der gleichen Baumaßnahme um 3,50 Meter nach vorn verlängert. Dadurch kommt es unterhalb der Empore zur Schimmelbildung, auch die Orgel war davon betroffen und wird nun belüftet.
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Die 1733 gebaute Möller-Orgel wurde 1982 auf die West-Empore gesetzt. Ursprünglich sollte sie rund 3,50 Meter weiter nach hinten positioniert werden, die schrägen hölzernen Streben, die für die Statik des Glockenturm überaus wichtig sind, verhinderten das. Die Empore wurde in der gleichen Baumaßnahme um 3,50 Meter nach vorn verlängert. Dadurch kommt es unterhalb der Empore zur Schimmelbildung, auch die Orgel war davon betroffen und wird nun belüftet.

Schimmelbildung ist seit vielen Jahren ein großes Problem in zahlreichen Kirchen. Mitte vergangenen Jahres brachte die Überarbeitung der Patroklus-Möller-Orgel neben diesem Ärgernis aber noch weitere Baumängel in der evangelischen Kirche in Welver ans Licht.

Welver – Der Orgelbaubetrieb von Harm Dieder Kirschner aus Weener hatte die 1733 erbaute Möller-Orgel in der St.-Albanus-und-Cyriakus-Kirche in Welver überarbeitet und dabei gravierende Schäden an dem alten Instrument festgestellt, ein weiterer Gutachter dolumentierte zudem Schäden an verschiedenen anderen baulichen Elementen.

Das Schimmelproblem konnte der Orgelfachbetrieb aus dem Norden preisgünstig lösen. Ein eingebauter Lüfter sorgt nun für eine Luftverwirbelung und dadurch trockene Luft im Instrument, wodurch das Schimmelproblem innerhalb der Orgel gelöst wurde.

Nicht gelöst ist das Problem mit den Schwingungen, die durch den Orgelbetrieb selbst und durch das Begehen der Empore ausgelöst werden. Durch diese Schwingungen im Fußboden der Empore verstellen sich die Orgelpfeifen. Der Fachbetrieb rät hier zu einem alljährlichen Stimmen der Orgel. Dabei scheint dies ein zwar unbeabsichtigtes, aber dennoch hausgemachtes Problem zu sein. Denn die Orgel stand ursprünglich an einem anderen Platz in der Kirche.

Bei der großen Renovierung des Gotteshauses Anfang der 1980er-Jahre wurde der Ort der Orgel nämlich geändert. Das ursprünglich über dem Altar installierte Instrument war auf die gegenüberliegende Empore versetzt worden. Beim Aufbau wurde dann festgestellt, dass zwei schräge Stützen den geplanten Aufstellort der Orgel an der Rückseite der Kirche verhindern. Die Holzstützen konnten aber nicht verändert werden, da sie für die Statik des Glockenturms zwingend notwendig sind. Daher wurde die Orgel 3,5 Meter weiter vorn auf der Empore wieder aufgebaut. Kurzerhand wurde die Empore um diese nun fehlenden 3,5 Meter weiter ins Kirchenschiff verlängert.

Dies und weitere Faktoren führen nun dazu, dass die Belüftung unter der Empore nicht mehr ausreichend ist und es dort partiell zu Schimmelbildung an den Wänden kommt.

Weitere Aspekte sind dabei aber auch sicherlich, dass lang anhaltende Winter mit trockener Kälte immer seltener werden, durch frühe warme Luft im Frühjahr dann zusätzlich feuchte Luft in die Kirchen strömt. Auch das Heizverhalten hat sich geändert, nicht nur durch Corona.

Heizte man früher die Kirche in der kalten Jahreszeit noch durchgängig, um es den Gläubigen durch höhere Temperaturen gemütlicher zu machen, werden heute aus Umweltgründen oft Kosten und Energie gespart.

Kosten: 170 000 Euro

Auf rund 170 000 Euro beziffert Jürgen Jankowski von der evangelischen Kirchengemeinde nun die notwendigen Kosten für eine Instandsetzung, die für Anfang des kommenden Jahres geplant werden könnte. Diese Kosten umfassen den Rückbau der Empore um die seinerzeit verlängerten dreieinhalb Meter und einen Lichtschacht im rückwärtigen Bereich der Empore. Dafür müsste die Kirche auch über mehre Wochen für die Gemeinde gesperrt werden.

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