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Es regt sich Widerstand bei den Bürgern

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Von: Dirk Wilms

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Die Anwohner der Buchenstraße wehren sich gegen diesen Standort für das Feuerwehrgerätehaus.
Die Anwohner der Buchenstraße wehren sich gegen diesen Standort für das Feuerwehrgerätehaus. © Dirk Wilms

Es regt sich massiver Widerstand gegen die Vorhaben der Gemeinde. Weder der Verbleib der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Hauptschule noch der Grundschule am Finkenweg oder ein Neubau des Feuerwehrgerätehauses an der Buchenstraße stießen bei der öffentlichen Fraktionssitzung von CDU und BG auf positive Resonanz.

Welver - Vielmehr ließen die Bürger in dem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Ratssaal kein gutes Haar an den Plänen aus dem Rathaus, die am Donnerstag, 23. Juni, in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause final beschlossen werden sollen. Die Teilnehmer der Zusammenkunft kamen überein, am Tag vor der Ratssitzung (22. Juni) erneut eine Versammlung einzuberufen. Dazu sollen der Bürgermeister sowie Vertreter der Fraktionen von SPD, Grünen, Welver 21 und FDP eingeladen werden. Die Bördehalle wurde dafür im Handumdrehen durch Stephan Sauermann reserviert.

Tenor am Montagabend war, dass der Vorschlag der CDU, die Grundschule an die Wolter-von-Plettenberg-Straße zu verlagern, einhellige Zustimmung fand. Die vielfältigen Wortbeiträge bezogen sich dabei zum einen auf die aktuelle Situation mit den Flüchtlingen in der ehemaligen Hauptschule und zum anderen auf die Folgen für die Grundschüler bei einer Entscheidung für den Verbleib der Grundschule am Finkenweg bei gleichzeitigem Neubau des Lehrschwimmbeckens im Sportzentrum.

So klagte mit Bernd Nickel ein Nachbar aus dem Kreggenfeld. „Ich wohne zehn Meter von der Hauptschule entfernt und erlebe, dass in der Flüchtlingsunterkunft jede Nacht das Licht brennt. Im Winter wird die Heizung dadurch geregelt, dass die Fenster aufgemacht werden, wenn es zu warm wird“, nahm er kein Blatt vor den Mund. Er bezog sich auf die Aussage von 2016. „Wir sind verschaukelt worden, als uns gesagt wurde, dass es nur eine Übergangslösung ist.“

Zur möglichen Sanierung der Grundschule nahm Bernd Hellmann Stellung, die er auch schriftlich verfasst hatte. „Lärm ist gesundheitsschädlich. Kein Kind sollte unter Baulärm leiden“, äußerte er Bedenken, die Schule am Finkenweg im laufenden Betrieb zu sanieren. Auch kritisierte er das Vorhaben, das Lehrschwimmbecken weit entfernt von der Schule neu zu bauen. „Der Weg ist viel zu gefährlich. Wenn es in Welver knallt, dann an der Ecke von Bahnhof- und Buchenstraße“, sieht er es als zu großes Risiko an, die Kinder auf den Weg vom Finkenweg ins Sportzentrum zu schicken.

Stephan Sauermann sprang ihm bei: „Es kann nicht sein, dass die Kinder zum Lehrschwimmbecken an die Bördehalle laufen sollen. Die werden von zwei Lehrern begleitet. Da dauern Hin- und Rückweg und das Umziehen an die 90 Minuten. So bleiben bei der Doppelstunde nur 30 Minuten zum Schwimmen.“

Des Weiteren wurde der Einwand geäußert, dass das Kollegium an der Grundschule keineswegs einmütig hinter dem Vorhaben stehe, den Standort beizubehalten. Ohnehin sei die Bausubstanz weniger gut im Vergleich zur ehemaligen Hauptschule. „Die Grundschule ist doch eine Puzzle-Schule“, hieß es aus den Reihen der Teilnehmer. Auch die Situation des Straßenverkehrs wurde als Argument für den Standort in Meyerich ins Feld geführt. Während es am Finkenweg extrem eng sei durch die zahlreichen Eltern-Taxis, gebe es an der Wolter-von-Plettenberg-Straße mehr Raum, um den Verkehr zu entzerren dank Wendehammer und Einbahnstraßen in Harkenbrei und Hachenstraße.

Seitens der Politik wurde in Person des BG-Fraktionschefs Tim-Fabian Römer, der gemeinsam mit Andreas Grafe von der CDU die Zusammenkunft moderierte, eingeworfen, dass in Meyerich auch reichlich Platz vorhanden sei, um neben Grundschule und OGS ein Lehrschwimmbecken neu zu errichten. „Auch für eine Kindertagesstätte gäbe es da Möglichkeiten“, wies er auf den steigenden Bedarf für eine solche Einrichtung in Zukunft hin.

Zum Thema Feuerwehr hatte Bernd Hellmann betont, dass bei einem Wechsel der Grundschule nach Meyerich das Feuerwehrgerätehaus am Finkenweg bleiben könne. Sollte aber doch ein Neubau notwendig sein, wäre der Standort am Kapellenplack der bessere im Vergleich zur Buchenstraße. Dirk Steinweg, Leiter der Feuerwehr in der Gemeinde Welver, betonte, dass die Feuerwehr stets den Kapellenplack als besten Standort für das Gerätehaus betrachtet habe.

Die Anlieger der Buchenstraße äußerten nach der Zusammenkunft im Rathaus ihre Ablehnung für einen Neubau des Gerätehauses auf einer Grünfläche direkt am Ortsausgang.

„Die Straße ist hier viel zu schmal“, machten sie vor Ort deutlich, wie eng die L747 in Höhe des Autohauses Gretenkort ist. Auch sei der Zuschnitt des Grundstücks ungünstig für die Belange der Feuerwehr. Als gravierend stufen die Anwohner zudem ein, dass die Fahrt der Einsatzwagen in den Zentralort über die gefährliche, weil unübersichtliche Kreuzung mit der Bahnhofstraße gegenüber der Tankstelle erfolgen müsse.

Sebastian Schütz, Ortsvorsteher von Dinker und demnächst als sachkundiger Bürger in der Nachfolge von Bernhard Stellmach für die CDU im Ausschuss für Gemeindeentwicklung, brachte den Vorschlag ein, über den Parkplatz vor der Bördehalle als Standort für die Feuerwehr nachzudenken. Primär aber gehe es darum, die Prioritäten aus Sicht der Kinder zu setzen. Gar nichts hält er vom Bau einer Mehrzweckhalle an diesem Standort, brachte die finanzielle Seite ins Spiel: „Die Mega-Rechnung zahlen wir alle!“

Annette Meisterernst, einige Jahre für die BG im Rat, brachte es auf den Punkt: „Das darf nächsten Donnerstag auf keinen Fall alles entschieden werden!“ Damit fand sie allgemeine Zustimmung. Daher sollen am Tag vor der Ratssitzung der Bürgermeister und die Vertreter von SPD, Grünen, Welver 21 und FDP davon überzeugt werden, die Maßnahmen noch einmal zu überdenken. Die Mehrheit dieser Fraktionen hatte sich Anfang Juni im Hauptausschuss für die Vorlage der Verwaltung ausgesprochen.

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